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Der Clan der Kinder

 

Editorial der Ausgabe Oktober 2019

 

Verehrte Leserinnen und Leser,

auf der diesjährigen Berlinale feierte die Verfilmung eines weiteren Buches des Journalisten und Mafia-Experten Roberto Saviano eine vielbeachtete Weltpremiere. „La Paranza dei Bambini – Der Clan der Kinder“ ist eine dokumentarische Fiktion in Romanform, die die Geschichte halbwüchsiger Kinder erzählt, die in einem neapolitanischen Mafiaviertel den etablierten Bossen nacheifern und sie schließlich ablösen. Gewiss, der Film pendelt zwischen Sozialkritik und Romantisierung hin und her, aber er ist quasi die Fortsetzung seines ebenfalls verfilmten Sachbuches „Gomorrha“ über die Perspektivlosigkeit junger Mafiosi. Einen Generationenwechsel stellen Prof. Dr. Britta Bannenberg und Ralf Schmidt auch im Rockermilieu fest. Die „Oldschool“-Rocker und ihre OMCG werden zunehmend von neuen Gruppen und Clans verdrängt, geprägt vor allem von jungen Migranten. Solchen veränderten Strukturen müssen sich Ermittlungsbehörden und Kommunen mit vernetzten Gegenstrategien stellen.

Auch wenn Kinder und Jugendliche kriminalstatistisch nicht nennenswert in Erscheinung treten, so sollten die „Einzelfälle“ Anlass zur Sorge sein: Drei 14-Jährige, einer davon ein polizeibekannter und in einem Präventionsprogramm stehender Intensivtäter, sowie zwei 12-Jährige stehen in Verdacht, im Juli in Mülheim eine Frau vergewaltigt zu haben. Dieser Tage wurde bekanntgegeben, dass eine Gruppenvergewaltigung im Düsseldorfer Hofgarten im Juni 2019 dank DNA-Treffer jetzt geklärt werden konnte. Ein 14-jähriges Mädchen hatte das Opfer beim Verlassen einer Diskothek angesprochen und in den Park gelockt, wo drei 15 bis 17 Jahre alte, polizeilich bekannte Intensivtäter auf die 51-jährige Frau warteten. Zwei von ihnen vergewaltigten sie. Auskunft über die Nationalität verweigerte die Staatsanwaltschaft. Eingeräumt wurde lediglich, dass sie alle keinen deutschen Pass besitzen. Die Herkunft der Tatverdächtigen wird spätestens beim Gerichtsverfahren bekannt, im Netz ist sie auch jetzt schon leicht recherchierbar. Die Bundesländer Bayern und Nordrhein- Westfalen verfahren bei der Veröffentlichung von Täternationalitäten derzeit unterschiedlich. Ein offensiverer Umgang erscheint schon deshalb geboten, um Spekulationen und politischer Instrumentalisierung vorzubeugen.

Am Beispiel der Parallelwelt arabischer Clans beschreibt Hülya Duran die Rolle muslimischer Streitschlichter. Gabriela Piontkowski, Prof. Dr. Arthur Hartmann, Sarah Holland und Dr. Trygve Ben Holland berichten über ihren Abgleich von Konzepten einiger Bundesländer zur Erkennung und zum Umgang mit radikalisierten und radikalisierenden Gefangenen mit Erfahrungen aus der Praxis. Mit der kriminalistischen Standardversion des fremden Vergewaltigers schließen Dr. Axel Uhlig und Prof. Dr. Dr. Ingo Wirth ihre dreiteilige Aufsatzfolge ab. Mirko Allwinn und Beatrice Wypych überprüfen die Validität und die Reliabilität eines Instruments zur Risikoeinschätzung tödlicher Gewalt an der Intimpartnerin. Der Einfluss der Großmächte auf die Sicherheit kleiner Staaten war Thema einer Konferenz in Nord Mazedonien, über die Thomas Straub und Vasil Arminowski berichten. Obskurantismus als Gegenspieler kriminalistischer Aufklärung ist das Thema von Prof. Dr. Henriette Haas, und die Beweiskraft bildgebender Verfahren wird von einem österreichischen Autorenteam geprüft. Mit einer grundlegenden Neuausrichtung der OK-Bekämpfung in Deutschland befasst sich Gorden Schröder, und Matthias Emmerich begründet die kriminalistische Notwendigkeit einer Standardisierung der Informationsarchitektur. Beides sind wichtige Zukunftsfragen, besonders in unserem föderativen System.

Ihr
Bernd Fuchs
Chefredakteur


KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2019

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