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Unsicherheit – nur gefühlt?

 

Editorial der Ausgabe Dezember 2019


Verehrte Leserinnen und Leser,

drei Jahre sind seit dem islamistischen Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz vergangen. Trotz latenter Gefahren nimmt der Zulauf zu Veranstaltungen im öffentlichen Raum wieder zu, auch aufgrund der menschlichen Fähigkeit, Ängste zu verdrängen. Polizeipräsenz und andere Sicherungsmaßnahmen werden wahrgenommen, mehr aber auch nicht. Martialische Betonklötze und überdimensionierte Blumenkübel sind kleiner geworden, mitunter so klein, dass sie kein Fahrzeug und erst recht keinen schweren LKW wirklich aufhalten könnten. Ein Verantwortlicher, darauf angesprochen, gab meinen Bedenken völlig recht, fügte aber belehrend hinzu, es gehe ja nur um das Sicherheitsgefühl und um die Absicherung seiner Behörde, falls doch etwas passiert. Eine wichtige Erkenntnis konnte dennoch aus dem Gespräch gewonnen werden: Das Sicherheitsgefühl hat sich als wichtiger Faktor für Lebensqualität weiter etabliert.

Dass die Wahrnehmung von Kriminalität und Unsicherheit schon länger Forschungsgegenstand und Grundlage für Präventionsmaßnahmen bildet, belegt eine Vielzahl von Studien auf örtlicher, regionaler oder bundesweiter Ebene in Deutschland seit den 1970er Jahren. Stellvertretend seien die drei Bochumer Untersuchungen von Hans-Dieter Schwind (1978/1989/2001) genannt und die Fortsetzung 2016 durch die nächste Forscher-Generation von Dr. Jan-Volker Schwind, der über seine Ergebnisse berichtet. Das subjektive Sicherheitsempfinden in Mecklenburg- Vorpommern wurde letztmalig 2018 im Rahmen der Dunkelfeldforschung untersucht. Prof. Dr. Rita Bley kann konstatieren, dass es dort seit 2014 weiter gestiegen ist und sich auf einem guten Stand befindet. Den derzeit wohl umfassendsten und aktuellsten Überblick über Opfererfahrungen, kriminalitätsbezogene Einstellungen und Wahrnehmung von Unsicherheit und Kriminalität bietet der Deutsche Viktimisierungssurvey 2017. Die Mediale Kriminalberichterstattung und ihre Auswirkung auf die individuelle Prävention untersuchten Karsten Lauber und Prof. Dr. Kurt Mühler am Beispiel des Wohungseinbruchs. Dabei rücken natürlich auch Aspekte des Sicherheitsempfindens mit in den Fokus, wenngleich sie für ein angsterzeugendes Phänomen skandalisierender Medienberichte keinen Hinweis finden konnten.

Vor 40 Jahren wurde die Kriminologische Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei (KFG) eingerichtet. Sie war die praktische Konsequenz für Überlegungen, auf welche Weise Kriminalphänomene und Tätergruppen empirisch analysiert werden können und die polizeiliche Verbrechensbekämpfung noch effizienter gestaltet werden kann. Die Leiter der KFG, Dr. Johannes Luff und Dr. Figen Özsöz, berichten über das Fachsymposium aus Anlass des Jubiläums. Die bayerischen Erfahrungen und weitere Etablierung polizeiinterner kriminologischer Forschung belegen deren Notwendigkeit und Relevanz für die Praxis. Spannend war auch der Vortrag von Dr. Holger Plank mit seiner Fragestellung nach der Kriminologie als sicherheitspolitische Ratgeberin.

Zur Stärkung der zivilen Dimension der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU bildet der Zivilgüterschutz eine neue Schwerpunktaufgabe, u. a. für die European Union Advisory Mission to Iraq – EUAM Iraq). Deren Leiter Dr. Markus Ritter beschreibt eindrucksvoll die Notwendigkeit und die Maßnahmen einer behörden- und länderübergreifenden Zusammenarbeit zur Rettung des kulturellen Erbes des Zweistromlandes. Eine sinn- und ehrenvolle Erweiterung des Aufgabenfeldes internationaler Polizeimissionen!

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2020

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