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Transatlantische Zusammenarbeit

 

Editorial der Ausgabe Juli 2018

 

Verehrte Leserinnen und Leser,

es bedarf keiner ausgeprägten Analysefähigkeit um zu erkennen, dass sich das politische Verhältnis zwischen den USA und Europa, speziell Deutschland, in einer tiefen Krise befindet. Bis zur Amtsübernahme von Donald Trump am 20. Januar 2017 war die transatlantische Ehe ein Selbstläufer, harmonisch und nahezu frei von Dissens. Seither folgt ein Eklat dem anderen und es sei schon viel „erodiert“, worum man sich kümmern müsse, wie es der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Peter Beyer, sieht. Wie wichtig ein gutes Verhältnis zu den USA ist und wie abhängig wir davon zumindest im Sicherheitsbereich sind, wurde dieser Tage wieder offenkundig. Der Hinweis auf den Tunesier in Köln, der eine Bombe mit hochgiftigem Rizin herstellte, kam wohl einmal mehr von US-amerikanischen Geheimdiensten. Dass die USA damit permanent bei uns Versäumnisse kompensieren und Menschenleben retten, sollte mehr als eine Randnotiz wert sein.


Auch in vielen anderen Bereichen funktioniert die Zusammenarbeit über den Atlantik. Allein 35.000 Hinweise auf mögliche strafbare Handlungen im Bereich Kinderpornografie in Deutschland kamen von der Nichtregierungsorganisation National Centre for Missing and Exploited Children (NCMEC), die eng mit Internet- und Serviceprovidern zusammenarbeitet. Mittels modernsten Filtertechnologien werden die dort verbreiteten Daten nach Missbrauchsabbildungen gescannt. Doch was geschieht in Deutschland? 8.400 mitgeteilte Fälle können mangels Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung erst gar nicht weiterverfolgt und aufgeklärt werden, wie Zahlen des Bundeskriminalamts zeigen. Diese Form des Tatenschutzes ist beschämend und konterkariert den Rechtsstaat.


Sechs Westbalkanstaaten klopfen an die Tür der EU. In Hinblick auf die nötigen Reformen wird 2025 als Beitrittsjahr in Aussicht gestellt. Zu den Kandidaten zählen auch Albanien und das Kosovo. Wie gefährlich solche politische Blauäugigkeit ist, belegen nicht nur US-amerikanische Geheimdienstberichte, sondern auch Wissenschaftler in zwei Aufsätzen. Prof. Dr. Kolë Krasniqi beschreibt die latente Gefahr für die nationale und internationale Sicherheit durch die spezielle und intensive Ausprägung des islamistischen Extremismus in der Republik Kosovo. Prof. Dr. Arthur Hartmann, Dr. Trygve Ben Holland und Sarah Holland berichten über ein von der EU finanziertes Forschungsprojekt und belegen eindeutig neben einer stark ausgeprägten informellen Ökonomie sogar zweckgebundene Kooperationen mafiöser und terroristischer Akteure.


Prof. Dr. Britta Bannenberg erstellte im Auftrag des Bayerischen Landeskriminalamtes ein umfangreiches Gutachten über die Tat des David (Ali) Sonboly, der am 22. Juli 2016 in München in wenigen Minuten neun Menschen tötete und zahlreiche weitere zum Teil schwer verletzte. In dieser Ausgabe der Kriminalistik werden erstmals die wesentlichen Ergebnisse veröffentlicht. Die Gutachterin kommt in ihrer kriminologischen Betrachtung zu dem eindeutigen Ergebnis, dass es sich um eine Amoktat handelte: Ihn zu einem Rechtsterroristen erklären zu wollen (wie Florian Hartleb, Kriminalistik 12/17), werde der Tat und der Persönlichkeit nicht gerecht und verstelle den Blick für das Phänomen. An sich ist der Streit müßig, denn die Begriffe Amok und Terrorismus sind weniger juristisch, sondern kriminologisch relevant. Ganz und gar nicht hilfreich bei der Aufbereitung der Tat sind aber vor allem die einseitige Sicht durch die ideologische Brille oder gar „verschwörungstheoretische“ Unterstellungen der Presse.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



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Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

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