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Nachruf Dr. Horst Herold

 

Am 14. Dezember ist Dr. Horst Herold im Alter von 95 Jahren verstorben. Die Kriminalistik als Wissenschaft und als Fachzeitschrift verabschiedet sich von einer herausragenden Persönlichkeit mit vielfältigen Verdiensten um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Sein Name ist untrennbar mit einer großen Anzahl von Aufsätzen, Diskussionsbeiträgen sowie Berichten über Tagungen und Symposien verbunden, die sein Charisma, sein unbeirrtes Eintreffen für unseren Rechtsstaat und seine Zukunftsorientierung widerspiegeln.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften wurde er Staatsanwalt, danach zunächst Leiter der Kriminalpolizei und später Polizeipräsident in Nürnberg. Schon damals profilierte sich Dr. Herold als renommierter Fachmann und war auch Mitglied in einer Reformkommission des Bundeskriminalamtes, dessen Präsident er 1971 wurde. Seine zehnjährige Amtszeit war besonders vom RAF-Terrorismus geprägt, den er mit hohem persönlichem Einsatz entschlossen bekämpfte. Mit Beginn der Ära Herold erfuhr das BKA eine umfangreiche Neustrukturierung nach modernen Managementmethoden. Der Personalbestand verdreifachte sich und hohe finanzielle Investitionen in Ausstattung und Technik konnte Herold politisch durchsetzen.
Zunächst als „Rufer in der Wüste“ gegen viel Skepsis setzte er konsequent auf neue Technologien. Der Visionär Herold war nicht nur unnachgiebiger Wegbereiter bei der Einführung der EDV und elektronischer Informations- und Fahndungsysteme, sondern auch bei der Weiterentwicklung der Kriminaltechnik und wissenschaftlichen Forschung. Er gilt als Vater der Kriminalgeographie, deren Grundthesen heute die Basis von Predictive Policing bilden. Auch das aktuelle Projekt „Polizei 2020“ geht auf viele seiner Überlegungen zurück.
Wer innovativ sein will, muss streitbar sein! Und das war Dr. Herold, aber sachlich und fachlich überzeugend! So legte er die Schwächen der Kriminalitätsstatistik offen und forderte für eine verzerrungsfreie Kriminalitätsmessung einen elektronischen Informationsverbund zwischen Polizei und Justiz mit der dort geführten Verurteiltenstatistik. Dass er sich mit solchen Forderungen vor allem bei der Justiz nicht nur Freunde schuf, wurde auch in der Terrorismusfahndung offenkundig. Unbeirrt setzte sich Dr. Herold mit Vehemenz für seine Ziele und seine Mitarbeiter ein, was seine Wertschätzung weiter erhöhte. Schließlich führten 1981 Differenzen mit seinem obersten Dienstherrn, Bundesinnenminister Gerhart Baum, zu der seiner Persönlichkeit entsprechenden Konsequenz. Er reichte seinen Rücktritt ein und zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Ein herber und viel zu früher Verlust für die Innere Sicherheit, für die Polizei, vor allem für das Bundeskriminalamt.
Verlag und Redaktion der KRIMINALISTIK verabschieden sich endgültig von einem ihrer prägendsten Autoren. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Bernd Fuchs, Chefredakteur
(Foto: BKA)


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

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