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Mehr Intoleranz gegen Intolerante

 

Editorial der Ausgabe Januar 2019



„Die Toleranz ist nicht grenzenlos. Sie findet ihre Grenze, vielleicht ihre einzige Grenze, in der etwaigen Intoleranz des anderen.“ (Helmut Schmidt)

 

Verehrte Leserinnen und Leser,

 

der Jahreswechsel ist stets willkommener Anlass für Rück- und Ausblicke. So nutzt auch die Politik dieses Podium für Ansprachen und Botschaften. Leider zu wenig differenzierend und umso mehr pauschalisierend wird regelmäßig zu Toleranz aufgerufen. Der Appell findet sich auch in Reden der Bundeskanzlerin. Alle Bürger müssten sich gemeinsam für Offenheit, Toleranz und Respekt einsetzen, verkündet sie in der diesjährigen Neujahrsansprache. Doch was ist mit den Intoleranten, die sich außerhalb unserer Gesellschafft stellen und unsere Werte mit Füßen treten? Toleranz im Verständnis Helmut Schmidts ist nicht grenzenlos und es stellt sich die Frage, wo die Grenzen des zumutbaren Ertragens, Aushaltens und Erduldens zu ziehen sind. Diese negative Konnotation des Begriffs aus dem lateinischen Ursprung des Wortes sollte nicht verdrängt werden. Toleranz wird von den Intoleranten als Schwäche gesehen und skrupellos ausgenutzt. Die konsequente Antwort unserer Wertegemeinschaft kann daher nur lauten: Mehr Intoleranz gegen Intoleranz zeigen und weniger Ertragen, Aushalten und Erdulden einfordern!


Die Diskussion über die Frage, wieviel Kriminalität im Kontext der Zuwanderung tolerierbar ist oder treffender formuliert ertragen werden muss, spaltet die Gesellschaft. Arnold Wieczorek und Katharina Lorey prüfen die Schlussfolgerungen aus der PKS bei der schweren Gewaltkriminalität. Ihre Ergebnisse bestätigen den derzeitigen Kenntnisstand, dass nur ein sehr geringer Teil der Zuwanderer hier auffällig wird. Sie zeigen aber auch auf, dass diese Minderheit für einen überproportionalen Anteil an der Gesamtheit der schweren Gewaltstraftaten verantwortlich ist. Prof. Dr. Britta Bannenberg, Christian Eifert und Frederik Herden erweitern mit ihrer empirischen Untersuchung die Sicht auf die Kriminalität von Zuwanderern, ursachenorientiert über die nackten Zahlen hinaus, auf Straf- und Untersuchungsgefangene in Hessen. Die zunächst ablehnende und boykottierende Haltung der Behörden irritiert, aber überrascht nicht wirklich. Umso mehr dürften die interessanten Ergebnisse grundlegende Bedeutung für den Umgang mit Zuwanderern und deren Integrationsversuche haben.


Wichtige kriminalpolitische Impulse gingen wieder von der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes aus, die sich mit „Sicherheit in einer offenen und digitalen Gesellschaft“ befasste. Heike Bruhn, Dr. Gergana Bulanova-Hristova, Heike Lippert und Albert Märkl fassen die wesentlichen Ergebnisse zusammen. Besonders ernüchternd war die Bestandsaufnahme von Rainer Franosch aus dem Hessischen Ministerium für Justiz, der dringenden Bedarf an einem Update des materiellen Computerstrafrechts und Anpassungen des Strafprozessrechts anmahnte. Der Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch befasste sich in seinem Vortrag „Kriminalitätsbekämpfung weiterdenken“ mit den vielfältigen neuen Möglichkeiten und Herausforderungen von Globalisierung und Digitalisierung. Er appellierte, die Polizei in Deutschland konsequent und schnell für das digitale Zeitalter fit zu machen, und zwar hinsichtlich des „Dürfens“ und „Wollens“.


Verlag und Reaktion wünschen ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2019 in Frieden, Freiheit und Sicherheit!

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2019

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