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Wissenschaftliche Kriminalistik

 

Editorial der Ausgabe Februar 2019



Verehrte Leserinnen und Leser,

eigentlich bringe die Kriminalistik alles zur Begründung einer eigenständigen Wissenschaft mit sich, konstatiert Dr. André Schulz in seiner aktuellen Bestandsaufnahme. Sie kranke aber derzeit immer noch daran, dass sie aufgrund fehlender Lehrstühle keine „Heimat“, keine systematische Theorie und keine Grundlagenforschung besitze. Ein Blick in die Geschichte zeigt leider einen Trend zur Rückentwicklung. 1945 entstand an der Humboldt-Universität in Berlin ein Institut für Kriminalistik und 1952 eine eigene Fachrichtung Kriminalistik an der dortigen juristischen Fakultät. Der Hochschulstudiengang mit dem Abschluss „Diplom-Kriminalist“ fiel „mangels Bedarf“ der Wiedervereinigung zum Opfer. Kriminalistik wurde nach alter Väter Sitte als Erfahrungswissen von Polizeipraktikern in der Aus- und Fortbildung vermittelt und es gab keinen ernsthaften Versuch, Kriminalistik als eigenständiges Hochschulstudium (wieder) einzuführen. Die Entwicklung der Kriminalität und neue Begehungsformen lassen den Ansatz „Polizisten lernen von Polizisten, was Polizisten von Polizisten gelernt haben“ als nicht mehr zeitgemäß und zielführend erscheinen. Längst überfällig ist daher die konsequente Einführung neuer Studiengänge zur besseren Qualifizierung für die Arbeit der Kriminalpolizei bei den Fachhochschulen und eines Masterstudienganges „Kriminalistik“ an der Deutschen Hochschule der Polizei.


Um Fehler in Ermittlungsverfahren zu vermeiden, bedarf es konkreter Kontrollmechanismen und einer Standardisierung der Ermittlungen. Darüber hinaus braucht es eines richtigen Umgangs mit Fehlern, einer angemessenen Fehlerkultur. Diese Folgerungen lassen sich aus dem Aufsatz von Prof. Dr. Cornelia Dowling und Prof. Thomas Gundlach über Urteilsheuristiken und -verzerrungen ableiten. Dass Fehlerquellen in der kriminalistischen Ausbildung umfassend thematisiert werden sollten, muss ebenso unstrittig sein wie die daraus abzuleitende Konsequenz, dass dies eigentlich nur im wissenschaftlichen Kontext erfolgreich sein kann.


Die Ergebnisse von Fallanalysen/Täterprofilen bei Tötungsdelikten werden umfassend von Anja Beuster und Christiane Schaser evaluiert. Es überrascht nicht, dass die Dienststellen der Operativen Fallanalyse (OFA) insgesamt sehr hohe Trefferquoten aufweisen und die Effektivität der Methode ungemein bestärken. Mit Beschwerden gegen Polizeibeamte und Anzeigen wegen Körperverletzung im Amt hat Dr. Johannes Luff spannungsgeladene Interaktionen mit dem Bürger in Bayern analysiert und eskalierende und deeskalierende Faktoren in der Auseinandersetzung herausgearbeitet. Potential für gesteigerte Zufriedenheit bei Petenten sieht er in verkürzter Bearbeitungszeit und in persönlichen Gesprächen.


Dem Enkeltrickbetrug und anderen perfiden Betrugsarten durch organisierte Callcenter widmet sich Vera Müller. Einen umfassenden Einblick in dieses sich rasant entwickelnden Kriminalitätsphänomen gewährt auch Jeannine Cibis. Die aktuellen Entwicklungen im weltweiten Kampf gegen die Todesstrafe und religiöse, kriminologische und kriminalpolitische Aspekte der Todesstrafe sind Gegenstand des Aufsatzes von Prof. em. Dr. Arthur Kreuzer. 70 Jahre nach der Erklärung ihrer Abschaffung im Grundgesetz sollten diejenigen endgültig verstummen, die bei jedem grausamen Verbrechen nicht müde werden, nach dieser barbarischen wie grausamen Strafe zu schreien.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

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