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Inhalt der Ausgabe Dezember 2018

 

Fachartikel

 

Informationstechnik

Organisatorische Grundzüge der elektronischen Datenverarbeitung im Bereich der Polizei
Versuch einer Zwischenbilanz nach einem halben Jahrhundert
Von Peter Fuchs

Rechtsextremismus

Die Identitäre Bewegung
Analyse der deutschen Verfassungsschutzbehörden
Von Dr. Stefan Goertz

Parteienverbot

Die AfD verbieten?
Erfüllt die AfD die Kriterien der Verfassungswidrigkeit?
Von Dr. Astrid Bötticher, Prof. Dr. Christoph Kopke und Alexander Lorenz

Kriminalität z. N. Senioren

Vollmachtsmissbrauch zulasten älterer Menschen
Handreichung für die Strafverfolgungspraxis
Von Dr. Fabian Stam

Vernehmung

Vernehmungsstandard 3K – Kompetenz, Konzept, Kommunikation
Zum Stand der Kunst „guter“ Vernehmung in Deutschland
Von Patrick Niegisch und Dr. Markus M. Thielgen

Aussagepsychologie

Psychotherapie vor Abschluss der Beweisaufnahme im Strafverfahren?
Traumatherapie als potenzielle Fehlerquelle bei der Tatsachenfeststellung
Von Dr. Ursula Gasch

Verdeckte Maßnahmen

Verdeckte Maßnahmen: Muss es dem Beschuldigten umgehend bekannt gegeben werden, wenn der Ermittlungsrichter die Anordnung ablehnt?
Von Marco Mayer

Sprachwissenschaften

Forensische Linguistik
Was kann Stilistik beitragen?
Von Dr. Ulrike Tabbert
Anmerkungen zum Artikel (PDF-Download)

Kriminalistik Schweiz

Fangewalt
Aktuelle Lage in der Schweiz und zukünftige Handlungsfelder
Von Prof. Dr. Dirk Baier, Rémy Schleiniger, Lothar Janssen und Dr. Katja Iseli

 


 

 

 

Kriminalistik Campus

 

Das neue Prostituiertenschutzgesetz
Effekte auf die Arbeit der Sicherheitsbehörden am Beispiel des Ballungsraums München
Von Susanne Kullmann

Sportwettbetrug als Form der organisierten Kriminalität
Bekämpfungshemmnisse und -ansätze Von Stephan Werning

 

 

 

Recht aktuell

 

Mithören eines Gesprächs eines Beschuldigten mit Arzt durch Polizeibeamten


Ausnutzungsbewusstsein beim Mordmerkmal Heimtücke


Intime Kontakte einer Verdeckten Ermittlerin zu einer Zielperson


Polizeiliche Ingewahrsamnahme eines der Ultra-Szene zugehörigen Fußballfans

 

 

 

 

Literatur

 

Vielschichtig und praxisorientiert
Artkämper/Schilling, Vernehmungen

 



 

  

 




 

 

Fachartikel

 

Organisatorische Grundzüge der elektronischen Datenverarbeitung im Bereich der Polizei
Versuch einer Zwischenbilanz nach einem halben Jahrhundert
Von Peter Fuchs
Im Jahr 2018 jähren sich bezogen auf den Titel dieser Arbeit insbesondere zwei Ereignisse: Die Veröffentlichung des Artikels „Organisatorische Grundzüge der elektronischen Datenverarbeitung im Bereich der Polizei“ von Horst Herold liegt nunmehr 50 Jahre zurück, der Autor selbst feierte in diesem Jahr seinen 95. Geburtstag. Umso spannender ist es – aus polizeilicher Sicht – sich mit den damals aufgestellten Thesen Herolds zu beschäftigten und diese im Hinblick auf die aktuellen technischen Entwicklungen und Innovationen der heutigen Zeit kursorisch „abzuklopfen“.

Die Identitäre Bewegung
Analyse der deutschen Verfassungsschutzbehörden
Von Stefan Goertz
Dieser Beitrag analysiert die Identitäre Bewegung, speziell die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) u. a. auf den Ebenen 1) Analysemerkmale der Identitären Bewegung, 2) Bewertung der deutschen Verfassungsschutzbehörden, 3) Entwicklung und Struktur der Identitären Bewegung, 4) Die Symbolik der Identitären Bewegung, 5) Programm und Ideologie der Identitären Bewegung und abschließend 6) ihrer Strategie und Aktionen wie bspw. der Aufsehen erregenden Aktion am 27.8.2016, als etwa 15 Aktivisten der Identitären Bewegung auf das Brandenburger Tor in Berlin kletterten und kurzzeitig das symbolträchtige Bauwerk im Zentrum der Bundeshauptstadt „besetzten“. Einige Aktivisten der Identitären gelangten bis auf die Quadriga, entzündeten dort Rauchfackeln und schwenkten Flaggen mit dem Erkennungszeichen der Identitären.

Die AfD verbieten?
Erfüllt die AfD die Kriterien der Verfassungswidrigkeit?
Von Astrid Bötticher, Christoph Kopke und Alexander Lorenz
Die inzwischen weitgehend rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) hat in den letzten fünf Jahren beachtliche Wahlerfolge für sich verbucht. Im Bundestag ist sie seit mehr als einem Jahr die größte Oppositionspartei und konkurriert in den Umfragen mit den einstigen Volksparteien CDU und SPD. Innerhalb kurzer Zeit hat sie sich radikalisiert und sich zu einem Sammelbecken rechtsextremer Strömungen entwickelt. Lange als rechtspopulistisch gekennzeichnet, gehen inzwischen immer mehr Extremismusforscher davon aus, dass es sich bei der AfD um eine weitgehend verfassungsfeindliche Partei handelt, die dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen ist. Damit ist sie mit der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) vergleichbar. Während das letzte NPD-Verbotsverfahren (2013 – 2017) an der politischen Unbedeutsamkeit der Partei scheiterte, stellt sich aktuell die Frage, ob ein Verbot der AfD Aussicht auf Erfolg hätte.

Vollmachtsmissbrauch zulasten älterer Menschen
Handreichung für die Strafverfolgungspraxis
Von Fabian Stam
Nach polizeilichen Erkenntnissen nimmt die Zahl vermögensbezogener Straftaten gegen alte Menschen insbesondere in Nähebeziehungen zu. So bearbeitete das LKA Berlin im Zeitraum Januar bis Oktober 2017 90 Verfahren mit einer Schadenshöhe von jeweils über 50.000 Euro; der Gesamtschaden dieser Verfahren lag bei 33 Millionen Euro, der durchschnittliche Schaden betrug also über 350.000 Euro. Das LKA Berlin geht dabei von einem ganz erheblichen Dunkelfeld aus, weil Taten (wenn sie überhaupt entdeckt werden) häufig nicht angezeigt würden. Typischerweise sind die Täter ihren späteren Opfern im Haushalt oder anderweitig behilflich und nutzen das ihnen aufgrund dessen entgegengebrachte Vertrauen aus, um sich selbst zu bereichern, d. h. Zahlungen an sich selbst zu veranlassen.1 Typisch sind dabei folgende Konstellationen: 1. Der Geschädigte unterzeichnet eine Vollmachtsurkunde zugunsten des Täters. Hierbei stellt sich häufig das weitere Problem, dass der Geschädigte (etwa infolge einer Demenzerkrankung) geschäftsunfähig ist. 2. Der Geschädigte überlässt dem Täter die Online-Zugangsdaten für sein Konto. 3. Der Geschädigte überlässt dem Täter seine EC-Karte samt PIN.

Vernehmungsstandard 3K – Kompetenz, Konzept, Kommunikation
Zum Stand der Kunst „guter“ Vernehmung in Deutschland
Von Patrick Niegisch und Markus M. Thielgen
Ziel des vorliegenden Beitrages ist die Frage, welche Faktoren den Erfolg einer Vernehmung als polizeiliche Kernaufgabe sicherstellen und fördern. Grundlage dieser Arbeit ist eine umfangreiche Recherche der deutschsprachigen und internationalen Vernehmungsliteratur. Als Fazit stellen wir fest, dass die Entwicklung vom Beginner zum Experten einen Prozess darstellt: auf Basis nativer Fähigkeiten werden im Laufe der persönlichen und dienstlichen Entwicklung explizite Strategien und Fertigkeiten sowie implizites kriminalistisches Erfahrungswissen erworben. In Bezug auf diesen Prozess ist es das Anliegen des Beitrages, eine Diskussion über einen einheitlichen Standard am Ende des Polizeistudiums sowie für die ersten Berufsjahre anzuregen.

Psychotherapie vor Abschluss der Beweisaufnahme im Strafverfahren?
Traumatherapie als potenzielle Fehlerquelle bei der Tatsachenfeststellung
Von Ursula Gasch
Es gilt als gesichert, dass sogenannte Pseudoerinnerungen an tatsächlich nie stattgefundene Ereignisse unter bestimmten Umständen künstlich generiert und verstärkt werden können. Fatal ist, dass Scheinerinnerungen aus aussagepsychologischer Sicht eine mitunter hohe Aussagequalität aufweisen und nur mit hinreichender Sicherheit auszuschließen sind, wenn es keine Hinweise für eine erhöhte Suggestibilität des Zeugen und es keine suggestive Außenkriterien gibt – oder aber objektivierbare Außenkriterien auszumachen sind. Als nicht unerhebliche mögliche Fehlerquelle haben sich in diesem Zusammenhang dem Strafverfahren vorangehende und begleitende traumatherapeutische Behandlungen erwiesen. Gerade bei Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen im Zusammenhang mit Gewalt‑ und speziell Sexualdelikten ist ein heftiger Streit darüber entbrannt, ob es nicht besser wäre, einem mutmaßlich geschädigten Zeugen nahe zu legen, bis zum Abschluss der Beweisaufnahme auf psychotherapeutische Unterstützung zu verzichten.

Verdeckte Maßnahmen: Muss es dem Beschuldigten umgehend bekannt gegeben werden, wenn der Ermittlungsrichter die Anordnung ablehnt?
Von Marco Mayer
Werden namentlich im Bereich der organisierten und abgeschotteten Kriminalitätsformen Ermittlungsverfahren anhand verdeckter Aufklärungsmittel geführt, erlaubt es das strafprozessuale Regelungsinstrumentarium grundsätzlich, den Beschuldigten hiervon erst dann in Kenntnis zu setzen, wenn dies aus ermittlungstaktischen Gründen unbedenklich ist1. Wie verhält es sich allerdings mit der Bekanntgabe, wenn eine Eingriffsmaßnahme vom zuständigen Ermittlungsrichter abgelehnt wird?

Forensische Linguistik
Was kann Stilistik beitragen?
Von Ulrike Tabbert
Vor dem Hintergrund meiner langjährigen staatsanwaltschaftlichen Tätigkeit gewinne ich zunehmend den Eindruck, dass vermehrt die Möglichkeiten der Sprachwissenschaft zur Beweisführung im Ermittlungsverfahren oder in einer Hauptverhandlung genutzt werden. Hiervon zeugt auch das Thema der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik 2017 in Berlin: „Am Ende steht das Wort – Sprache als Beweismittel“. Daher reizt es mich als Strafrechtlerin und Sprachwissenschaftlerin, zu den Möglichkeiten und Grenzen des Autorenvergleichs sowie der Autorenidentifizierung in Drohschreiben aus sprachwissenschaftlicher Sicht und gleichzeitig mit Blick auf die Anforderungen einer strafprozessualen Beweisführung Stellung zu nehmen.
Anmerkungen zum Artikel (PDF-Download)

Fangewalt
Aktuelle Lage in der Schweiz und zukünftige Handlungsfelder
Von Dirk Baier, Rémy Schleiniger, Lothar Janssen und Katja Iseli
In jüngster Zeit häufen sich in der Schweiz die Medienberichte zu Gewaltvorfällen insbesondere durch Fußballfans. Der Beitrag stellt den derzeitigen Erkenntnisstand zum Phänomen der Fangewalt vor und diskutiert zukünftige Handlungsfelder.



  


 

 

 

Kriminalistik Campus

 

Redaktion: Thomas Schulte, Kriminaldirektor, Leiter Fachgebiet III.3 (Phänomenbezogene Kriminalstrategie),
Deutsche Hochschule der Polizei, Münster

Die vorliegende Ausgabe der Kriminalistik beinhaltet zwei Hausarbeiten des Masterstudiengangs „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ an der Deutschen Hochschule der Polizei. Die Hausarbeiten wurden als Prüfungsleistung im Modul „Kriminalität – Phänomen, Intervention und Prävention“ im Frühjahr 2018 gefertigt. Beide Arbeiten befassen sich, wenn auch mit unterschiedlicher Ausrichtung, mit relevanten Deliktsfeldern der Organisierten Kriminalität, nämlich der Prostitution und dem Sportwettbetrug.
Susanne Kullmann beschäftigt sich dabei mit den Auswirkungen des neuen Prostituiertenschutzgesetzes auf die Arbeit der Sicherheitsbehörden am Beispiel des PP München. Hierbei beschreibt sie zunächst die Regelungen aus dem Prostitutionsgesetz sowie dem Prostitutiertenschutzgesetz, welches seit dem 1.7.2017 in Kraft ist und das Ziel verfolgt, Rechte und Arbeitsbedingungen von Prostituierten zu stärken und die Kriminalität im Umfeld zu verdrängen. Im Weiteren beschreibt sie die aktuellen Bekämpfungsansätze im PP München und die konkreten Auswirkungen des Prostitutiertenschutzgesetzes, z. B. den Wegfall des Anmeldeverfahrens auf freiwilliger Basis bei der Polizei in eloquenter Weise, um abschließend Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
Stephan Werning befasst sich mit der Thematik Sportwettbetrug und stellt diesbezügliche Bekämpfungshemmnisse und ‑ansätze dar. Dabei leitet er – in einer der aktuellen Sportberichterstattung angepassten Sprache zunächst sehr gelungen mit „Wundern“ im Sport ein, die sich dann durch betrügerische Sportwetten erklären lassen. Im Weiteren beschreibt er in einer hohen Detailtiefe Abläufe und Dimensionen des Sportwettbetrugs. Abschließend stellt er bestehende und neue Bekämpfungsansätze dar, um dem Leser praktische Empfehlungen an die Hand zu geben.

Thomas Schulte, Kriminaldirektor im Hochschuldienst

Das neue Prostituiertenschutzgesetz
Effekte auf die Arbeit der Sicherheitsbehörden am Beispiel des Ballungsraums München
Von PKin Susanne Kullmann, Polizei Bayern, Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration

Sportwettbetrug als Form der organisierten Kriminalität
Bekämpfungshemmnisse und ‑ansätze
Von PR Stephan Werning, Master of Arts „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“, Deutsche Hochschule der Polizei, Münster

 

 

 

  


 

 

 

Recht aktuell

 

Mithören eines Gesprächs eines Beschuldigten mit Arzt durch Polizeibeamten
1. Eine „Vernehmung“ i. S. der §§ 136, 136a StPO liegt nur dann vor, wenn der Vernehmende dem Beschuldigten in amtlicher Funktion gegenübertritt und in dieser Eigenschaft von ihm Auskunft verlangt.
2. Die Verletzung der Aussagefreiheit kann auch außerhalb von Vernehmungen nach den §§ 136, 136a StPO zu einem Beweisverwertungsverbot führen. Dies kann der Fall sein, wenn eine gesundheitlich angegriffene und zudem in ununterbrochenem polizeilichen Gewahrsam befindliche Angeklagte gegenüber einem behandelnden Arzt Angaben macht, die ein Polizeibeamter mithört, obwohl die Angeklagte vorher ausdrücklich von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht hat.
3. Es kann dahinstehen, ob das Arzt-Patienten-Gespräch nicht ohnehin einem absoluten Verwertungsverbot wegen einer Verletzung des Kernbereichsschutzes unterliegt. Ist der Kernbereich betroffen, sind Ermittlungsmaßnahmen unzulässig.

BGH, Urt. v. 6.3.2018
1 StR 277/17
jv


Ausnutzungsbewusstsein beim Mordmerkmal Heimtücke
1. In subjektiver Hinsicht ist es für die Verwirklichung eines Heimtückemordes nicht nur erforderlich, dass der Täter die Arg‑ und Wehrlosigkeit des Opfers erkennt, Letztere muss er auch bewusst zur Begehung seiner Tat ausnutzen.
2. Im Einzelfall kann die Spontaneität des Entschlusses zur Tat im Kontext mit der Vorgeschichte der Tat und dem psychischen Zustand des Täters ein Hinweis dafür sein, dass bei ihm kein Ausnutzungsbewusstsein vorgelegen hat.
BGH, Beschl. v. 16.08.2018
1 StR 370/18
bb


Intime Kontakte einer Verdeckten Ermittlerin zu einer Zielperson
1. Eine Klage mit dem Antrag, festzustellen, dass der intime Kontakt/ Geschlechtsverkehr zwischen einer Verdeckten Ermittlerin und der ausgeforschten Person rechtswidrig war, ist unzulässig. Ein sexueller Kontakt stellt für sich genommen eine soziale und keine rechtliche Beziehung dar.
2. Erkennt die Behörde die Rechtswidrigkeit eines verdeckten Einsatzes in seiner Gesamtheit an, so scheidet in der Regel die isolierte Feststellung der Rechtswidrigkeit einzelner Teilaspekte des Einsatzes aus (hier: Aufnahme intimer Kontakte durch Verdeckte Ermittlerin).
Hamburgisches OVG, Beschl. v. 8.6.2018
4 Bf 103/17.Z
jv


Polizeiliche Ingewahrsamnahme eines der Ultra-Szene zugehörigen Fußballfans
1. Allein eine Zugehörigkeit einer Person zur Ultra-Szene und deren Einstufung als Fan der Kategorie „B“ durch einen szenekundigen Beamten reicht nicht aus, um eine den Anforderungen an eine Ingewahrsamnahme genügende Gefahrenprognose zu erstellen.
2. Das Bevorstehen von Straftaten aus einer Gruppe heraus rechtfertigt allein nicht die Ingewahrsamnahme aller Gruppenmitglieder. Anders ist dies nur zu beurteilen, wenn es konkrete Anhaltspunkte für einen kollektiven Vorsatz gibt.
OLG Braunschweig, Beschl. v. 31.8.2018
1 W 114/17
jv



 

  


 

 

 

Literatur

 

Vielschichtig und praxisorientiert
Artkämper/Schilling, Vernehmungen. Taktik/Psychologie/Recht, 4. Auflage 2018, VDP-Verlag, Hilden, 557 S., geb., 29,90 Euro

Gleichwohl die Publikation seit der Veröffentlichung der Erstauflage in 2010 noch keine zehn Jahre alt ist, kann man es, die Thematik Vernehmung und Befragungen im polizeilichen und justiziellen Bereich betreffend, als eines der Standardwerke bezeichnen.
Das zwischenzeitlich in der fünften Auflage herausgegebene Buch des Autorenpaars Artkämper/Schilling präsentiert sich auch dieses Mal, auf etwa 500 Seiten, sehr aktuell und leserorientiert.
Absolut positiv zu bewerten ist, dass die Verfasser erneut die Anregungen und Wünsche der Leser berücksichtigt haben. Das Werk wurde praxisnah fortgeschrieben und seine ursprüngliche Struktur bleibt gewahrt. So ist das Buch wieder einmal mit vielen verständlichen Beispielen gespickt und es finden sich erneut zahlreiche sinnvolle Praxistipps, welche den Leser in der Interpretation der theoretischen Inhalte unterstützen. Die Aufbereitung des gedächtnispsychologischen Hintergrundes fällt nach Auffassung des Rezensenten etwas oberflächlich aus, was jedoch im Hinblick auf die Komplexität des Themas erklärbar erscheint.
Die folgenden Kapitel sind logisch aufeinander abgestimmt und von der Gewichtung überwiegend stimmig. Einen Schwerpunkt des Werkes bilden auch dieses Mal wieder die Kapitel „Zeugenvernehmung allgemein“, „Vernehmung besonderer Zeugen“, „Beschuldigtenvernehmung allgemein“, „Vernehmung besonderer Beschuldigter“ sowie „Vernehmungen bei besonderen Verfahrensgegenständen“. Dadurch erhält der Leser bereits bei der Sichtung des Inhaltsverzeichnisses einen guten Anhalt über die ggf. für ihn relevanten Inhalte.
Wünschenswert wären verschiedenstellig kriminologische Betrachtungen, wie diese etwa ansatzweise bei der Darstellung des Rotlichtmilieus oder im Kapitel „Zeugen mit Migrationshintergrund“ erkennbar sind.
Durch die teilweise als Anhang ausgewiesene Aufnahme vernehmungsnaher Komplexe, wie „Polizeibeamte als Zeugen vor Gericht“ oder „Beamtenrechtliches bzw. (Wehr-)Disziplinarverfahren“ wird das Werk inhaltsstark komplettiert.
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Erfordernisse aus dem „Zweiten Gesetz zur Stärkung der Verfahrensrechte des Beschuldigten im Strafverfahren“ sowie aus der „EU-Richtlinie 2016/1919“ liefert das Buch einen eindrucksvollen Überblick über die Neuerungen im Bereich der Vernehmung / Befragung und kann bisweilen als Review betrachtet werden, wenn es um die Vernehmungsforschung im deutschsprachigen Raum geht.
Insgesamt lässt sich die fünfte Auflage
dergestalt resümieren, dass es den Autoren erneut gelungen ist, das komplexe Thema Vernehmungen und Befragungen in theoretischer wie praktischer Weise anschaulich darzustellen und dadurch diese polizeiliche und justizielle Kernaufgabe professionell aufzuarbeiten. Das Werk ist somit für den Einsteiger ein ideales Lehrbuch und für den Fortgeschrittenen ein kompetentes, aktuelles Nachschlagewerk.

Patrick Niegisch,
Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz


 

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KRIMINALISTIK Zeitschrift

 

Bereits im 72. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



KRIMINALISTIK Online

 

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KRIMINALISTIK Verlag

 

Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Das Programm des Kriminalistik Verlages finden Sie unter www.cfmueller.de/kriminalistik.

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