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Editorial der Ausgabe März 2026

Verehrte Leserinnen und Leser,

Cyberangriffe, Drohneneinsätze sowie Desinformationskampagnen russischer und chinesischer Geheimdienste stellen nach wie vor eine große Herausforderung für die deutsche Sicherheitsarchitektur dar. Goertz beschreibt im zweiten Teil seines Beitrags diese Phänomene im Kontext sowie Reaktionen darauf und konstatiert das damit verbundene Verschwimmen der völkerrechtlichen Grenzen von Krieg und Frieden sowie äußerer und innerer Sicherheit.

Der Konsum von E‑Zigaretten bietet neue Möglichkeiten des Rauschgiftkonsums und stellt vor dem Hintergrund seiner zunehmenden Beliebtheit eine wachsende Herausforderung für den Jugendschutz dar. Vor diesem Hintergrund analysiert Korn in seinem Beitrag den Konsum synthetischer Cannabinoide durch Jugendliche und Heranwachsende und unterbreitet Vorschläge für die Prävention. Mit der transnationalen Rauschgiftbekämpfung befassen sich Holland und Zirkel in einem ersten von auf zwei Beiträgen angelegten Aufsatz zum EU‑geförderten Projekt CAP1 (Caribbean-Albanian Poly-criminal Offshore Network Elicitation), welches am Beispiel von Ermittlungen zum internationalen Rauschgifthandel krimineller Gruppierungen der Karibik und Albaniens die Untersuchung des internationalen Rechts zum Gegenstand hat. Mit Zuwanderungskriminalität befasst sich Logvinov in seinem auf dem Buch von Frank Urbaniok, Schattenseiten der Migration. Zahlen, Fakten und Lösungen, 2025, beruhenden Beitrag und stellt dieses in den Kontext des hierzu geführten gesamtgesellschaftlichen Diskurses.

Winkler bietet mit ihrem Beitrag zu Erfahrungen aus der Beratungspraxis "veritas Berlin" neue Einsichten in die Thematik der Verschwörungstheorien und lenkt dabei den Fokus auf die Funktion dieser Theorien und die dahinterstehenden Motivationen. Zur historischen Entwicklung der Rechtsprechung beim Kindesmissbrauch führt Ettmann aus, zeichnet dabei den damit verbundenen Perspektivwechsel anschaulich nach und richtet ihren Blick auf künftige Entwicklungen.

Zu einer exotisch anmutenden Variante des § 130 III StGB berichtet von Danwitz in seinem Beitrag anhand eines konkreten Beispiels und nimmt eine rechtliche Würdigung vor. Jositsch et al. gehen im zweiten Teil ihres Schweitzer Beitrags auf die tertiäre Prävention bei Ersttätern von Online-Sexualstraftaten zum Nachteil von Kindern ein und fordern eine Neuorientierung des Schweizer Sanktionsrechts.

Ebenfalls auf das Medium Internet reflektiert der erste Campus-Beitrag von Dawi, welcher sich mit der Rolle von Influencern bei der Verbreitung islamistischer Propaganda befasst. Der zweite Campus-Beitrag von Reinke de Buitrago und Rose stellt überzeugend die Bedeutung der Polizeiforschung für eine moderne Demokratie heraus.

Joachim Faßbender, Prof. Dr. Sigmund P. Martin
Chefredaktion