Jugendgewalt in Deutschland

Befunde aus Hell- und Dunkelfelduntersuchungen unter besonderer Berücksichtigung von Geschlechterunterschieden

63. Jg. 2009, S. 323

Abstrakt: Die Jugendphase ist durch eine erhöhte Bereitschaft charakterisiert, Normen zu brechen. Gesellschaftliche Normen sind hiervon ebenso betroffen wie elterlich oder schulisch gesetzte Regeln. Dies ist nicht nur in Deutschland so: Die Alters- Kriminalitäts-Kurve, nach der die höchste Kriminalitätsbelastung im Jugend- und Heranwachsendenalter zu beobachten ist, gilt in allen Gesellschaften und für verschiedene historische Zeiträume. Zur Begründung der Höherbelastung dieser Altersgruppe wird meist auf deren besondere entwicklungspsychologische Situation verwiesen: Die Ablösung aus dem Elternhaus macht eine Neu-Orientierung nötig. Um eine eigenständige Identität zu entwickeln, werden verschiedene Identitätsentwürfe getestet und persönliche wie gesellschaftliche Grenzen überschritten. Auf Basis der Reaktionen der Peers wie auch der Erwachsenen auf das eigene Verhalten lernen Jugendliche in den meisten Fällen, eine normenkonforme Identität zu entwickeln. Die Alters-Kriminalitäts-Kurve und die dahinter liegenden entwicklungspsychologischen Prozesse gelten für Männer wie für Frauen; allerdings verläuft die Kurve für Frauen flacher und die Belastungsspitze wird etwas früher erreicht (Dölling 2007, S. 470f).

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Autor/en:
Baier, Dirk
Pfeiffer, Christian
Rabold, Susanne
Stichwort(e):
Jugendgewalt, Befunde aus Hell- und Dunkelfelduntersuchungen
Jugendgewalt, Deutschland
Jugendgewalt, nach Geschlecht differenzierte Betrachtung


Vollendung beim Diebstahl

63. Jg. 2009, S. 333

Rechtsprechung: BGH vom 26.06.2008 - 3 StR 182/08 -

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Stichwort(e):
Diebstahl, Vollendung


"Junge Jugendliche" und ihre Gewalterfahrungen

Eine Fallstudie aus einer ostdeutschen Grenzstadt

63. Jg. 2009, S. 334

Abstrakt: Sucht man in der aktuellen "Literaturfülle" zum Thema "Gewalt" nach Forschungsergebnissen bezüglich der Gewalterfahrung von Kindern bzw. Jugendlichen in den ersten Schulklassen und deren Gewaltdefinition, so ist die Literaturlage eher als "dürftig" zu bezeichnen (zur allgemeinen Gewaltdefinition vgl. von Felten 2000; Heitmeyer/Soeffner 2004; Nunne-Winkler 2004 mit weiteren Nachweisen). Die vorliegende Studie wandte sich daher gerade dieser Fragestellung zu und sie zeigt auch, wie sich in diesem Lebensalter bis 12 Jahre eine Art "Gewaltspirale" (ähnlich auch Nunne-Winkler 2004: 42) entwickeln kann.

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Autor/en:
Liebl, Karlhans
Stichwort(e):
Jugendgewalt, Gewalterfahrungen junger Jugendlicher


Missbrauch eines vollautomatisch ablaufenden EDV-Programms zwecks Domain-Reservierung

63. Jg. 2009, S. 338

Rechtsprechung: OLG Karlsruhe vom 21.01.2009 - 2 Ss 155/08 -

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Stichwort(e):
EDV-Programm, Missbrauch zwecks Domain-Reservierung


Jugendkriminalität in den Medien

Informationsgrundlagen der Kriminalartikel zweier großer deutscher Tageszeitungen

63. Jg. 2009, S. 339

Abstrakt: Als 2007/2008 in Hessen ein hitziger Wahlkampf geführt wurde, fand das Thema Jugendkriminalität nicht nur einen Platz weit oben auf der Liste der bedeutenden Wahlkampfthemen, sondern ebenso auf der Medienagenda. Zwar verflog das (öffentlich erkennbare) Interesse recht schnell nachdem deutlich wurde, dass es die CDU eher Stimmen kosten als ihr zum Wahlsieg verhelfen würde, sodass von einem "Media-Hype" gesprochen werden kann (vgl. Reichert 2008; Reichert, eingereichtes Manuskript). Doch neben dieser Erkenntnis sowie weiteren Befunden, welche sich u. a. auf das Ausmaß der Berichterstattung, die inhaltliche Ausrichtung sowie in Erwägung gezogene Risikofaktoren als auch Präventionsmöglichkeiten beziehen und an anderen Stellen bereits dargestellt sind (z. B. Reichert 2008; Reichert, im Erscheinen), habe ich im Rahmen einer eigenen Studie ebenso überprüft, wie ausgewogen die Quellenwahl zweier Pressemedien zu dieser Zeit war. Grundlegende Frage war, ob verschiedene Positionen einbezogen wurden oder ob die Berichterstattung von Bild und Süddeutscher Zeitung (SZ) - zumindest hinsichtlich ihrer (transparent gemachten) Informationsgrundlagen - einseitig gewesen ist.

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Autor/en:
Reichert, Frank
Stichwort(e):
Jugendkriminalität, in den Medien
Jugendkriminalität, Studie zur Berichterstattung
Medien, Jugendkriminalität in den


Kriminalprävention durch mobile Jugendarbeit

Eine Evaluationsstudie

63. Jg. 2009, S. 344

Abstrakt: Die kaum noch überschaubare Vielfalt kriminalpräventiver Ideen und Projekte legt es nahe, in der Praxis in erster Linie auf positiv evaluierte Projekte zu vertrauen und diese zu bevorzugen, um die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Als Entscheidungshilfe liefert das "Düsseldorfer Gutachten" eine erste Orientierung: Dort wurden Evaluationsstudien zu kriminalpräventiven Projekten zusammengefasst. Das Problem ist, dass es vielen kriminalpräventiven Aktivitäten an wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen mangelt.

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Autor/en:
Hermann, Dieter
Stichwort(e):
Jugendarbeit, Mobiles Krisenteam
Kriminalprävention, durch mobile Jugendarbeit
Kriminalpräventive Projekte, Evaluationsstudien


Wahrheitsfindung im Strafverfahren mit gängigen und innovativen Methoden

Notwendigkeit, Möglichkeiten und rechtliche Grenzen - Teil 1

63. Jg. 2009, S. 349

Abstrakt: Historische Überlieferungen, die bei Griechen und Römern und bis ins späte Mittelalter Folter als probates Mittel deklarierten, um Geständnisse zu erreichen, bis hin zu Foltermethoden in der jüngsten Vergangenheit unterliegen einem gemeinsamen Ergebnis: Folter erzielt Geständnisse, ohne auch nur ansatzweise eine Aussage über die inhaltliche Richtigkeit zu enthalten; zutreffend dürfte es weitergehend sein, dass Folter falsche Geständnisse provoziert und produziert. Daraus "nur" ein Folterverbot abzuleiten, erscheint trivial; die Erkenntnis muss auf dem Boden des Grundgesetzes und der EMRK weiter gehen: Kriminalistisch mögliche Wahrheitsfindung darf nicht l’art pour l’art sein, sondern muss sich an den prozessualen Spielregeln ausrichten. Tatklärungen im Ermittlungsverfahren sind nur so viel wert, wie sie einer Hauptverhandlung standhalten und ein Urteil - sei es Freispruch oder Verurteilung - tragen. Dem kriminalistischen Eifer sind daher neben ethischen auch rechtliche Grenzen gesetzt: Letzeren soll im Folgenden nachgegangen werden.

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Autor/en:
Artkämper, Heiko
Stichwort(e):
Wahrheitsfindung, im Strafverfahren mit gängigen und innovativen Methoden


Festnahmerecht von Bundespolizisten

63. Jg. 2009, S. 356

Rechtsprechung: OLG Koblenz vom 05.05.2008 - 1 Ss 31/08 -

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Stichwort(e):
Bundespolizei, Festnahmerecht
Festnahmerecht, Bundespolizei


Beschaffungskriminalität in der Stadt St. Gallen

Die Auswirkungen auf die kriminalpolizeiliche Tätigkeit

63. Jg. 2009, S. 357

Abstrakt: In der Stadt St. Gallen leben etwas über 70 000 Einwohner. St. Gallen ist gleichzeitig Hauptstadt des gleichnamigen Kantons. Da die Stadt allgemein, nicht nur in polizeilichen Belangen, in der Ostschweiz eine Zentrumswirkung hat, wird der Sicherheit ein hoher Stellenwert eingeräumt. Diese Sicherheit und vor allem auch das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung wird seit Jahren u. a. auch durch das Aufkommen von Drogensüchtigen und die entsprechende Beschaffungskriminalität in Frage gestellt. Obwohl sie häufig als Straftäter ermittelt werden, erscheinen die Drogenkranken nach Feststellungen der Polizei schon kurze Zeit später wieder in der gleichen Rolle. Die Diplomarbeit befasst sich schwerpunktmässig mit dem Verhalten dieser Langzeitdelinquenten. Im Zentrum der Projektarbeit stand die Frage, ob sich der subjektive Eindruck, dass eine vergleichbar kleine Anzahl von Delinquenten die Kriminalpolizei auf Stadtgebiet in einem hohen Masse beschäftigt, erhärten lasse. Weiter wurde untersucht, ob die gute Vernetzung der sozialen Dienste und der Polizei positive Auswirkungen auf die Delinquenz der Langzeitklienten zeigten. Und schliesslich wurde die Frage ausgeleuchtet, ob in Substitutionsprogramme eingebundene Delinquenten während der Dauer ihrer Behandlung weiter delinquierten.

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Stichwort(e):
Beschaffungskriminalität, in der Stadt St. Gallen
Rauschgift, Beschaffungskriminalität in der Stadt St. Gallen


22 Jahre verschwunden

63. Jg. 2009, S. 362

Abstrakt: Eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen haben sich schon mit der Frage auseinandergesetzt, wie es wohl wäre, zu verschwinden und an einem anderen Ort anonym und mit neuer Identität ein "neues" Leben aufzubauen? Motive für einen fingierten Tod gibt es viele: Familiäre oder berufliche Probleme, Schulden, Ärger mit der Polizei, Justizbehörden oder dem Steueramt. Auch die Aussicht auf Geld aus Lebensversicherungen kann ein Anreiz dafür sein. Meist dürfte sich die Verwirklichung solcher Gedanken eher schwierig gestalten. Einen solchen Weg konsequent bis zum Schluss zu gehen ist das eine; die perfekte Umsetzung jedoch etwas ganz anderes. Versuche dazu hat es immer wieder gegeben. Beispielsweise sind laut einem Bericht von Focus, unter Berufung auf eine Einschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA), nach dem Tsunami in Thailand vom 26. Dezember 2004, mindestens "eine Handvoll" Bundesbürger untergetaucht. Diese Urlauber sollen das verheerende Seebeben benutzt haben, um sich eine neue Identität zu verschaffen.

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Autor/en:
Mühlemann, Martin
Stichwort(e):
Tod, fingierter
Vermissen, 22 Jahre verschwunden


Die Wiener Bevölkerung und "ihre" Polizei

63. Jg. 2009, S. 367

Abstrakt: Im Rahmen einer Diplomarbeit am Institut für Soziologie, Universität Wien, wurden die Einstellung der Bürger zur Polizei in Wien, sowie die Sozialkontakte und das zugrunde liegende Beziehungsmuster zwischen diesen Parteien untersucht. Auf Grund der Komplexität dieses Beziehungsmusters wurde die Untersuchung breit angelegt. Im vorliegenden Beitrag werden Aufbau und Themen der Untersuchung und ein Ausschnitt der Ergebnisse, nämlich die Voraussetzungen für ein besseres Funktionieren der Wiener Polizei aus der Sicht der Bevölkerung, dargestellt. Abschließend werden Folgerungen für weiterführende Untersuchungen und die Praxis gezogen.

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Autor/en:
Plack, Simone
Stichwort(e):
Polizei in Wien, Einstellung der Bürger
Wiener Polizei, Befragung zur Einstellung


Supervision im Bereich der Polizei in Tirol

Welchen Stellenwert hat Supervision in der Arbeit der Polizei in Tirol?

63. Jg. 2009, S. 371

Abstrakt: Supervision ist ein Beratungsinstrument, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Ausgehend von der Annahme, dass Supervision für besonders belastete Berufsgruppen als Reflexions- und Beratungsinstrument geeignet ist, wurde im Jahr 2006 im Rahmen einer Masterthesis die vorliegende Untersuchung durchgeführt, um den Ist-Zustand hinsichtlich des Stellenwertes von Supervision bei der Polizei in Tirol zu beleuchten. Geklärt werden sollte, ob Supervision als Beratungsinstrument im Bereich der Polizei bereits institutionalisiert ist bzw. wie Kenntnis und Einstellung zu Supervision in den Reihen der Polizei sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Supervision bei der Polizei in Tirol nicht institutionalisiert ist bzw. einen geringen bis keinen Stellenwert besitzt. Für bestimmte Anlassfälle und Situationen gibt es eine Betreuung ("Post Shooting", nunmehr "Peer Support"), die nicht Supervision genannt wird, jedoch zum Teil supervisorische Elemente beinhaltet. Die Erhebung zeigte jedoch sehr deutlich, dass von Seiten der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten großes Interesse besteht, belastende Arbeitssituationen in Supervisionsgruppen zu reflektieren.

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Autor/en:
Waldauf-Kreiner, Claudia
Stichwort(e):
Supervision, im Bereich der Polizei in Tirol


Klausur mit Lösung in der Fächerkombination Kriminalistik/Kriminaltechnik

63. Jg. 2009, S. 375

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Autor/en:
Schuch, Claus-Peter
Stichwort(e):
Klausur mit Lösung, in der Fächerkombination Kriminalistik/Kriminaltechnik


Klausur mit Lösung im Studienfach Psychologie

Fußballkrawalle

63. Jg. 2009, S. 377

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Autor/en:
Haselow, Reinhard
Stichwort(e):
Fußballkrawalle, Klausur mit Lösung
Klausur mit Lösung, im Studienfach Psychologie
Psychologie, Fußballkrawalle


Zuständigkeiten und Befugnisse der Polizei im Rahmen von Ordnungswidrigkeiten (Überblick)

63. Jg. 2009, S. 381

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Autor/en:
Pieper, Hans Gerd
Stichwort(e):
Ordnungswidrigkeiten, Zuständigkeiten und Befugnisse der Polizei


Klausur mit Lösung in der Fächerkombination Kriminalistik/Kriminaltechnik

63. Jg. 2009, S. 381

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Autor/en:
Frings, Christoph
Stichwort(e):
Klausur mit Lösung, in der Fächerkombination Kriminalistik/Kriminaltechnik


Weiterleitung von Bestechungsgeld als Geldwäsche

63. Jg. 2009, S. 395

Rechtsprechung: BGH vom 18.02.2009 - 1 StR 4/09 -

 

Stichwort(e):
Geldwäsche, Weiterleitung von Bestechungsgeld zum Zweck der