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Europäische Kriminalistik


Verehrte Leserinnen und Leser,

die Kluft zwischen den kriminalistischen Schulen von Ost-, Mittel- und Westeuropa ist noch sehr groß und sehr stark ideologiebehaftet. Noch bestehen Schranken und gegenseitige Vorbehalte, die allein durch den Umstand, dass die ost- und westeuropäischen Staaten gemeinsam Mitglieder der Europäischen Union sind, keineswegs überwunden sind. Diese Schlüsse zieht Prof. Dr. Rolf Ackermann aus der XII. internationalen wissenschaftlich-praktischen Konferenz für Kriminalistik, die im September 2016 in Warschau stattfand. Weiter bemängelt der Diplomkriminalist ein deutlich geringeres Interesse von Kriminalwissenschaftlern und Praktikern aus westeuropäischen Staaten an den fortschreitenden Entwicklungen in Osteuropa, als dies umgekehrt der Fall ist. Der Erkenntnis folgend, dass die Realisierung der Vision des Rates der EU von einer „Europäischen Kriminaltechnik 2020“ zwingend geboten ist, wirken auch die osteuropäischen Staaten sehr engagiert in Gremien mit, beispielsweise zur Entwicklung kriminaltechnischer Standards.

Übereinstimmend kamen die Teilnehmer der Konferenz aber auch zum Ergebnis, dass die Orientierung auf Kriminaltechnik und Beweisführung nicht ausreicht. Sie ergriffen deshalb die Initiative, ein „Memorandum zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Raumes der Wissenschaft Kriminalistik“ zu entwickeln. Dass eine transnationale, zumindest europäische Sicht auf die gesamte wissenschaftliche Kriminalistik längst überfällig ist, belegt auch Werner Sohn anschaulich in seiner Abhandlung über den Begriff „Radikalisierung“.

Dem Austausch von Erfahrungen über neue oder weiterentwickelte Erkenntnisse und Methoden bietet die „Kriminalistik“ gerne ein Forum. So berichten Rebecca Kirsten, Prof. Gerhard Schmelz und Dr. Jens Hornung über den Einsatz von Georadar zur nicht-invasiven Depotsuche und Detektion von Leichen. Die Gründe, warum speziell deutsche Ermittler eher selten auf diese geophysikalische Methode zurückgreifen, sehen die Autoren auch darin, dass deren Möglichkeiten und Grenzen hier, im Gegensatz zu Großbritannien oder den Niederlanden, schlichtweg nicht bekannt sind. Der auch populärwissenschaftlich bekannt gewordene Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke stellt eine deutsch-amerikanische Studie mit interessanten Ermittlungsansätzen vor. So lassen Handy-Abriebe und deren chemische Analyse Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten, hygienische und medizinische Bedingungen sowie Aufenthaltsorte zu und ermöglichen die Erstellung von „Persönlichkeitsprofilen“.

Technische Innovationen können zu ungeahnten Schwierigkeiten in der Umsetzung führen. 2013 waren neue 5-Euro-Banknoten eingeführt worden, ohne die Automaten rechtzeitig auf die Erkennung der neuen Scheine umzurüsten. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hatte sich ein weiteres Problem ergeben. Bei den neuerdings mit einer Lackschicht überzogenen Scheinen war die kriminalistisch unverzichtbare Sicherung latenter Fingerspuren in gewohnter Art und Weise erfolglos. So musste das „Kolloidale Gold“-Verfahren neu entdeckt werden. Dr. Lothar Schwarz, Inga Klenke und Ingrid Becker beschreiben die Leitlinien, die beim Einsatz dieser Methode zu beachten sind. Sie wurden von einem Expertenteam aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erstellt. Ein weiterer Beleg für funktionierende europäische Zusammenarbeit, die auf allen Gebieten der Kriminalistik zur Selbstverständlichkeit werden sollte!

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 70. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.

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