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Prävention statt Reparaturmodus


Verehrte Leserinnen und Leser,

eine neue Rekordzahl von über 3.000 Teilnehmern und mehr als 600 Referenten und Institutionen diskutierten auf dem 24. Deutschen Präventionstag am 20. und 21. Mai 2019 in Berlin und leisteten einen eindrucksvollen Beitrag für eine Stärkung gesamtgesellschaftlicher Präventionsstrategien. Die Kongressverantwortlichen Dr. Claudia Heinzelmann, Erich Marks und Dr. Malte Strathmeier fassen die wegweisenden Ergebnisse zusammen. Präventionsforschung und Präventionspraxis liefern uns eindeutige empirische Daten und Erfahrungen über erfolgreiches (kriminal-)präventives Handeln, so die Autoren. Unstrittig ist auch, dass präzise ausgewählte Maßnahmen und gutimplementierte Programme enorme Kosten im Reparaturmodus ersparen. Unter dem Schwerpunktthema „Prävention & Demokratieförderung“ befassten sich Referenten und Aussteller mit Strategien zur Verhinderung von Radikalisierungsprozessen und Aussteigerprogrammen, ganz überwiegend in den Bereichen Rechtsextremismus und Islamismus.

Die Verhinderung und Aufklärung von Straftaten ist ohne Wissen über Hintergründe und Entstehungsbedingungen ein ziemlich planloses Herumstochern im Nebel. Empirisch gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse sind unverzichtbar für eine erfolgreiche Präventions- und Ermittlungsarbeit und damit auch für die Fachzeitschrift Kriminalistik. Exemplarisch darf auf einige Fragestellungen in dieser Ausgabe verwiesen werden. Dr. Michail Logvinov fasst den Forschungsstand zur Psychopathologie extremistischer Gewaltstraftäter zusammen. Auch wenn man angesichts der menschenverachtenden Brutalität schnell zu dem Ergebnis kommen mag, die Täter seien doch nicht ganz „Richtig im Kopf“, sehen Gerichte in aller Regel keine verminderte Schuldfähigkeit. Insofern „macht man es sich zu leicht, wenn man bei der Anomalität ansetzt und bei der Feststellung krankhafter Persönlichkeitseigenschaften stehenbleibt.“ Der Autor zitiert aus Forschungsergebnissen von 1982 im Zusammenhang mit der Baader-Meinhof-Bande, wo es weiter heißt, dass „eine Psychopathologie terroristischen Handelns, die das versucht, sicher nicht überflüssig sei, aber bislang nicht viel erbracht habe.“ Auch fast vierzig Jahre später, bei ganz anderen Terrorismusformen, hat sich an dieser Einschätzung wenig geändert.

Gewaltdelikte mit sexuellem Hintergrund haben nicht nur für Opfer schwerwiegende Folgen, sondern auch für Täter, insbesondere wenn sie vorgetäuscht sind. Dr. Axel Uhrig und Prof. Dr. Dr. Ingo Wirth stellen fest, dass fälschlicherweise angezeigte Vergewaltigungen durch Fremdtäter ein erheblicher und kompliziert aufzuklärender Teil der kriminalpolizeilichen Realität sind, die Forschungslage aber widersprüchlich und häufig empirisch nicht begründet ist. Schließlich befassen sich Prof. Dr. Dirk Baier, Maria Kamenowski, Dr. Patrick Manzoni und Prof. Dr. Sandrine Haymoz mit „Toxischer Männlichkeit“, den Folgen gewaltlegitimierender Männlichkeitsnormen, auf der Basis von Befragungen in der Schweiz. Das Ergebnis, dass reaktive Gewaltnormen und mit Gewalt assoziierte Männlichkeitsnormen weit verbreitet sind, überrascht wenig. Steuerausfälle in Milliardenhöhe verursachten Cum-Ex-Geschäfte. Dr. Matthias Gehm beschreibt diese Form der Steuerhinterziehung, die mittlerweile zu einer Ausweitung strafrechtlicher Ermittlungen gegen Bankvorstände geführt hat. Ernst Hunsicker fasst die Möglichkeiten der Unterstützung von Gefahrenabwehr und Ermittlungen aus der Luft zusammen und gibt einen Überblick über Wärmebild- bzw. Infrarotaufnahmen sowie das GPS.

Verlag und Redaktion wünschen unseren Lesern eine spannende Lektüre und eine erholsame Urlaubszeit!

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2019

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