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Inhalt der Ausgabe Dezember 2014

 

 

Fachartikel

 

Dschihad-Salafismus

Deutsche IS-Dschihadisten
Kriminalätiologische und kriminalpräventive Analyse des Radikalisierungsprozesses
Teil 1: Religionskriminologische und psychopolitische Aspekte
Von Roland Christian Hoffmann-Plesch


Rauschgiftkriminalität

Cannabis: „Legalize it“ – not!
Teil 2: Cannabis ist keine weiche Droge
Von Klaus Habschick


Wohnungseinbruch

Steigerung der individuellen Prävention gegen Wohnungseinbruch
Projektskizze eines Feldexperiments in Leipzig
Von Karsten Lauber und Prof. Dr. Kurt Mühler

 

Was sagen uns Tatmerkmale über den Wohnungseinbruchdiebstahl?
Vorstellung eines kriminalistisch-kriminologischen Forschungsprojekts
Von Dr. Stefan Kersting und Sonja Willing


Interview

Kriminalistik im Gespräch
Ein Interview mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke
Von Bernd Fuchs


Fallbearbeitung

Fallbearbeitungssystem, wozu eigentlich?
Der praktische Einsatz des Fallbearbeitungssystems rsCase
Von Peter Reiche


Schuldfähigkeit

„Briefkasten-Bomber“ und forensisch-psychiatrische Gutachten
Von Prof. Dr. em. Ulrich Eisenberg


Vereinsrecht

Das Kennzeichenverbot nach § 9 VereinsG
Zugleich Anmerkung zu BVerfG, Beschl. v. 23.9.2014 – 2 BvR 1355/14 und OLG Hamburg, Urt. v. 7.4.2014 – 1-31/13 (Rev)
Von Florian Albrecht und Dr. Frank Braun


Kriminalistik Schweiz

Senioren im Strafvollzug
Die Abteilung „60plus“ im Zentralgefängnis der Justizvollzugsanstalt Lenzburg
Von Bruno Graber, Erich Hotz und Peter Holenstein

 


Kriminalistik Campus

 

Der Enkeltrick – eine weitere Erscheinungsform der Organisierten Kriminalität

Grenzen und Möglichkeiten staatlicher Repression und Prävention
Von Nadine Kunz


Wohnungseinbruchdiebstahl – eine dauerhafte Herausforderung für die Polizei

Eine Analyse erfolgskritischer Handlungsfelder bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls im Polizeipräsidium Mainz
Von Markus Moog 

 


Recht aktuell

 

Zum Tatbestand des Raubes und der räuberischen Erpressung

 

Zur Strafbarkeit wegen sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger beim schlafenden Opfer

 

Verbot der Veröffentlichung einer Anklageschrift

 

Zum Gewahrsamswechsel beim Diebstahl

 

Zur Bereicherung bei einer (räuberischen) Erpressung 

 



Literatur

 

Ein überzeugendes Werk 


 

 




 

 

Fachartikel

 

Deutsche IS-Dschihadisten
Kriminalätiologische und kriminalpräventive Analyse des Radikalisierungsprozesses Teil 1: Religionskriminologische und psychopolitische Aspekte
Von Roland Christian Hoffmann-Plesch
Durch die radikale Wahhabisierung und Dschihadisierung des Salafismus ist die eher theoriebasierte salafistische Politreligion zu einer totalitären, gewaltverherrlichenden und gewaltausübenden Psychopolitik geworden, die bereits Millionen Opfer – Tote, Verstümmelte, Vertriebene, Versklavte – gefordert hat. Eine Analyse des Dschihad-Salafismus unter kriminologisch relevanten Aspekten zeigt, welche Rolle die buchstabengetreue Scharia-Auslegung, der neue Dschihad-Begriff, das takfirische Feind-Bild, die Utopie des Weltkalifats und die unreflektierte salafistische Glaubenslehre im Radikalisierungsprozess der IS-Dschihadisten spielen. Weiter wird belegt, dass die idealistischen deutschen IS-Kämpfer im jetzigen Weltordnungskrieg, in dem viele Akteure unter der Maske der Religion weltliche Ziele verfolgen, Gefahr laufen, sich zu autonomisieren und ihren Kampf für Allah in Deutschland fortzusetzen.

Cannabis: „Legalize it“-not!
Teil 2: Cannabis ist keine weiche Droge
Von Klaus Habschick
Im Teil 1 in der letzten Ausgabe der Kriminalistik ging der Autor schwerpunktmäßig der Frage nach, wem die Legalisierung nützt und wer zu den großen Verdienern gehören würde. Angesichts der weit verbreitete Unkenntnis hinsichtlich der Droge Cannabis in der Bevölkerung, selbst in Polizeikreisen, befasst sich Teil 2 nun vor allem mit der Geschichte, der politischen Diskussion und den gesundheitlichen Auswirkungen. Objektiv lässt sich folgendes festhalten: Keine andere Droge wurde und wird so idiologisiert wie Cannabis.

Steigerung der individuellen Prävention gegen Wohnungseinbruch
Projektskizze eines Feldexperiments in Leipzig
Von Karsten Lauber und Kurt Mühler
Die Zahl der Wohnungseinbrüche (WE) ist in den letzten Jahren insbesondere in Großstädten wieder angestiegen. So stieg auch die Häufigkeitszahl1 (HZ) beim Wohnungseinbruchdiebstahl2 (WED) in Leipzig in den letzten Jahren deutlich an. Sie lag im Jahr 2006 bei 109 und erhöhte sich bis zum Jahr 2011 kontinuierlich auf 272, ehe sie sich wieder über 258 (2012) auf nun 250 (2013) reduzierte. Im sächsischen Vergleich für das Jahr 2013 bedeutet dies deutlich ungünstigere Werte, als beispielsweise Chemnitz (101) oder Dresden (92) aufzuweisen haben. Mit Blick auf den sächsischen Landesdurchschnitt (89) ist Leipzig rund dreimal so häufig belastet. Auch bei den Nahe gelegenen Städten außerhalb Sachsens stellt sich die Situation besser dar: Halle/ Saale (140), Erfurt (116), Magdeburg (161).

Was sagen uns Tatmerkmale über den Wohnungseinbruchdiebstahl?
Vorstellung eines kriminalistisch-kriminologischen Forschungsprojekts
Von Stefan Kersting und Sonja Willing
Für das Jahr 2013 wurden in Nordrhein–Westfalen 54.953 Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls (WED) in der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert. In den letzten zehn Jahren (2004–2013) haben sich die Fallzahlen damit um 21,4 % erhöht. Die Aufklärungsquote bewegte sich im gleichen Zeitraum zwischen 12,9 % (2009) und 16,6 % (2006). Was ist angesichts dieser Eckdaten zu tun? Aus der Sicht der kriminalistisch-kriminologischen Forschung ist das nach wie vor unbefriedigende Wissen zum Phänomen WED ein Teil des Problems. Wie sollen erfolgversprechende evidenzbasierte Bekämpfungskonzeptionen entwickelt werden, wenn die dazu erforderliche Wissensbasis unzureichend ist? Wer soll im Fokus dieser Konzeptionen stehen? Sind professionelle Täter, möglicherweise sogar Banden aus Osteuropa für die Fallanstiege der letzten Jahre verantwortlich? Oder sind es doch eher die Gelegenheitskriminellen, abenteuerlustigen Jugendlichen oder verzweifelte Betäubungsmittelabhängige die das Delikt (wieder-) entdeckt haben?

Kriminalistik im Gespräch
Ein Interview mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke
Von Bernd Fuchs
Nach 47 Dienstjahren, davon fast 11 an der Spitze des Bundeskriminalamtes, tritt Jörg Ziercke Ende November 2014 in den Ruhestand. Mit ihm verlässt ein ausgewiesener Fachmann und leidenschaftlicher Kämpfer für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger die kriminalpolizeiliche und kriminalpolitische Bühne. Trotz seiner beispiellosen Karriere hat er die Anfänge als Kriminalhauptwachtmeister in Schleswig- Holstein nie aus den Augen verloren und sich immer auf seine kriminalistischen Wurzeln verlassen können. In seinem Berliner Büro stand Jörg Ziercke als Mitherausgeber der Kriminalistik und als Zeitzeuge geduldig Rede und Antwort in einer bewegten Zeit.

Fallbearbeitungssystem, wozu eigentlich?
Der praktische Einsatz des Fallbearbeitungssystems rsCase
Von Peter Reiche
Anhand von zwei Fallbeispielen wird der praktische Einsatz des Fallbearbeitungssystems rsCase beschrieben. Sie basieren auf Erfahrungen der Mitarbeiter/innen der „Unterstützungsgruppe CASE NRW“ (UG CASE) des LKA Nordrhein-Westfalen, die mit der landesweiten Einführung von rsCase im Jahr 2009 gegründet wurde. Neben der kriminalfachlichen Betreuung der Anwendung unterstützt sie insbesondere die kriminalpolizeilichen Sachbearbeiter/innen des Landes NRW beim Einsatz der Datenbank in Ermittlungs- oder Mordkommissionen. Zu ihren Aufgaben gehört neben der Beratung und Erstellung von landesweit einsetzbaren Druck- und Importschemata auch die Aufbereitung und Analyse großer Datenmengen sowie deren Import in das Fallbearbeitungssystem. Derzeit arbeiten fünf kriminalpolizeiliche Sachbearbeiter/ innen in der Unterstützungsgruppe. Einleitend gibt der Artikel einen Überblick über die Vorzüge einer solchen Software und führt kurz in die Funktionalität der Anwendung ein.

„Briefkasten-Bomber“ und forensisch-psychiatrische Gutachten
Von Ulrich Eisenberg
Bei der Auswahl eines psychiatrischen Gutachters zur Frage der Schuldfähigkeit (§§ 20, 21 StGB) ist maßgebend die Geeignetheit zur Erfüllung der von der Pflicht zur Wahrheitsermittlung (§ 244 Abs. 2 StPO) bestimmten gesetzlichen Funktion (§§ 72 ff. StPO), schon um Fehlberatungen der Strafjustiz und (auch fiskalisch relevant) die zusätzliche Beauftragung eines anderen Gutachters zu vermeiden. In dem vorliegenden Fall (unten I.) kamen, was nicht selten ist, die beiden eingeholten Gutachten zu konträren Ergebnissen hinsichtlich der für die Beurteilung der Voraussetzungen der Schuldfähigkeit wesentlichen Frage nach dem Vorliegen einer Psychose (unten II.). Ein Grund für diese Diskrepanz könnte sich daraus erschließen, dass eines der Gutachten Lücken und wohl auch Widersprüche in der Würdigung sowohl der psychischen Entwicklung einschließlich des Verhältnisses von Täter und intendiertem Opfer als auch der Art des Gesprächs während der Exploration aufwies. Solche Defizite scheinen in Zusammenhang mit einem von Gesetzes wegen nicht vorgesehenen Funktionsverständnis von Gutachtern zu stehen (unten III.).
PDF-Download des Fußnotenverzeichnisses

Das Kennzeichenverbot nach § 9 VereinsG
Zugleich Anmerkung zu BVerfG, Beschl. v. 23.9.2014 – 2 BvR 1355/14 und OLG Hamburg, Urteil vom 7.4.2014 – 1-31/13 (Rev)
Von Florian Albrecht und Frank Braun
Das OLG Hamburg hat am 7.4.2014 entschieden, dass die von regionalen Ablegern der Rockergruppierungen (sog. Charter) verwendeten Wappen nicht in ihrer Gesamtheit zu bewerten sind, sondern bereits ihren einzelnen Bestandteilen (z. B. dem sog. Deathhead) eigenständige Kennzeichenqualität i. S. d. § 9 VereinsG zukommt. Dies hat zur Folge, dass auch an sich „rechtstreuen“ Chartern die Verwendung von Wappenbestandteilen untersagt werden kann, die in der Vergangenheit von einem verbotenen Ableger der jeweiligen Rockergruppierung verwendet wurden. Die Innenministerien machen sich diese Rechtsprechung zu Nutze: Bundesweit werden massenhaft „Kuttenverbote“ ausgesprochen und Mitglieder der Rockervereinigungen unter Anwendung vereinsrechtlichen Nebenstrafrechts (§ 20 Abs. 1 Nr. 5 VereinsG) kriminalisiert. Das Bundesverfassungsgericht hat eine gegen die Entscheidung des OLG Hamburg gerichtete Verfassungsbeschwerde mit Beschluss vom 23.9.2014 nicht zur Entscheidung angenommen.

Senioren im Strafvollzug
Die Abteilung „60plus“ im Zentralgefängnis der Justizvollzugsanstalt Lenzburg
Von Bruno Graber, Erich Hotz und Peter Holenstein
Für die Justizvollzugsanstalten in der Schweiz werden alte, betagte und pflegebedürftige Gefangene, die langjährige Strafen zu verbüßen haben, zunehmend zu einem Problem, denn die Zahl der alten Insassen nimmt kontinuierlich zu. Über 80-jährige Gefangene sind heute keine Seltenheit mehr. Allein im Jahr 2012 starben in Schweizer Gefängnissen 29 alte Insassen – so viele wie noch nie zuvor. Die steigende Anzahl von älteren Gefangenen und das Bedürfnis nach einer Sonderabteilung führten in der seit 1864 bestehenden JVA Lenzburg zur Integration von zwei Spezialabteilungen im neu erstellten Zentralgefängnisses (ZG): Die Abteilung für erhöhte Sicherheit (SITRAK II) und die Abteilung für über 60-jährige Gefangene („60plus“). Das neue Zentralgefängnis wurde für insgesamt 107 Gefangene konzipiert: 82 Plätze für Männer, Frauen und Jugendliche in Untersuchungshaft, 13 Plätze für den SITRAK II sowie 12 Plätze für die Abteilung „60plus“. Das Zentralgefängnis wird mit 43 Mitarbeitenden betrieben.


 

 


 

 

Recht aktuell

 

Zum Tatbestand des Raubes und der räuberischen Erpressung
1. Ein „Verwenden“ einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs i. S. des § 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB ist nur dann zu bejahen, wenn der Täter zur Wegnahme der fremden beweglichen Sache die Waffe bzw. das gefährliche Werkzeug als Mittel entweder der Gewalt gegen eine Person oder der Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für deren Leib oder Leben gebraucht.

 

2. Der Tatbestand der schweren räuberischen Erpressung (§§ 253, 255, 250 StGB) erfordert eine finale Verknüpfung zwischen dem Nötigungsmittel und der von dem Opfer vorzunehmenden vermögensschädigenden Handlung.

 

3. Es genügt nicht, wenn der Einsatz des Nötigungsmittels nicht zum Zweck der Herausgabe von Geld vorgenommen wird, sondern der Täter den Entschluss, dem Opfer eine Handlung abzunötigen, erst nach der Gewaltanwendung oder Drohung fasst.

 

4. Das bloße Ausnutzen der Angst eines der Einwirkung des Täters schutzlos ausgelieferten Opfers ist keine Drohung i. S. von Raub und räuberischer Erpressung.

 

BGH, Beschl. v. 25.2.2014, 4 StR 544/13, StV 2014, S. 545
jv


Zur Strafbarkeit wegen sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger beim schlafenden Opfer
1. Die Widerstandsunfähigkeit einer schlafenden Person wird nicht vorsätzlich ausgenutzt, wenn der Täter davon ausgeht, die schlafende Person habe eingewilligt; auch eine fahrlässige irrige Fehlvorstellung vom einvernehmlichen Geschlechtsverkehr lässt die innere Tatseite entfallen.

 

2. Letzteres (siehe Leitsatz 1) gilt auch, wenn der Täter die Widerstandsunfähigkeit nicht erkennt, da er davon ausgeht, die betroffene Person sei wach.
(Nichtamtl. Leitsätze)

 

BGH, Beschl. v. 8.1.2014, 3 StR 416/13
bb


Zum Gewahrsamswechsel beim Diebstahl
Ein bloßes Verladen des Diebesgutes in einen Transporter im räumlichen Machtbereich des Geschädigten begründet noch keinen tätereigenen Gewahrsam.

 

BGH, Beschl. v. 17.9.2014, 2 StR 191/14
bb


Verbot der Veröffentlichung einer Anklageschrift
1. Das Verbot der Veröffentlichung einer Anklageschrift vor der öffentlichen Verhandlung (§ 353d Nr. 3 StGB) ist mit dem Grundgesetz vereinbar.

 

2. Dies gilt auch dann, wenn die Veröffentlichung mit Einverständnis des Betroffenen erfolgt.

 

BVerfG, Beschl. v. 27.6.2014, 2 BvR 429/12
jv


Zur Bereicherungsabsicht bei einer (räuberischen) Erpressung
1. Eine Strafbarkeit wegen Erpressung (§ 253 StGB) setzt voraus, dass die Bereicherung nach der materiellen Rechtslage zu Unrecht angestrebt wird.

 

2. Daran fehlt es, wenn der Täter auf den Vermögensvorteil einen fälligen einredefreien Anspruch hat.

 

3. Geht der Täter irrtümlich vom Vorliegen eines solchen Anspruchs aus, ist der Vorsatz in Bezug auf das subjektive Tatbestandsmerkmal der Rechtswidrigkeit der Bereicherung zu verneinen.

 

BGH, Beschl. v. 26.6.2014, 5 StR 358/14
jv


 



 

Kriminalistik Campus

 

Redaktion:
Kriminaldirektor im Hochschuldienst Matthias Zeiser, Leiter Fachgebiet Kriminalistik – Phänomenbezogene Kriminalstrategie, Deutsche Hochschule der Polizei

Mit der vorliegenden Ausgabe der KRIMINALISTIK werden Ihnen zwei Hausarbeiten von Studierenden des Masterstudiengangs „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ vorgestellt, die von diesen als Prüfungsleistung im Kriminalistikmodul „Kriminalität – Phänomen und Intervention“ im Mai 2014 an der Deutschen Hochschule der Polizei gefertigt wurden.
Nadine Kunz setzt sich in ihrer Arbeit mit der Frage „Der Enkeltrick – eine weitere Erscheinungsform der Organisierten Kriminalität?“ aus der Perspektive des Saarlandes auseinander, geht in der phänomenologischen Betrachtung auf Feststellungen und insbesondere Erfahrungen zu Opfern, Tätern und Tatbegehungsweisen ein. Sie diskutiert im Weiteren das Phänomen im Kontext Organisierter Kriminalität.
Markus Moog untersucht in seiner Arbeit „Wohnungseinbruchdiebstahl – eine dauerhafte Herausforderung für die Polizei“ ein regionales Konzept zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls im Hinblick auf den Optimierungsbedarf der vier Handlungsfelder Lagearbeit, Informationsmanagement, interne Öffentlichkeitsarbeit und Repression.
Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Lage dürften beide Arbeiten in dem jeweiligen Pänomenbereich das Interesse der polizeilichen Praxis finden.

Der Enkeltrick – eine weitere Erscheinungsform der Organisierten Kriminalität?
Grenzen und Möglichkeiten staatlicher Repression und Prävention
Von Nadine Kunz, M. A., Kriminalrätin

 

Wohnungseinbruchdiebstahl – eine dauerhafte Herausforderung für die Polizei
Eine Analyse erfolgskritischer Handlungsfelder bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls im Polizeipräsidium Mainz
Von Markus Moog

 


 

 

Literatur

 

Ein überzeugendes Werk
Artkämper/Schilling, Vernehmungen. Taktik/Psychologie/Recht, 3. Auflage 2014, VDP-Verlag, Hilden, 488 S., geb., 29,90 Euro

Rund zwei Jahre nach der letzten Auflage, die vom Rezensenten besprochen wurde (Kriminalistik 2012, 234) erscheint dieses Werk neu – durchaus ungewöhnlich für ein Buch dieser Thematik, aber: angesichts der Qualität vollkommen zu Recht! Der positive Eindruck und das in der Besprechung Gesagte gilt uneingeschränkt weiter. Die Neuauflage hat nun vom Umfang her (leider auch vom Preis!) zugenommen; zumindest ersteres gereicht aber nicht zum Nachteil.
Im Einzelnen: Präzise geraten die Ausführungen bei „Vernehmungen von Personen, die der (hoch-)deutschen Sprache nicht mächtig sind“, insbesondere solche bei Verwendung von Dolmetschern. Sehr anschaulich werden Fehlerquellen aufgezeigt, die bei einem entsprechenden Einsatz zu bedenken sind. Wünschenswert wäre angesichts der großen Bedeutung in der Praxis gewesen, diese Darstellung auszuweiten, insbesondere die Auswirkungen auf die Aussagenanalyse bzw. die Irrtumsproblematik zu untersuchen. Zusätzlichen Raum nimmt das Kapitel über Dokumentationstechniken ein, u.a. die Frage, wie eine Vernehmung am authentischsten aufgenommen wird. Passend hier der Hinweis auf Nr. 45 RiStBV sowie die weiteren Ausführungen dazu und dem treffenden, leider oftmals nicht bedachten Ergebnis: es gibt nichts besseres als eine Bild-Ton-Vernehmung! Neu ist Kapitel 19: Vernehmungen in besonderen Verfahrensarten, nämlich in (Wehr-)Disziplinarverfahren: Während die Ausführungen in Wehrdisziplinarverfahren – angesichts der Thematik dieses Buches – von der Länge her noch akzeptabel sind (der Schwerpunkt wird auf die Vernehmung/ Anhörung mit den damit einhergehenden Problemen gesetzt), gerät die Darstellung im anderen Teil zu lang: Sie ist zu sehr auf das Disziplinarverfahren abgestellt und geht am Kern dieses Buches vorbei! Trotz dieses Mankos – es bleibt dabei: ein sehr empfehlenswertes Buch!

Martin Hussels, Ravensburg

 


 

 

 


 

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Bereits im 70. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.



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Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.

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