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Vorhersagende Polizeiarbeit

 

Editorial der Ausgabe Juni 2018



Verehrte Leserinnen und Leser,

unter dem besser bekannten Anglizismus „Predictive Policing“ werden wissenschaftliche Methoden verstanden, um die Wahrscheinlichkeit zukünftig zu erwartender Straftaten zu berechnen und vorauszusagen. Kriminalistischer Spürsinn soll valide ergänzt werden, um Delikte zu verhindern und Ermittlungs- und Fahndungsressourcen zielgerichet(er) einsetzen zu können. Blicke in die Zukunft basieren auf der Analyse und Interpretation polizeilicher Falldaten, Sonderauswertungen und Statistiken. Eine Fülle von kriminologischen und sozialwissenschaftlichen Hypothesen und Theorien bilden die Grundlage für Algorithmen und unterstützende Software-Lösungen wie PRECOBS. Speziell im Deliktsbereich Wohnungseinbruch liegen mittlerweile Forschungsergebnisse vor, die durchaus positive Ansätze erkennen lassen, aber auch kritisch vor zu hohen Erwartungen warnen. Eine wesentliche wissenschaftliche Grundüberlegung ist die Theorie der Near-Repeat-Victimisation. So gilt es generell als gesichert, dass gerade Einbrecher häufig erneut und zeitnah in dieselben Objekte mit gleichem Modus Operandi eindringen. Oliver Suckow befasst sich im nebenstehenden Aufsatz mit dieser Thematik. Während bisherige Studien eher urbane Strukturen betrachten, setzt er den Fokus auf ländliche Regionen. Nach seiner Einschätzung müssen Near-Repeat-Berechnungen dort deutlich kleinteiliger und detaillierter hinsichtlich der räumlichen und zeitlichen Intervalle erfolgen. Tatwiederholungswahrscheinlichkeiten reduzieren sich bereits nach 24 Stunden drastisch. Solange aber allein die polizeiliche Erfassung der Taten deutlich länger dauert, sind bestimmte Predictive Policing-Lösungen für den operativen Einsatz vor allem im ländlichen Bereich sehr limitiert. Hinzu kommen starre Algorithmen und Vorfilter. Der Autor geht konkret davon aus, dass über 90 Prozent der Fläche Niedersachsens nicht mit ihnen arbeiten kann.

Gegenstand, wissenschaftstheoretische Basis und die Verortung der Kriminalistik stehen im Mittelpunkt des Beitrages von Michael Capellmann. Auch mit den Fragen zum Berufsbild des „Kriminalisten“ und einer (einheitlichen) Ausbildung greift er Kernprobleme auf, die allein angesichts ständig neuer Spezialisierungserfordernisse in der Diskussion bleiben müssen. Möglichkeiten und Mythen kriminaltechnischer und rechtsmedizinischer Untersuchungen beschreiben Dr. Heiko Artkämper und Gerrit Artkämper. Dieser Aufsatz stellt den Auftakt einer periodischen Rubrik dar, in der regelmäßig über aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich berichtet wird. Adressat ist nicht der Spezialist, sondern der „normale Ermittler“.

Ein herzliches „grüezi mitenand“ in die Schweiz! Verlag und Redaktion freuen sich sehr, dass die KRIMINALISTIK SCHWEIZ nach einigen Monaten Vakanz neu aufgestellt ist. Das Bundesamt für Polizei (fedpol) in Bern wird gewährleisten, dass die wertvollen Fachbeiträge für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis aus unserem Nachbarland nahtlos ihre Fortsetzung finden.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.

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