Sexuell assoziierte Tötungsdelikte an Kindern

Teil 2: Kriminalistische Folgerungen/Fortsetzung aus KRIMINALISTIK 11/2009

63. Jg. 2009, S. 675

Abstrakt: Es ist unverkennbar, dass sich das Feld sexuell assoziierter Tötungen von Kindern alles andere als einheitlich darstellt, dass monokausale Ansätze der Wirklichkeit heterogener Wirkgefüge in der Regel nicht gerecht werden. Für die polizeiliche Aufgabenstellung der Ergreifung der Täter, der damit in Einzelfällen gegebenen Möglichkeit der Verhinderung weiterer Taten und in seltenen Fällen bestehenden Möglichkeit, im Anschluss an die Feststellung eines unter Besorgnis erregenden Umständen verschwundenen Kindes der Tötung des Kindes zuvorzukommen, bedeutet dies die Notwendigkeit einer Fokussierung auf Tatmerkmale und die Möglichkeit des Anknüpfens an geografisch-temporale Parameter. Auf diesem Gebiet hat Bob Keppel wichtige Pionierarbeit geleistet, auf die im Folgenden näher eingegangen werden soll.

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Autor/en:
Dern, Harald
Stichwort(e):
Sexuell assoziierte Tötungsdelikte, an Kindern
Sexuell assoziierte Tötungsdelikte, Studie von Brown & Keppel
Tötungsdelikte, sexuell assoziierte an Kindern


Massendatenanalyse in der Praxis

Die Arbeitsweise der Verfahrensbegleitenden Analyse im Hessischen LKA am Beispiel eines Tötungsdeliktes

63. Jg. 2009, S. 680

Abstrakt: Der Aufgabenbereich der Operativen Analyse im Hessischen Landeskriminalamt wurde im Januar 2007 als eigenständiges Sachgebiet 433 "Verfahrensbegleitende Analyse" innerhalb der Abteilung 4 eingerichtet und unterstützt deliktsunabhängig Ermittlungs- und Auswerteeinheiten im LKA wie auch bei den Polizeipräsidien im Rahmen konkreter Projekte. Eine ermittlungsbegleitende bzw. -unterstützende Analyse greift grundsätzlich immer dann, wenn in einem Ermittlungsverfahren die vorliegenden Informationen ein Maß an Komplexität erreicht haben, die durch einen Einzelnen kognitiv nicht mehr erfasst und/oder objektiv nicht mehr verarbeitet werden können. Durch eine gezielte Aufbereitung vorliegender Informationen und anschließender zielgerichteter Auswertung z. B. vorhandener Beziehungen, zeitlicher Abläufe oder geografischer Daten können Zusammenhänge erkannt, neue Hypothesen gebildet, Ermittlungsansätze priorisiert oder auch Fehlinformationen und Widersprüche besser identifiziert werden. Ein weiterer Aspekt ist die Aufbereitung sog. Massendaten, die in der Regel im Rahmen automatisierter Prozesse bei Behörden oder privaten Unternehmen erhoben werden und aufgrund gesetzlicher Eingriffsbestimmungen im konkreten Ermittlungsverfahren zur Verfügung stehen.

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Autor/en:
Esch, Heike
Stichwort(e):
Massendaten, Aufbereitung und zielgerichtete Auswertung
Verfahrensbegleitende Analyse, im Hessischen LKA


Das Submissionskartell

Erscheinungsformen und Funktionsweisen

63. Jg. 2009, S. 685

Abstrakt: Submissionsabsprachen stellen eine Form von Wettbewerbsbeschränkungen dar, die sich zeitweise, beispielsweise bei Ausschreibungen öffentlicher Auftraggeber in der Bauwirtschaft und im Baunebengewerbe, als fast immanentes Element des jeweiligen Verfahrens einstellt und in den meisten industrialisierten Ländern weit verbreitet ist. Ihre Wirkung als Mittel zur Verwandlung der Ausschreibung in eine inhaltsleere Floskel ist fast genauso effektiv wie der grobe "Kauf" eines Auftrags vom zuständigen Entscheidungsträger. Nach allgemeiner Erfahrung führen Submissionsabsprachen zur Überteuerung der angebotenen Produkte und Leistungen und somit zu ökonomischen Verlusten für den Auftraggeber, aber auch zu beachtlichen gesamtwirtschaftlichen Schäden.

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Autor/en:
Androulakis, Ioannis N.
Stichwort(e):
Ausschreibungsbetrug, Submissionsabsprachen
Submissionsabsprachen, Erscheinungsformen und Funktionsweisen


Raubgräberei

Problemfelder der Ermittlungsbehörden

63. Jg. 2009, S. 692

Abstrakt: Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich im Bundesgebiet eine Szene illegaler Schatzsucher und Hobbyarchäologen herausgebildet, die mit Hilfe von Metalldetektoren oder geophysikalischen Sonden Flurbegehungen unternehmen und illegale Ausgrabungen mit dem Ziel der persönlichen Bereicherung durchführen. Dabei können Parallelen zur internationalen Raubgräberszene durchaus gesehen werden. Als Folge hiervon werden die Funde der wissenschaftlichen Bearbeitung, der Auswertung sowie der Öffentlichkeit entzogen. Darüber hinaus können durch unkontrollierte Ausgrabungen außer Fundverlusten unwiederbringliche Beschädigungen und Zerstörungen von Kulturdenkmälern eintreten.

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Autor/en:
Schönleber, Wolfgang
Stichwort(e):
Kulturgutschutz, Raubgräberei
Raubgräberei, gesetzliche Regelungen
Raubgräberei, Problematik für Ermittlungsbehörden


Zeugnisverweigerungsrecht eines Wirtschaftsprüfers

63. Jg. 2009, S. 699

Rechtsprechung: OLG Nürnberg vom 18.06.2009 - 1 Ws 289/09 -

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Stichwort(e):
Zeugnisverweigerungsrecht, eines Wirtschaftsprüfers


Kriminologie in Europa und in der Welt

Die kriminologische Hauptrichtung auf der Grundlage der wichtigsten Kongresse - Teil 2: Fortsetzung aus Heft 11/2009

63. Jg. 2009, S. 700

Abstrakt: Nachdem im 1. Teil (KRIMINALISTIK 11/2009, S. 639 ff.) dieses Überblicks über die internationale kriminologische Hauptrichtung ihre historischen, phänomenologischen und ätiologischen Grundlagen gelegt worden sind, wendet sich der 2. Teil ihren methodologischen und kriminalpolitischen Auswirkungen zu. Methodologisch folgt die Mehrheitsrichtung der sozialwissenschaftlichen Methode der objektiven Realitätserfassung und nicht der geisteswissenschaftlichen Methode des subjektiven Verstehens. Es kommt ihr auf theoriegeleitete empirische und experimentelle Forschung an. Die Kriminalpolitik muss auf wissenschaftlichen Beweis und nicht auf Spekulationen, ideologische Überzeugungen, subjektive Erfahrungen und Meinungen gegründet werden. Mit Evaluationsstudien ist die Effektivität kriminalpolitischer Interventionen zu ermitteln. Durch international vergleichende Studien haben sich hierbei Frühprävention und kognitive Verhaltenstherapie bewährt, die auf der kognitiv-sozialen Lerntheorie aufbauen.

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Autor/en:
Schneider, Hans Joachim
Stichwort(e):
Kriminologie, Hauptrichtung auf der Grundlage der weltweit wichtigsten Kongresse


Coma blister als kutane Manifestation einer überlebten Benzodiazepin-Intoxikation

63. Jg. 2009, S. 709

Abstrakt: Bullöse Druckbrandnekrosen der Haut (syn.Holzer-Blasen bzw. Coma blister), teilweise begleitet von Nekrosen der ekkrinen Schweißdrüsen, sind ein in der rechtsmedizinischen Obduktionspraxis bekanntes Phänomen bei Todesfällen durch (Medikamenten-) Intoxikationen. Die Inzidenz im rechtsmedizinischen Obduktionsgut wird mit bis zu 40% der letalen Intoxikationen angegeben, während lediglich 5% der im Krankenhaus behandelten, überlebenden Intoxikationsfälle kutane Symptome auswiesen, die auf eine Vergiftung schließen lassen. Als auslösende Faktoren werden eine längere Liegezeit nach Intoxikation mit druckbedingter Genese an exponierten Körperpartien sowie substanztypische, toxische Effekte diskutiert; die Ätiologie ist letztlich nicht geklärt. Allerdings korreliert die Ausprägung solcher Coma blister offenbar mit dem Grad der Intoxikation, so dass im hier referierten Fall bemerkenswert erscheint, dass das Ereignis trotz kutaner Manifestation der Benzodiazepin- Intoxikation und langem therapiefreiem Intervall (zumindest in einem Fall) überlebt wurde.

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Autor/en:
Buschmann, Claas T.
Rießelmann, Benno
Tsokos, Michael
Stichwort(e):
Benzodiazepin-Intoxikation, Auftreten von Coma blister
Coma blister, bei einer überlebten Benzodiazepin-Intoxikation
Intoxikation, Todesfall durch


Rechtsfolgen bei strafbarer Nötigung eines Täters durch V-Person

63. Jg. 2009, S. 711

Rechtsprechung: BGH vom 21.01.2009 - 1 StR 727/08 -

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Stichwort(e):
Vertrauens-Personen, Rechtsfolgen bei strafbarer Nötigung eines Täters


Handschriftenuntersuchung

Erfahrungen mit dem VSC4Plus

63. Jg. 2009, S. 712

Abstrakt: Physikalisch-technische Untersuchungen zur Schreibmitteldifferenzierung gehören seit Jahrzehnten zu den Standardmethoden der forensischen Handschriftenvergleichung. Besonders wichtig waren früher Prüfungen von Schecks auf Verfälschungen, indem eine weitere Ziffer mit einem anderen Schreibmittel nachträglich hinzugefügt worden ist. Auch wenn mit bloßem Auge keine Unterschiede im Schreibmittel festgestellt werden können, ist es gegebenenfalls durch Reflexionsuntersuchungen oder Fluoreszenzuntersuchungen möglich, Schreibmittelunterschiede sichtbar zu machen. Prüfungen von Schecks auf Verfälschungen kommen in der heutigen Praxis kaum noch vor. Daher stellt sich die Frage, ob Geräte zur Schreibmitteldifferenzierung in der Handschriftenuntersuchung heute noch von Nutzen sind. Insbesondere die Neuanschaffung eines modernen Gerätes will aus Kostengründen gut überlegt sein.

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Autor/en:
Seibt, Angelika
Stichwort(e):
Handschriftenuntersuchung, Erfahrungen mit dem VSC4Plus


Fax keine Urkunde i.S. des § 267 StGB

63. Jg. 2009, S. 716

Rechtsprechung: OLG Oldenburg vom 08.12.2008 - Ss 389/09 -

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Stichwort(e):
Fax, keine Urkunde i.S. des § 267 StGB


Die Privatrechtsklauseln des allgemeinen Polizeirechts

63. Jg. 2009, S. 717

Abstrakt: Der Schutz privater Rechtsansprüche ist grundsätzlich keine Aufgabe von Polizei und Ordnungsverwaltung. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Bürgerinnen und Bürger im demokratischen Rechtsstaat heutiger Prägung dazu in der Lage sind, ihre zivilrechtlichen Ansprüche mit Hilfe der Gerichte durchzusetzen. Es gilt das Prinzip der Nichteinmischung und der Notfallkompetenz. Exekutivem Eingriffshandeln kommt nur eine subsidiäre Bedeutung zur vorläufigen Sicherung gefährdeter Rechtsansprüche im Rahmen der so genannten Privatrechtsklauseln des allgemeinen Polizeirechts zu.2 Gleichwohl zeigt die Verwaltungspraxis, dass gerade die Vollzugspolizei bei zivilrechtlichen Streitigkeiten häufig in Anspruch genommen wird. Abgesehen davon, dass die Beamtinnen und Beamten in diesem Zusammenhang häufig auf erregte und aggressive Personen treffen und deshalb kommunikativen Strategien eine besondere Bedeutung zukommt, ist auch eine differenzierte Rechtslagebeurteilung in vielen Fällen schwierig. Zumindest Grundkenntnisse in dem durch das Koordinationsprinzip gekennzeichneten bürgerlich-rechtlichen Normengefüge werden hier gefordert, denn keinesfalls darf die Polizei auf eine überschlägige zivilrechtliche Plausibilitätsprüfung verzichten. Nachfolgend sollen die wesentlichen Aspekte des Schutzes privater Rechte zwischen dem Gewaltmonopol des Staates, den Selbsthilferechten der Bürgerinnen und Bürger, dem Prinzip der Nichteinmischung und der Notfallkompetenz dargestellt werden.

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Autor/en:
Brenneisen, Hartmut
Martins, Michael
Stichwort(e):
Polizeirecht, Schutz privater Rechtsansprüche
Privatrechtsklauseln, des allgemeinen Polizeirechts


Einsatz von verdeckten Ermittlern und Vertrauens-Personen

63. Jg. 2009, S. 723

Rechtsprechung: EGMR vom 05.02.2008 - 74420/01 -

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Stichwort(e):
Vertrauens-Personen, Einsatz


Crime mapping und das "Internet der Dinge"

63. Jg. 2009, S. 725

Abstrakt: Versicherungsgesellschaften reduzieren ihre Risiken über das versicherungstechnische Geschäft und die Finanzanlagen. Die Finanzmarkt-Turbulenzen haben im 2008 die Anlageergebnisse - und somit das Geschäftsergebnis - negativ beeinflusst. Fehlende Finanzerträge oder sogar Verluste wie in der aktuellen Finanzkrise müssen in der Assekuranz durch gute versicherungstechnische Ergebnisse kompensiert werden. Die Nutzung von kriminologischen Instrumenten und zukunftsorientierten Technologien (Internet der Dinge) kann bisherige Sichtweisen der Versicherungsgesellschaften auf ihre Geschäftsprozesse (Underwriting, Schaden- und Risikomanagement, Prävention und Bekämpfung von Versicherungsmissbrauch) grundlegend verändern und helfen, in einem deregulierten Markt mit Prämiendruck und Ergebnisvolatilität Chancen zu nutzen.

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Autor/en:
Spörri, Beat
Stichwort(e):
Crime mapping, zur Aufdeckung von Versicherungsbetrug
Versicherungsbetrug, Nutzung zukunftsorientierter Technologien
Wirtschaftkriminalität, Versicherungsbetrug


Problem Lehrprobe?

Empfehlungen für die Planung und Durchführung einer Lehrprobe (Unterrichtsstunde) anhand eines polizeilichen Lehrthemas an den Hoch- und Fachhochschulen der Polizei unter pädagogischen Aspekten

63. Jg. 2009, S. 735

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Autor/en:
Hasenkamp, Hartmut
Köhler, Jörg
Stichwort(e):
Lehrprobe, Empfehlungen für die Planung und Durchführung


Klausur mit Lösung im Studienfach Kriminalistik/Kriminaltechnik

63. Jg. 2009, S. 740

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Autor/en:
Wolf, Norbert
Stichwort(e):
Klausur mit Lösung, im Studienfach Kriminalistik/Kriminaltechnik