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Von der EDV zur IT



Verehrte Leserinnen und Leser,

am 21. Oktober feierte Dr. Horst Herold seinen 95. Geburtstag. Die Kriminalistik gratuliert dem langjährigen Präsidenten des Bundeskriminalamtes sehr herzlich. Der promovierte Jurist wirkte als Staatsanwalt, später als Nürnberger Kripochef und Polizeipräsident. Vor seinem Wechsel nach Wiesbaden im Jahre 1971 war er drei Jahre lang Mitglied der Reformkommission zur Arbeit des Bundeskriminalamtes. Dem Visionär Herold haben nicht nur das BKA, sondern auch die Polizeien der Länder intensive Modernisierungsprozesse, vor allem aber auch eine personelle Aufstockung und technische Innovationen zu verdanken. 1968 stellte er eine Untersuchung über die Beziehung von Raum und Kriminalität vor und bereitete so den Weg zu einer neuen „Kriminalgeographie“. Mit Hilfe der elektronischen Datenverarbeitung sollten auch Unterlagen für den Aufbau einer modernen Polizeiorganisation nach rationalen Gesichtspunkten beschaffen werden. Herold ging sogar soweit, dass „der Gesamtzusammenhang der zur Verfügung stehenden Daten auch zugleich eine annähernde Vorausberechnung künftiger Kriminalitätsentwicklung zulassen“ und damit eine eine effizientere Einsatzplanung und Dienstzeitgestaltung ermöglichen wird. „Predictive Policing“ war zwar noch nicht als Begriff, aber schon als Zukunftsvision geboren.

Mit „Organisatorische Grundzüge der elektronischen Datenverarbeitung im Bereich der Polizei“ überschrieb Herold einen 1968 erschienenen Aufsatz. Peter Fuchs versucht unter dem gleichen Titel eine Zwischenbilanz nach einem halben Jahrhundert. Diese fällt in weiten Teilen ernüchternd aus. Angesichts der Dateienvielfalt in unserer föderativen Struktur setzt man derzeit auf das Konzept „Polizei 2020“, nach dem „Beamte vor Ort“ relevante Informationen im „Datenhaus der Deutschen Polizei“ speichern, um sie so allen für den Datenzugriff Befugten zentral zur Verfügung zu stellen. Der Autor hält Folgerungen Herolds aus 1968 für immer noch zutreffend, aber leider überwiegend nicht umgesetzt, und nimmt notwendige Ergänzungen vor. Als Fazit bleibt die unbefriedigende Feststellung, dass sich unsere Infrastruktur und die Möglichkeiten der Datennutzung nicht weiter, sondern zurückentwickelt haben.

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist mittlerweile in allen Parlamenten vertreten, obwohl rechtsextremistische Strömungen zunehmend die Partei dominieren. Dr. Astrid Bötticher, Prof. Dr. Christoph Kopke und Alexander Lorenz beschäftigen sich mit der Frage eines Verbotes anhand von Kriterien der Verfassungswidrigkeit (S. 717-720). Sie kommen auch vor dem Hintergrund der hohen Hürden früherer Parteiverbotsverfahren zu der kaum überraschenden Erkenntnis, dass der Gang nach Karlsruhe derzeit wenig ratsam sei und eine (politische) Auseinandersetzung nicht ersetze. Die Kunst der „guten“ Vernehmung ist Gegenstand einer Bestandsaufnahme von Patrick Niegisch und Dr. Markus Thielgen. Dr. Ursula Gasch sieht in der Traumatherapie eine potenzielle Fehlerquelle bei der Tatsachenfeststellung im Strafverfahren, z.B. bei Vernehmungen. Mit dem wissenschaftlichen Spektrum der Forensischen Linguistik befasst sich Dr. Ulrike Tabbert, und Marco Mayer geht der Frage nach, ob es bei verdeckten Ermittlungen dem Beschuldigten bekanntgegeben werden muss, wenn der Ermittlungsrichter die Anordnung ablehnt.

Verlag und Redaktion wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

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