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Mutigere Politik für den Rechtsstaat

 

Editorial der Ausgabe Januar 2018


Verehrte Leserinnen und Leser,

bei einem vorweihnachtlichen Bucheinkauf legte mir die freundliche Dame an der Kasse ein Lesezeichen mit einem kurzen Aphorismus bei, der nachdenklich stimmt: Wer seine Ansprüche aufgibt, schränkt sein Sichtfeld ein. Bürgerinnen und Bürger haben einen aus der Verfassung abzuleitenden Anspruch auf staatlichen Schutz und Gewährleistung von Sicherheit, den sie auch vehement einfordern und nicht einschränken wollen. Der eigene Anspruch von Politikern und Sicherheitsbehörden müsste es folglich sein, diese Erwartungshaltung möglichst umfassend zu erfüllen. Nicht nur auf politischer Ebene erleben wir leider in sehr vielen Bereichen eine regelrechte Aufgabe der eigenen und fremden Ansprüche. Geschieht ein solcher Selbstbetrug aus Angst vor Komplexität, Überforderung oder aus Resignation? Ist ein eingeschränktes Sichtfeld im Sinne des Zitats Folge eines Wirklichkeitsverlustes oder gezielte Methode? Es gibt genügend traurige Beispiele von „Staatsversagen“, die aber nach eigenem Anspruch nie die Politik, sondern immer nur Behörden und die Polizei zu verantworten haben.

Die Aufgabe von Ansprüchen als wohl strategische Methode des Versagens bei einer besonderen Herausforderung spiegelt sich in einem Leitkommentar von Daniel Deckers in der Frankfurter Allgemeinen vom 29. Dezember wider. Unter der Überschrift „Wehrhafte Demokratie?“ schließt er: „...Wenn die deutsche Demokratie sich bei der Einhegung der physischen Sicherheitsrisiken, die mit der Einwanderung junger Männer aus anderen, nicht selten gewaltaffinen Kulturkreisen einhergehen, nicht als wehrhaft erweist, dann dürfte sich jede Debatte über soziale Risiken, Integration oder kulturelle Identität erübrigen. Dann ginge es um Staatsversagen im elementaren Sinn.“ Die pfälzische Gemeinde Kandel erweitert nunmehr die traurige Bluttatenliste der UMA. Gerade bei dieser Risikogruppe will man augenscheinlich so gut wie gar nichts wissen über Anzahl, Herkunft, Fluchtgründe, Reisewege, Alter, wahre Identität, Aufenthaltsorte, Verbleib und vieles mehr. Es könnte sich ja Handlungsbedarf ergeben. Die Bürgerinnen und Bürger kennen rhetorische Akrobatik und falschen Aktionismus zur Genüge. Sie erwarten stattdessen eine mutigere Politik zum Erhalt und teilweise leider auch zu oft zur Wiederherstellung eines wehrhaften Rechtsstaates.

Traditionell beginnen wir die Januar-Ausgabe mit einem Bericht über die Herbsttagung des Bundeskriminalamtes. Gerhard Flach und Niklas Reck stellen die wesentlichen Ergebnisse vor. Während sonst in der Regel konkrete Kriminalitätsphänomene im Vordergrund standen, ging es diesmal allgemeiner um Herausforderungen und Zukunftsstrategien einer Polizei im Umbruch. Thematisch spezieller wird es in zwei Aufsätzen über Kryptowährungen, die derzeit stark in das öffentliche Bewusstsein gerückt sind. Andreas Eugster schildert grundlegend und umfassend Funktionsweise und künftige Herausforderungen von Bitcoins für Ermittlungsbehörden, Dr. Dr. Fabian Teichmann beleuchtet speziell ihre Bedeutung für die Terrorismusfinanzierung.

Verbunden mit der Hoffnung auf weniger Gewalt in der Welt und in unserer Gesellschaft, auf die Überwindung von Trennendem und mehr friedlichem Miteinander wünschen Ihnen Verlag und Redaktion ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr 2018.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur



KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.

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