Alle Treffer anzeigen
Dieses Fenster schließen
Die übermittelte IP-Adresse ist unbekannt.

Patient Meinungsfreiheit

 

Editorial der Ausgabe November 2019



Verehrte Leserinnen und Leser,

die neueste Shell-Jugendstudie, die Mitte Oktober veröffentlicht wurde, erschreckte viele, vor allem jene, die die lautstarke „Fridays for Future“-Bewegung und die gewaltbereite „Extinction Rebellion“ als Maß aller Dinge bei jungen Menschen sehen. Besonders die Antwort auf eine Frage passt so gar nicht in deren Weltbild. 68 Prozent der 2572 repräsentativ Befragten im Alter von 12 bis 25 Jahren stimmten voll, ganz oder eher der Aussage zu: „In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen, ohne gleich als Rassist beschimpft zu werden.“ Das Empfinden einer massiven Einschränkung der Meinungsfreiheit bleibt also nicht nur auf PEGIDA oder andere am rechten Flügel beschränkt, sondern hat über zwei Drittel unserer jungen Menschen erfasst. Es sollte ernst genommen und nicht nur mit „Populismusaffinität“ erklärt werden. Nach einer Allensbach-Studie sind 78 Prozent aller Deutschen insgesamt mit Äußerungen zu vielen Themen vorsichtig. Dass Zurückhaltung nicht unbegründet ist, mussten Bernd Lucke, Lothar de Maizière und Christian Lindner in Form von Gewalt, Auftritts- und Redeverboten hautnah erfahren. Meinungsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre gelten bei Extremisten und der linken Mitte eben nur, solange sie mit dem eigenen Weltbild übereinstimmen.

Ein seit über zehn Jahren etabliertes und in mehreren Auflagen im Verlag Deutsche Polizeiliteratur erschienenes Kriminologie-Lehrbuch von Horst Clages und Ines Zeitler fehlt seit einigen Wochen im Verkauf und in den Regalen einiger Fachhochschulen der Polizei. Grund dafür ist ein Anfang September in der Illustrierten „Stern“ und auf deren Internetseite erschienene Publikation. Die Reporterin wirft den Autoren „NS-Sprech in Polizei-Lehrbuch“ vor, „ohne Begriffe und Theorien von ‚Experten‘, die in der NS-Zeit eine fragwürdige Rolle gespielt haben, hinreichend einzuordnen“. Abgesehen davon, dass das Lehrbuch sicherlich mehrere Lektoratsverfahren unbeanstandet durchlaufen hat, wäre es fair gewesen, die Autoren darauf hinzuweisen und ihnen bei einer Neuauflage die Möglichkeit einer hinreichenden Einordnung zu geben. Aber darum ging es der Reporterin mit ihrer Interpretation von Zusammenhängen wohl gar nicht. Reinhard Mokros äußert sich in seinem Aufsatz zum Zeitschriftenartikel und zur Resonanz darauf. Er gibt damit auch manchen Dozentenkollegen eine Stimme, die zu den 78 Prozent gehören, die sich aus Vorsichtsgründen lieber mit ihrer Meinung zurückhalten.

Mit den rasanten technologischen Entwicklungen und den damit verbundenen Herausforderungen für die Sicherheitsbehörden befassen sich drei junge Autoren. Martin Hoch widmet sich dem Internet der Dinge und Felix Horn der Entsperrung biometrischer Sicherungen bei mobilen Endgeräten. Die Social Media als Teil der Öffentlichkeitsarbeit von Polizeibehörden sind Gegenstand des Aufsatzes von Franziska Voigtländer. Gefahrenprognosen und die Effektivierung des Opferschutzes bei häuslicher Gewalt nach der Änderung des Polizeigesetzes NRW erörtern Laura Gammon und Prof. Dr. Martin Klein. Rund zwei Prozent aller stationär aufgenommenen Patienten sterben im Krankenhaus. Prof. Dr. Burkhard Madea, Dr. Elke Doberentz und Prof. Dr. Lukas Radbruch sehen eine Verbesserung des Qualitätsniveaus bei der Leichenschau und dem Ausfüllen der Todesbescheinigung als gemeinsame ärztliche Aufgabe an. Die Untersuchungshaft und die Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften sind die Themen von Dr. Birger Antholz und Dr. Manfred Reuter. Dem Phänomen Loverboy in der Schweiz widmen sich Prof. Dr. Dirk Baier, Irene Hirzel und Dr. Achim Hättich. Zwei spannende kriminalgeschichtliche Beiträge runden diese Ausgabe der Kriminalistik ab.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2019

KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2019

KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2019