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Gespaltene Gesellschaft

 

Editorial der Ausgabe September 2018



Verehrte Leserinnen und Leser,

am 26. August wurde Daniel H. von Yousif A. und dem Mitbeschuldigten Alla S. am Rande eines Festes in Chemnitz auf offener Straße, wohl ohne Grund und ohne eine Chance der Gegenwehr, niedergestochen und getötet. Die Tat als solche war schnell Nebensache, leider gerieten der Umgang mit ihr und die Reaktionen zum eigentlichen Infernal mit Einblicken in den Zustand unserer Gesellschaft. Besorgniserregende Bilder mit Naziparolen und durch nichts zu rechtfertigende rechtsextremistische Gewalt gingen um die Welt. Gewalt ist weder relativierbar noch legitimierbar, egal aus welcher Ecke sie kommt! Minimalkonsens muss aber auch sein: Nicht jeder, der sich für Recht und Ordnung einsetzt, gehört zum „braunen Mob“ und nicht jeder Flüchtling ist ein Straftäter, der das Asylrecht missbraucht. Genauso wenig dürfen aber linke Steinewerfer zu „Aktivisten“ verklärt werden. Auch sie bleiben was sie sind: bloße Gewalttäter. Die aktuellen irrationalen Diskussionen mit grotesk-surrealen Zügen bieten einen idealen Nährboden für populistische Pauschalierungen, die längst leider auch Politik und Medien in der schrumpfenden Mitte unserer Gesellschaft erreicht haben. Als Kommunikationswege zur Verbreitung von Gerüchten, Vermutungen und gezielten Unterstellungen haben sich einmal mehr die Sozialen Medien fest etabliert. Sandro Pittelkow beschreibt in seinem Aufsatz die Situation am Beispiel von WhatsApp und begründet, warum die Polizei sie proaktiv und offensiv bedienen sollte, um in oder sogar vor die Lage zu kommen.

Seit drei Jahren spaltet ein Satz der Bundeskanzlerin die Nation: „Wir schaffen das!“ Der stellvertretende FDP-Vorsitzende und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki sieht darin gar „die Wurzeln für die Ausschreitungen.“ Unbestreitbarer Fakt ist, dass seither von Flüchtlingen und Asylbewerbern allein in Deutschland dutzende Menschen getötet und hunderte verletzt wurden. Besonders im Fokus der Öffentlichkeit stehen die Unbegleiteten minderjährigen Ausländer (UMA). Andreas Stenger und Stefan Bertolini zeigen aus der Perspektive der Sicherheitsbehörden die Herausforderungen auf, die allein bei der Identitäts- und Altersfeststellung bestehen. Bernd Walter identifiziert die Grenzsicherheit als ein ungelöstes Problem. Dr. Gustav Zoller, Dr. Verena Schmied und Dr. Andreas Werner analysieren in einem deutsch-österreichischen Projekt die interorganisationale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit von BOS in der Flüchtlingskrise 2015/2016, um Optimierungsprozesse für zukünftige ähnliche Situationen zu entwickeln. Verena Fiebig und Dr. Daniel Köhler begründen die Notwendigkeit einer Qualifizierung von Fachpersonal für Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung; Hanspeter Dolder und Philippe Piatti stellen die Maßnahmen und deren Finanzierung zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplanes zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus in der Schweiz vor.

Ein solcher Nationaler Aktionsplan wie in der föderalen Schweiz wäre auch in Deutschland bitter nötig. Stattdessen scheitern sogar Abschiebungen als wirkungsvollste Präventionsmaßnahme gegen Straftäter pauschal an ideologischen Egoismen. Wenn dann auch noch die Bundesjustizministerin Katarina Barley in ihren Talkshow-Äußerungen offenbart, wie weit sie und große Teile der Politik sich vom Volk und ihren Wählern entfremdet haben, wird eine solche gefährliche Mischung aus Ignoranz und belehrender Arroganz den gesellschaftlichen Spaltungsprozess unweigerlich weiter verstärken und beschleunigen.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



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Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

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