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Künstliche Intelligenz

 

Editorial der Ausgabe April 2018

 

Verehrte Leserinnen und Leser,

nach Einschätzung von Wissenschaftlern hat Künstliche Intelligenz (KI) das Potenzial, als Basistechnologie des 21. Jahrhunderts die Produktivität weltweit erheblich zu erhöhen. Sie folgt der dritten industriellen (digitalen) Revolution: Im Zeitalter von Industrie 4.0 sollen Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte direkt miteinander kommunizieren und kooperieren. Seit 30 Jahren ist das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) die führende wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung Deutschlands. Während Wirtschaftsfachleute bei nur drei Prozent von KI-Firmen mit Sitz in Deutschland befürchten, dass wir und Europa die Entwicklungen verschlafen und bald auf der Basis amerikanischer oder chinesischer Werte entscheiden werden, mahnen andere zur Vorsicht. Der kürzlich verstorbene Stephen Hawking warnte 2014 vor der KI und sieht in ihr eine Bedrohung der Menschheit. Ob die Maschinen tatsächlich irgendwann die Kontrolle übernehmen, werde die Zukunft zeigen. Aber bereits heute sei klar, dass die Maschinen die Menschen zunehmend vom Arbeitsmarkt verdrängen. Es bleibt eine spannende Zukunftsfrage, wie weit es den neuronalen Netzen gelingen wird, den (gesunden) „Menschenverstand“ nicht nur zu ergänzen, sondern teilweise dauerhaft zu ersetzen.

Über Sprachsteuerungen wie Alexa oder Siri und entsprechende Apps lassen sich alle denkbaren Smart Home Anwendungen steuern, von der Hausbeleuchtung über Heizkörperthermostate, Rollladenregelung bis hin zu Alarmanlagen und Schließvorrichtungen. Der Smart Home Umsatz lag 2017 in Europa bereits bei rund 4 Milliarden Euro. Dass derartige Technik, vor allem funkbasiert, leicht zu einem Sicherheitsrisiko für die eigenen vier Wände werden kann, beschreiben Tim Tecklenborg und Prof. Dr. Alexandra Stupperich. Der technologische Fortschritt produziert nicht nur andere Tätertypen bei Wohnungseinbrechern, sondern stellt auch die IT-Forensik bei der Spurensicherung vor völlig neue Herausforderungen. Tobias Grabowski beschreibt sehr anschaulich, dass letzteres auch für vernetzte Fahrzeuge gilt. Folgerichtig hat die Polizei Rheinland-Pfalz Arbeitsschwerpunkte im Bereich Fahrzeugforensik gesetzt.

Neue Ermittlungsansätze und -möglichkeiten sind nicht automatisch nutzbar, sondern unterliegen rechtlichen Schranken. Der Gesetzgeber hat richtigerweise Grenzen zu setzen, wobei er mitunter überzieht. So gilt die Zweckbindung bei Mautdaten nach wie vor absolut, was durchaus als verfassungswidriger Zustand angesehen werden kann. Es ist bezeichnend, dass österreichische Mautdaten vor einem deutschen Gericht in einem Verfahren wegen zweier Mordfälle an jungen Frauen zur Verurteilung des Täters beitrugen. Ernst Hunsicker stellt darüber hinaus auch die grundsätzlichen Unterschiede in der Verwendung von Kennzeichenerfassung und Verkehrsüberwachungsfotos für Fahndungs- und Ermittlungszwecke in Österreich und Deutschland gegenüber. Gerade bei den Regelungen über die automatisierten Kennzeichenlesesysteme beschreibt er zu Recht ein gefahrenabwehrrechtliches „Kuddelmuddel“. Seine Hoffnung auf ein Muster-Polizeigesetz in Deutschland wird allerdings genauso scheitern wie Versuche in den 1980er Jahren. Der „Flickenteppich“ von Befugnissen und Zuständigkeiten wird leider ein verlässlicher Bestandteil nicht nur der gefahrenabwehrrechtlichen Arbeit von Sicherheitsbehörden bleiben. Ob daran die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt etwas ändern werden?

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.

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