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Lust am Bösen – Weshalb Gewalt nicht heilbar ist Eugen Sorg: Die Lust am Bösen – Warum Gewalt nicht heilbar ist, Verlag Nagel & Kimche, Zürich 2011, 160 S., kart., 14,90 Euro, 22,90 sFr Zwischen 1995 und 2001 tötete ein Krankenpfleger in verschiedenen Seniorenheimen im Kanton Luzern mindestens 24 alte und wehrlose Insassen. Vor Gericht erklärte er, „aus Mitleid“ gehandelt zu haben. Ähnlich argumentierte eine Berliner Krankenschwester, die 2007 wegen der Tötung von fünf schwerkranken Patienten verurteilt worden war. Im schwäbischen Eislingen erschossen 2009 zwei achtzehnjährige Gymnasiasten aus intakten Familien scheinbar grundlos ein junges Geschwisterpaar und danach deren Eltern. Im gleichen Jahr erschlug ein 25-jähriger Schweizer im Kanton Aargau ein sechszehnjähriges Au-pair-Mädchen mit einer Hantel und schnitt ihr die Kehle durch. Ebenfalls 2009 tötete ein zuvor unbescholtener 17-Jähriger im Kanton Tessin ein gleichaltriges Mädchen, welches er in einem Internetchat kennengelernt hatte. Als Motiv gab er an, das Mädchen habe ihn auf einem gemeinsamen Waldspaziergang „genervt, weil es zu viel geredet hat“. Ende September dieses Jahres wurde der Familienvater Olaf H. vom Landgericht Krefeld zu lebenslanger Haft verurteilt, weil der den 10-jährigen Mirco aus Grefrath entführt, sexuell missbraucht und getötet hatte. Ein Motiv für die Tat war nicht erkennbar. «Warum?», fragten die Medien, wie immer nach solchen unfassbaren Gewalttaten. Keine der Analysen und Kommentare und keines der über die Täter erstellten psychiatrischen Gutachten stellte die Frage, ob die Tötungen allenfalls auch aus purer Lust am Töten heraus begangen worden sein könnten. Töteten diese Menschen nicht aus einer beruflichen Stresssituation, nicht aus einem übersteigerten Mitleid, nicht aus irgendwelchen narzisstischen Kränkungen heraus, sondern aus dem Gefühl der Allmacht, aus dem Rausch der Megalomanie, den jemand genießen mag, wenn er darüber entscheidet, ob er das ahnungslose Opfer aus der Welt schafft? Kann sein, was nicht sein darf? Mit der Frage, wie es um die Lust am Bösen steht, beschäftigt sich der Zürcher Autor Eugen Sorg in seinem neuen Buch. Sorg, der nach Studium und Promotion als Psychotherapeut arbeitete und als IKRK-Delegierter sowie Journalist in zahlreichen Kriegsgebieten tätig war, gehört heute der Chefredaktion der Basler Zeitung an. Das Fazit des Autors: Man kann das Böse nicht erklären, und man kann es nicht verstehen. Aber man kann es beschreiben. „Es ist eine Triebkraft, eine Leidenschaft, die nichts außer sich selbst kennt“, schreibt Sorg. „Das Böse ist kein Resultat der Umstände, es ist vielmehr stärker als diese, und nur der Mensch steht vor der Wahl, sich für das Gute oder das Böse entscheiden zu müssen. Der Triebverbrecher, der seinen Allmachtsgelüsten nachgibt, der Schläger, der dem wehrlosen Opfer in den Kopf tritt – sie alle wissen, dass ihre Handlungen unrecht sind. Sie brechen elementare Regeln, die das Entstehen von Zivilisationen erst möglich gemacht haben und die jedes Kind in jeder Kultur versteht“. Alle grundlegenden Erkenntnisse über das menschliche Verhalten gehen vom vermeintlichen Wissen aus, dass in der Fähigkeit zum Bösen die menschliche Freiheit begründet liegt, die ihn vom Tier unterscheidet, und dass das Böse letztlich ein Rätsel bleibt, eine „unbegreifliche Faktizität“, wie es schon Kirkegaard beschrieb, weil es der Unabwägbarkeit menschlicher Entscheidungen unterworfen ist. «Je abscheulicher eine Tat, desto weniger ist der Täter dafür verantwortlich. Dies gilt heute als Universaldiagnose für tödliche U-Bahnschläger ebenso wie für Mörder, Sexualtäter, Fussball-Hooligans oder Terrorgruppen», diagnostiziert Sorg und brandmarkt die Therapiegläubigkeit, mit der heute die Justiz bösartige Kriminelle zu infantilisieren versucht. Gewaltverbrechen, so Sorgs Befürchtung, würden zunehmend als konfliktlösungsorientiertes Gruppengespräch missverstanden, weil der Glaube an die Heilbarkeit des Bösen durch die magische Kraft der therapeutischen Sprechkultur zur veritablen Weltanschauung gewachsen und in alle Milieus, sozialwissenschaftliche Disziplinen und Institutionen hineingewachsen sei. Eine Streitschrift als Pflichtlektüre für alle, die berufeshalber mit den Abgründen der menschlichen Seele zu tun haben. ________________________________ Anzeige Kompetenz in der Kommunikations-, Gesprächs- und Vernehmungspraxis: Erfolgreich Vernehmen von Klaus Habschick 2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2010, 28 Euro ![]() Weitere Informationen und direkte Bestellmöglichkeit Kriminalistik Verlag Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Im Weiher 10, 69018 Heidelberg www.hjr-verlag.de ___________________________________________ | ||||||||
| Vademecum für die in der Praxis des Wirtschaftsstrafrechts auftretenden Probleme Im
Vorwort hat Wirtschaftstrafverteidiger Marcus Böttger Aufgabe wie
Anspruch des Buchs dahingehend charakterisiert, dass es „als eine Art
Vademecum dem Nutzer einen kompakten Überblick über die zahlreichen, in
der Praxis des Wirtschaftsstrafrechts auftretenden Probleme
verschaffen“ soll. Das Ziel eines unentbehrlichen Begleiters ist, wenn
man berücksichtigt, wie viele – teils schon Jahre etablierte –
Kommentare, Hand- und Lehrbücher sich bereits dieser Thematik widmen,
sicherlich ein hohes. Man fragt sich beim Blättern: Was hebt dieses
Werk von der bisher erschienenen Literatur so ab, dass es dieses
„Gütesiegel“ verdient? _______________________________________ | ||||||||