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Inhalt der Ausgabe März 2018

 

Fachartikel

 

Arzneimittelkriminalität/Doping

Arzneimittelkriminalität – eine unbekannte Bedrohung der Bevölkerung?
Teil I: Projektbeschreibung und differenzierte Ergebnisse zum Handel mit Dopingmitteln in Deutschland (Foto auf der Startseite: REDPIXEL.PL/Shutterstock.com)
Von Prof. Dr. Karlhans Liebl

Organisierte Kriminalität

Organisierte Kriminalität und Prävention
Europäische Ansätze und Konzepte im Austausch zwischen Wissenschaft und polizeilicher Praxis
Von Julia Weber und Ursula Töttel

Gewaltkriminalität

Tötungsdelikte an Polizeibeamten
Eine qualitative Untersuchung
Von Alexander Tammen und Dr. Helen Behn

Altersschätzung

Altersschätzung von Kindern einer außereuropäischen Ethnie anhand von Bildmaterial
Ein methodologischer Fallbericht
Von Prof. Dr. Carsten Niemitz

Sicherheitsgefühl

Das subjektive Sicherheitsgefühl
Ein Betätungsfeld für die Polizei?
Von Claudia Müller

Kriminalsoziologie

Einstellung zu „Ausländern“ und Furcht vor Kriminalität
Eine Erwiderung auf den Beitrag von Werner Sohn (Kriminalistik 7/2017, S. 436-439)
Von Prof. Dr. Helmut Hirtenlehner und Dr. Eva Groß
(PDF-Download des Literaturverzeichnisses)

Fotografie und Recht

Rechtsfragen zum Herstellen von Sach- und Personenfotos
Von Stefan Himmler

Wirtschaftsstrafrecht

„Mock Dawn Raid“
Sinnvolles Instrumentarium, Strafverfahrensbehinderung und/oder strafrechtliche Verhaltensweise? – Teil 2 (Fortsetzung aus Kriminalistik 2/2018)
Von Björn Siebler

Kriminalistik Schweiz

Mediativer Handlungsspielraum in der Beschuldigtenbefragung
Möglichkeiten und Grenzen
Von Pia Marti
(PDF-Download des Literaturverzeichnisses)

 

 

 

 

 

Kriminalistik Campus

 

Häusliche Gewalt
Aktuelle Entwicklung und künftig Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern
Von Dörte Andersson

Präventive Intervention
Eine kritische Betrachtung zur Einführung von interdisziplinären Fallkonferenzen im Kontext polizeilich auffälliger Schüler aus Sicht der Polizei Rheinland-Pfalz
Von Christine Berens

 

 

 

 

Recht aktuell

 

Zeitlicher Zusammenhang zwischen Vorsatz und erfolgsherbeiführender Tathandlung

 

Absicht der (rechtswidrigen) Zueignung beim Diebstahl

 

Rechtswidrigkeit einer polizeilichen Zwangsmaßnahme – Nervendrucktechnik

 

 

 

 

 

Literatur

 

Jahn/Krehl/Löffelmann/Güntge: Ein Handbuch im besten Sinne
Die Verfassungsbeschwerde in Strafsachen

 

 

 

 

 




 

 

Fachartikel

 

Arzneimittelkriminalität – eine unbekannte Bedrohung der Bevölkerung?
Teil I: Projektbeschreibung und differenzierte Ergebnisse zum Handel mit Dopingmitteln in Deutschland
Von Karlhans Liebl
Welche Gefahren resultieren aus dem unkontrollierten Handel mit Arzneimitteln im Internet? Welche Erkenntnisse liegen dazu im Hellfeld vor und wie kann die Größe des Dunkelfeldes abgeschätzt werden? Die vorliegende Untersuchung sucht die bestehende Forschungslücke zu schließen, indem sie im Rahmen von Hellfelduntersuchungen und einer Dunkelfelduntersuchung den Ist-Zustand der aktuellen Gefahrenlage erhellt. Die Hellfelduntersuchungen zeigen im Ergebnis, dass die Arzneimittelkriminalität in Deutschland durch den Handel, Kauf oder Besitz von Dopingmitteln dominiert wird. In dem ersten Teil des Beitrags wird speziell auf diesen Bereich eingegangen. Angesprochen werden auch die auffälligen Strafunterschiede zwischen Freizeit‑ und Leistungssportdoping.
Foto auf der Startseite: REDPIXEL.PL/Shutterstock.com

Organisierte Kriminalität und Prävention
Europäische Ansätze und Konzepte im Austausch zwischen Wissenschaft und polizeilicher Praxis
Von Julia Weber und Ursula Töttel
Es gibt wenige Präventionsmaßnahmen zur Organisierten Kriminalität im Allgemeinen. Aufgrund der Transnationalität von organisierten kriminellen Netzwerken können täterorientierte Präventionsmaßnahmen meist nur schwer greifen. Auf internationaler sowie europäischer Ebene wird durch präventive Aktionen und Plattformen auf das Phänomen OK aufmerksam gemacht.

Tötungsdelikte an Polizeibeamten
Eine qualitative Untersuchung
Von Alexander Tammen und Helen Behn
Tötungsdelikte an Polizeibeamten sind ein in den Medien präsentes Thema, Fachliteratur zu diesem Thema ist bisher kaum vorhanden. Dieser Mangel wurde mit der vertieften Bearbeitung des Themas im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Polizeiakademie Niedersachsen aufgegriffen und versucht, zu beheben. Der Untersuchung liegen alle recherchierbaren Tötungsdelikte an Polizeibeamten (49 Fälle) seit der Wiedervereinigung zugrunde. Die zentrale Fragestellung bestand darin, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Taten aufzuzeigen. Mittels der qualitativen Inhaltsanalyse wurden die in den (Print)Medien und im Internet veröffentlichten Beiträge zu den einzelnen Fällen analysiert. Aufgrund der dünnen Forschungslage stand zunächst die Deskription im Vordergrund, die zum Ende der Arbeit hin eine erste kritische Bewertung, auch hinsichtlich Präventionsmöglichkeiten, erlaubt.

Altersschätzung von Kindern einer außereuropäischen Ethnie anhand von Bildmaterial
Ein methodologischer Fallbericht
Von Carsten Niemitz
Immer häufiger stellt sich in den letzten Jahren die Frage, ob ein mutmaßlicher Straftäter noch Jugendlicher oder bereits Erwachsener ist. Das Gleiche gilt für die Problematik des Alters unbegleiteter Asylsuchender. Auch die Altersschätzung von Kindern hat im Zusammenhang mit kinderpornografischen Delikten an Bedeutung zugenommen. Röntgenologische Untersuchungen werden zum Teil heftig diskutiert. Lösungsansätze, das Alter von Personen zu ermitteln, indem man sie in standardisierter Weise fotografiert, sind derzeit noch Gegenstand von Pilotstudien. Im hier beschriebenen Fall waren die dem Alter nach einzuschätzenden Personen gar nicht anwesend: es gab lediglich Fotos minderer Qualität von indischen Kindern. Bei einem ersten Anruf des Staatsanwalts erklärte ich mich bereit, einen Blick auf das Bildmaterial zu werfen, sah aber zunächst keine Möglichkeit für eine solide Altersdiagnostik. Nachstehend soll berichtet werden, wie eine bisher nicht beschrittene Methodik zu einem gerichtsverwertbaren Resultat führen kann.

Das subjektive Sicherheitsgefühl
Ein Betätigungsfeld für die Polizei?
Von Claudia Müller
Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger hat massiven Einfluss auf alle Lebensbereiche: So werden persönliche, politische und wirtschaftliche Entscheidungen von dieser subjektiven Wahrnehmung beeinflusst. Mit dem Absinken des subjektiven Sicherheitsgefühls steigt proportional die Bereitschaft zur Übernahme populistischer Aussagen und das Strafbedürfnis. So hat ein niedriges subjektives Sicherheitsgefühl mittelbar Einfluss auf demokratische Prozesse. Doch wie nähert man sich diesem schwer zu greifenden Phänomen und welche Rolle kommt dabei der Polizei zu?

Einstellung zu „Ausländern“ und Furcht vor Kriminalität
Eine Erwiderung auf den Beitrag von Werner Sohn (Kriminalistik 7/2017, S. 436–439)
Von Helmut Hirtenlehner und Eva Groß
Eine von Werner Sohn („Kritische Kriminalsoziologie: Show me your hands!“) in der Kriminalistik (7/2017) veröffentlichte Abqualifizierung der kritischen Kriminologie beinhaltet eine fundamentale, vorgeblich wissenschaftliche Kritik eines Beitrages aus der Zeitschrift Soziale Probleme, in der Helmut Hirtenlehner, Eva Groß und Julia Meinert (2015) die Interdependenzen von Verbrechensfurcht, Strafverlangen und Fremdenfeindlichkeit untersuchten. In der von Herrn Sohn für eine engagiert vorgetragene Abrechnung mit der kritischen Kriminalsoziologie missbrauchten Arbeit widmen wir uns der von Philippe Robert (2005, S. 73) als solcher bezeichneten Trias von Kriminalitätsfurcht, Punitivität und Xenophobie.
(PDF-Download des Literaturverzeichnisses)

Rechtsfragen zum Herstellen von Sach‑ und Personenfotos
Von Stefan Himmler
Der Artikel beschäftigt sich mit den rechtlichen Voraussetzungen des Herstellens von Sach‑ und Personenfotos. Es wird sowohl auf die allgemeinen Voraussetzungen als auch auf gesetzlich explizit geregelte Fotografierverbote eingegangen, um ohne Rechtsverletzung Aufnahmen von Sachen oder Personen anzufertigen. Die Rechtsfragen des Herstellens und Verbreitens von Sach‑ und insbesondere Personenfotos sind (fast) so alt wie die Fotografie selbst. Soweit ersichtlich wurden sie erstmals im sog. Bismarck-Fall problematisiert. Journalisten waren in das Sterbezimmer von Bismarck eingedrungen, haben den Toten fotografiert und die Fotos veröffentlicht. Was daraus schließlich folgte, war die Schaffung des Kunsturhebergesetzes (KUG) im Jahre 1907.

„Mock Dawn Raid“
Sinnvolles Instrumentarium, Strafverfahrensbehinderung und/oder strafrechtliche Verhaltensweise? – Teil 2 (Fortsetzung aus Kriminalistik 2/2018 S. 108-112)
Von Björn Siebler
In Teil 1 der Veröffentlichung wurde dem Leser illustriert, dass sog. „Mock Dawn Raids“ (Scheindurchsuchungen) durchaus Kartellverstöße in Unternehmen gegenüber den staatlichen Institutionen verheimlichen, jedoch sei dies mit der nationalen Rechtsstaatlichkeit (Recht zur Schaffung von Vorkehrungen zur besseren antizipierten Verteidigung) zu vereinbaren. Es wurde ebenfalls dargelegt, welche rechtlichen Kompetenzen die Beamten des Bundeskartellamtes oder die polizeilichen Unterstützungskräfte (Amtshilfe) innehaben, die wiederum der „Scheinbeamte“ dem Mitarbeiter des involvierten Unternehmens von „Mock Dawn Raid“ vorspielt. Vorliegend soll daher eine ausschließliche strafrechtliche Betrachtung der Compliance-Berater sowie der Unternehmensführung durchgeführt werden, die wiederum den „Mock Dawn Raid“ proaktiv fördern und umsetzen, denn es darf nicht vergessen werden, dass das Vertrauen der Mitarbeiter des involvierten Unternehmens, aber auch das Vertrauen in staatlichen Institutionen durch diese Maßnahme erheblich gefährdet wird.

Mediativer Handlungsspielraum in der Beschuldigtenbefragung
Möglichkeiten und Grenzen
Von Pia Marti
Mediation und Beschuldigtenbefragung scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben. Sowohl ihre Zielsetzungen wie auch ihre Abläufe haben eine ganz andere Ausrichtung. Bei genauer Betrachtung jedoch finden sich erstaunlich viele Parallelen. In der vorliegenden Arbeit wird einerseits der Frage nachgegangen, welche Techniken der Mediation auch bei der Beschuldigtenbefragung Anwendung finden können und andererseits geprüft, inwiefern die Implementierung weiterer mediativer Handlungselemente in der Beschuldigtenbefragung von Nutzen sein kann. Ausgehend von dieser Fragestellung werden nachfolgend im Kapitel 1 zuerst die Grundlagen der jeweiligen Verfahren dargestellt, diese dann in Kapitel 2 einander gegenübergestellt, bevor in Kapitel 3 detailliert auf ausgewählte Handlungsfelder eingegangen wird. In Kapitel 4 folgt ein Quervergleich zu Erkenntnissen aus der Forschung. Ein Fazit sowie ein Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen schliessen die Arbeit in Kapitel 5 ab. Es sei folgender Hinweis angebracht: Die Gegenüberstellung erfolgt insbesondere aus Sicht der Staatsanwaltschaft. In der Praxis delegiert die Staatsanwaltschaft im Rahmen des Vorverfahrens die Befragungen oft an die Polizei. Sie selber führt Einvernahmen zu den wichtigsten Beweisergebnissen und bei Haftfällen zur Frage der Haft sowie Schlussbefragungen durch.
(PDF-Download des Literaturverzeichnisses)







  


 

 

 

Kriminalistik Campus

 

Redaktion: Leitender Kriminaldirektor Klaus Welter, derzeit United Nations, Bonn

Die aktuelle Ausgabe der KRIMINALISTIK stellt Ihnen zwei Hausarbeiten von Studierenden des Masterstudiengangs „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ des Jahrgangs 2015/2017 vor.
Beide Arbeiten haben trotz inhaltlich vollkommen unterschiedlicher Schwerpunktsetzung das Grundthema Prävention zum Inhalt. Die zentralen Betrachtungsgegenstände der jeweiligen Untersuchungen sind das häusliche Umfeld einerseits sowie die Schule andererseits. Der Unterschied in den Orten indiziert gleichzeitig einen Unterschied in den betrachteten Zielgruppen – primär die Gruppe der Erwachsenen beim Thema Häusliche Gewalt und Kinder bzw. Jugendliche als im Einzelfall gewaltaffine, auffällige Personengruppe im schulischen Kontext. Beiden Thematiken ist immanent, dass Sie über die Jahre eine hohe Aktualität behalten haben.
Dörte Andersson widmet sich in ihrer Ausarbeitung dem Thema „Häusliche Gewalt – Aktuelle Entwicklung und künftige Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern“. Ihre Ausführungen setzen sich mit der Entwicklung der häuslichen Gewalt auseinander, dargestellt und statistisch herausgearbeitet am Beispiel des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Aus der Gesamtschau werden wesentliche Schwerpunkte dargestellt, die mit den Ergebnissen der ersten Dunkelfeldstudie abgeglichen werden. Neben dem Versuch der Beweisführung für einen eventuellen Anstieg der Fallzahlen in Mecklenburg-Vorpommern, wie auch auf Bundesebene, werden die Daten zudem genutzt, um künftige Herausforderungen für polizeiliche Maßnahmen zu identifizieren. Sowohl die quantitativ, wie auch die qualitativ gewonnenen Erkenntnisse können lediglich einen Teilausschnitt des Phänomens häusliche Gewalt widergeben. Dennoch zeigen die Ausführungen von Frau Andersson im Detail, dass die abgeleiteten Tendenzen Grundlage für die künftige Ausrichtung im Umgang mit diesem Problemfeld sein sollten.
Christine Berens thematisiert in ihrer Arbeit „Präventive Intervention – Eine kritische Betrachtung zur Einführung von interdisziplinären Fallkonferenzen im Kontext polizeilich auffälliger Schüler aus Sicht der Polizei Rheinland-Pfalz“ einen neuen Ansatz der Polizeidirektion Landau in Rheinland-Pfalz. Dieser Ansatz geht von der Annahme aus, dass sich polizeilich bereits auffällige junge Menschen auch im schulischen Kontext „darstellen“. Ein solches Verhalten, die „Darstellung“ in einem eng umgrenzten Sozialraum, bietet ausreichend Gelegenheit zur Beobachtung, wodurch sich möglicherweise erste Anzeichen für ein Anbahnen schwererer Gewaltdelikte identifizieren lassen. Die auf der vorgenannten Grundannahme basierende Fortschreibung der Überlegungen folgt der Schwerpunktsetzung des Bundes und der Länder hin zu primär präventiven Bestrebungen bei der Bekämpfung der Kinder‑ und Jugendkriminalität. Das Ergebnis führte dann zur Implementierung einer neuen, proaktiven Form der Netzwerkarbeit unter den primär involvierten Parteien – der interdisziplinären Fallkonferenz. Eingebunden sind dabei Schule, Verwaltung, Kinder‑ und Jugendpsychiatrie, Rettungs-/Kriseninterventionsdienste sowie die Polizei.
Die kritische Untersuchung der Implementierung dieses Ansatzes nimmt sich ausgewählte Komplexe vor, die von der Verfasserin aus mehreren Perspektiven betrachtet und gewürdigt werden. Zur Beantwortung der zentralen Fragestellungen bedient sie sich eines qualitativen Forschungsansatzes. Insbesondere werden mögliche Ziele, das jeweilige Rollenverständnis, potenzielle Szenarien sowie Möglichkeiten und Grenzen beleuchtet. Auf Grundlage dieser so gewonnenen Erkenntnisse folgen abschließend und zusammenfassend Schlussfolgerungen für die polizeiliche Praxis.

Klaus Welter



Häusliche Gewalt
Aktuelle Entwicklung und künftige Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern
Von Dörte Andersson, Polizeirätin, MA, Landespolizei MV


Präventive Intervention
Eine kritische Betrachtung zur Einführung von interdisziplinären Fallkonferenzen im Kontext polizeilich auffälliger Schüler aus Sicht der Polizei Rheinland-Pfalz
Von Christine Berens, Polizeirätin, M. A., Rheinland-Pfalz, Polizeipräsidium Rheinpfalz



 

 

  


 

 

 

Recht aktuell

 

Zeitlicher Zusammenhang zwischen Vorsatz und erfolgsherbeiführender Tathandlung
1. Eine Strafbarkeit wegen einer vollendeten Vorsatztat kommt nur in Betracht, wenn der Erfolg aufgrund der vom Vorsatz getragenen Handlung eintritt.
2. Ein „dolus subsequens“, also ein Vorsatz, der der Handlung nachfolgt, ist irrelevant.

BGH, Beschl. v. 7.9.2017
2 StR 18/17
bb



Absicht der (rechtswidrigen) Zueignung beim Diebstahl
Nimmt ein Täter ein Behältnis allein wegen seines mutmaßlichen wertvollen Inhalts weg, kommt ein fehlgeschlagener Versuch eines Diebstahls in Betracht, wenn er von dem (subjektiv wertlos erachteten) Inhalt des Behältnisses enttäuscht wird.

BGH, Beschl. v. 19.12.2017
2 StR 479/17
bb



Rechtswidrigkeit einer polizeilichen Zwangsmaßnahme – Nervendrucktechnik
1. Die mit der Zufügung von Schmerzen verbundene Nervendrucktechnik stellt eine Maßnahme des unmittelbaren Zwangs i. S. des Polizeirechts dar.
2. Dies gilt nicht nur dann, wenn hierdurch ein Unterlassen erzwungen werden soll, sondern auch für den Fall, dass dem Pflichtigen eine Handlung – hier: Aufstehen und Verlassen eines besetzten Gebäudes – abverlangt wird.
3. Der Grundsatz der Vorhersehbarkeit polizeilichen Handelns erfordert es, die bewusste und gewollte Zufügung von nicht lediglich unerheblichen Schmerzen durch die Anwendung einer Nervendrucktechnik im Rahmen des unmittelbaren Zwangs gesondert anzudrohen.

OVG Lüneburg, Urt. v. 28.10.2016
11 LB 209/1
jv





 

 

  


 

 

 

Literatur


Ein Handbuch im besten Sinne

Jahn/Krehl/Löffelmann/Güntge, Die Verfassungsbeschwerde in Strafsachen, 2. Aufl. 2017, C.F. Müller GmbH, 530 S., kart., 69,99 Euro (auch als E-Book erhältlich)

Die weitaus meisten Beschwerdeführer sind beim Bundesverfassungsgericht mit ihren Verfassungsbeschwerden gescheitert; die „Erfolgsquote“ liegt im unteren einstelligen Prozentbereich. Dennoch: Das Gericht hat auch im Bereich des Straf- und Strafverfahrensrechts mehrfach korrigierend eingegriffen und Entscheidungen von Strafverfolgungsbehörden bzw. Strafgerichten aufhoben (s. z. B. den Beschluss vom 14. Juli 2016 – 2 BvR 2474/14: Durchsuchung aufgrund eines anonymen Hinweises). Speziell Verstöße gegen das Gebot rechtlichen Gehörs können oft nur noch mittels des „Notankers“ der Verfassungsbeschwerde gerügt werden. Nun gehört das Verfassungsrecht – insbesondere die Verfassungsbeschwerde – nicht zum Alltagsgeschäft eines in Strafsachen tätigen Rechtsanwalts. Das ist aber, wie im Vorwort zu Recht betont wird, kein Grund, diesen Aspekt zu vernachlässigen. Der Rezensent selbst hat an einem Fall mitgewirkt, der nach Einlegung einer Verfassungsbeschwerde geradezu „schrie“ (dass die – von einem Strafverteidiger erhobene – Beschwerde an der Fristversäumnis [!] scheiterte, steht auf einem anderen Blatt). Das vorliegende Handbuch bietet eine umfassende Hilfestellung bei der Erhebung und insbesondere Begründung einer Verfassungsbeschwerde. Dargestellt werden die Zulässigkeitsvoraussetzungen, praktische Aspekte bei der Abfassung und die Spezifika im Hinblick auf die mit der Beschwerde angegriffenen Entscheidungen/ Maßnahmen (Strafurteile, Ermittlungsmaßnahmen, Auferlegung bzw. Durchsetzung von Zeugnispflichten, Strafvollstreckungsmaßnahmen und Maßnahmen im Strafvollzug). Die Darstellung ist nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern zugleich praxisnah. So wird der Text insbesondere durch – optisch hervorgehobene – „Hinweise“ aufgelockert. Rechtsprechung und Literatur sind umfassend und auf dem Stand Januar 2017 eingearbeitet.
Die Monographie wendet sich zwar in erster Linie an den in Strafsachen tätigen Anwalt. Darüber hinaus ist das Werk auch nützlich für Lehrende mit den Schwerpunkten Strafrecht/Strafprozessrecht und Verfassungsrecht. Fazit: Ein Handbuch im besten Sinne, das auf optimale Weise Theorie und Praxis verbindet.

 

Prof. Dr. Jürgen Vahle, Bielefeld


 

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KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

Auf KRIMINALISTIK Online finden Sie neben den Inhaltsverzeichnissen und Editorials die Abstracts der Fachartikel. Die Leitsätze der im Heft kommentierten Rechtsprechung, meist verlinkt zu den Volltexten der Gerichtsentscheidungen, und Buchbesprechungen im Wortlaut runden das Online-Angebot ab. Unser Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999. Sie können es im Online- oder Print-Online-Abo nutzen oder einzelne Artikel als PDF kaufen.

KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

C.F. Müller GmbH 2019

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C.F. Müller GmbH 2019

KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



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