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Frau KOMA gegen Terroristen

 
Editorial der Ausgabe Dezember 2017


Verehrte Leserinnen und Leser,

am 22. Juli 2016 erschoss der Deutsch-Iraner David S. beim Olympia-Einkaufszentrum in München neun Menschen. Der polizeiliche Großeinsatz war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, vor allem die mediale Lagebewältigung durch die Bayerische Polizei wurde zu einem positiven Lehrstück moderner Öffentlichkeitsarbeit. Aber auch die Erkenntnisse über den Ablauf der Tat sowie die Täterpersönlichkeit werfen bis heute spannende Fragen auf. Schon am Tatabend deutete kaum noch etwas auf einen zunächst naheliegenden islamistischen Anschlag hin, vielmehr liefen die Spekulationen vor Kameras und Mikrofonen in Richtung Rechtsterrorismus. Wie die Inschrift am Mahnmal erkennen lässt, ging und geht man zumindest offiziell von einem Amoklauf aus. Die Stadt München hatte drei Politikwissenschaftler mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Anschlags beauftragt, die Anfang Oktober ihre Gutachten der Öffentlichkeit vorstellten. Einer von ihnen ist Dr. Florian Hartleb, der seine Einschätzungen im einem Aufsatz zusammenfasst. Er sieht die Tat nicht als unpolitischen Amoklauf, sondern als rechtsterroristischen Anschlag eines „Einsamen Wolfes“ nach dem Vorbild von Anders Brevik.

Die Amok-Fälle an Schulen, insbesondere Erfurt (2002) und Winnenden (2009), führten zu einer umfassenden konzeptionellen Neuausrichtung für Polizei und Schulen. Notfallpläne wurden gemeinsam erarbeitet und geübt. So sollten zumindest die Lehrer wissen, was eine Durchsage mit „Frau KOMA“ bedeutet und wie man sich zu verhalten hat. Technische Maßnahmen wie von innen abschließbare Klassenzimmer wurden zum Großteil umgesetzt, nicht aber weitergehende bauliche Sicherungen oder die Dauerpräsenz privater Sicherheitsdienste. Worst-case-Szenarien und mögliche islamistisch-terroristische Anschlagsziele beschreibt Dr. Stefan Goertz. Neben Schiffen, Fähren und Tankern passen vor allem auch junge Menschen in Schulen und Kindergärten oder Universitäten in deren perfides Anschlagskalkül. Sicherungsmöglichkeiten sind weitgehend mit denen gegen Amokfälle identisch. Ein „festungsähnlicher“ Ausbau dieser Einrichtungen ist aber weder wünschenswert noch machbar und kann Wachsamkeit nicht ersetzen. So bleibt neben einer Grundsicherung durch Technik letztendlich die Hoffnung auf den Faktor Mensch im Sinne von Frau KOMA.

Die Finanzierung des Terrorismus erfolgt auf unterschiedlichsten Wegen, z. B. über Money Transfer Dienstleister, Parallelbankensysteme oder Kryptowährungen. Dr.jur. Dr.rer.pol. Fabian Teichmann zeigt in einer vierteiligen Aufsatzfolge die Vorgehensweisen der Täter und Bekämpfungsansätze auf. Teil 2 befasst sich mit dem Parallelbankensystem. Die besonderen Schweizer Spezifika sind Gegenstand eines ergänzenden Aufsatzes.

Mit dieser Ausgabe der Kriminalistik gibt es redaktionelle Veränderungen. Das Team der Schweiz um Dr. Peter Pfefferli verabschiedet sich. Unter seiner Verantwortung war die „Kriminalistik- Schweiz“ Garant für interessante und hochwertige Aufsätze, die weit über die Grenzen hinaus Beachtung fanden. „Merci vilmal“ von Verlag und Redaktionskollegen für die jahrelange gute Zusammenarbeit und „alles gueti“. Wie sich künftig die „Kriminalistik-Schweiz“ gestaltet, erfahren Sie in der Januarausgabe.

Eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2018 wünscht Ihnen allen

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.

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