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Prügelknabe Polizei

 

Editorial der Ausgabe September 2017


Verehrte Leserinnen und Leser,

wer für das Recht und die Einhaltung der Gesetze verantwortlich ist, schafft sich „natürliche“ Feinde bei Kriminellen, Extremisten und Sonstigen, die sich außerhalb unserer Rechts- und Gesellschaftsordnung stellen. Damit kann die Polizei nicht nur leben, sondern sie darf es sogar als Auszeichnung empfinden, auch dann, wenn sie von bestimmten Politikern regelmäßig zum Sündenbock erklärt wird. Dass vor allem Linke und Grüne ein gestörtes Verhältnis zur Polizei haben und gerne von der Verantwortung ihres Klientels ablenken wollen, zeigte sich zuletzt an den Gewalttaten und Plünderungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. Unterstützung finden sie bei bestimmten Medien und deren Interpretation der Wahrheit. So berichtet DER SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 26. August über die „Schlacht nach der Schlacht“ um das Ringen über Deutungshoheit und die Frage, wer die Schuld trägt. Der Untertitel: „Bei einem einzigen Einsatz der Polizei wurden 14 Aktivisten zum Teil schwer verletzt“ lässt erahnen, wie einseitig tendenziös argumentiert wird. Verletzte Polizeibeamte werden nicht erwähnt und Gewalttäter sind generell nur „Aktivisten“, die ein wenig „zivilen Ungehorsam“ zeigen wollten. Trends und Besonderheiten links motivierter Gewaltdelikte, die rechten in nichts nachstehen, sind Inhalt einer Untersuchung von Matthias Mletzko. Dass das physische wie verbale Einprügeln auf die Polizei Methode wird, zeigt auch die zunehmende Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft im Alltag.

In der gleichen Ausgabe vergleicht DER SPIEGEL islamistische Täter und RAF-Terroristen. Unterschiedliche Motive werden eingeräumt, aber die Radikalisierung verlaufe ähnlich. Die Autoren ignorieren in ihren gewagten Thesen schon allein die wissenschaftlich belegte Erkenntnis, dass es die Radikalisierung gerade bei den Islamisten nicht gibt. Laut SPIEGEL weisen die Amris, Abouyaaqoubs, Baaders und Genossen, in ihren Biografien eine Gemeinsamkeit auf: Sie wurden gedemütigt! Der Kriminologe Fritz Sack wird mit seiner RAF-Studie bemüht und zitiert, schon in der Studentenbewegung der Sechziger Jahre habe die Interaktion der Polizei mit den Protestierenden die „Bedingungen des endgültigen Schritts in die Gewalt“ eher begünstigt als beseitigt. Andere Forscher hätten zudem herausgefunden, dass die meisten späteren Terroristen von Polizisten zusammengeschlagen worden waren, heißt es weiter. Also wieder die ebenso einfache wie populistische Deutung: Der prügelnde Knabe Polizei ist schuld, dass sie zu Mördern werden!

Politische Arroganz, Selbstherrlichkeit und Menschenverachtung sind einige übereinstimmende Ursachen für Gräueltaten der RAF, des NSU und der Islamisten. Die jihadistischen Anschläge nehmen in unserer westlichen Gesellschaft stetig zu. Sie erreichen qualitativ eine neue Bedrohungsdimension für Rettungskräfte, Polizei und Krankenhäuser und führen zu einem Massenanfall von Verletzten mit typischen Kriegsverletzungen. Wie wenig wir auf solche Schreckensszenarien eingerichtet sind, zeigen Dr. Stefan Goertz und Prof. Dr. Benedikt Friemert auf. Umso mehr kommt es darauf an, einen möglichst breiten Schutzschirm vor terroristischer Bedrohung aufzubauen. Dazu gehört auch die Nutzung erweiterter DNA-Analysen, deren Chancen Andreas Stenger beschreibt. Nur so konnten brutale Mordfälle in Freiburg aufgeklärt und womöglich weitere verhindert werden. Selbstverständlich rein hypothetisch bleibt die Frage, zu wie vielen Anschlägen die RAF mit dem heutigen Stand der Forensik im Stande gewesen wäre. Es lohnt sich aber zumindest darüber nachzudenken, vor allem für die Gegner einer Ausweitung.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 70. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.

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