Probleme der Beweisführung bei einem Sexualmord

Tataufklärung nach mehr als 15 Jahren

62. Jg. 2008, S. 348

Abstrakt: Im Unterschied zur Mehrzahl der Tötungsdelikte sind Sexualmorde oft keine Beziehungstaten. Der Tatentschluss resultiert spontan aus einem sexuellen Verlangen und ist nicht immer von vornherein auf die Tötung gerichtet. Vielmehr folgt in manchen Fällen nach dem Sexualdelikt ein Verdeckungsmord. Fehlende Vortatbeziehungen zwischen Täter und Opfer erschweren die Aufklärung eines solchen Tötungsverbrechens beträchtlich. Mitunter gelingt es erst mit Hilfe einer DNSReihenuntersuchung, den Täter zu identifizieren (Heitborn und Steinbild 1990, Schneider 1995, Thies 2005). Allerdings können die beeindruckenden Untersuchungsergebnisse der modernen Kriminaltechnik (Schneider 2005) eine komplexe Beweisführung nicht ersetzen. Der nachfolgend beschriebene Sexualmord zeigt, welche Bedeutung auch heute noch der Vernehmung für die umfassende Tataufklärung zukommt.

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Autor/en:
Rößler, Mike
Wirth, Ingo
Stichwort(e):
Sexualmord, Probleme bei der Beweisführung
Sexualmord, Tataufklärung nach 15 Jahren


Haftung eines sogenannten Finanzagenten beim Phishing

62. Jg. 2008, S. 354

Rechtsprechung: LG Köln vom 05.12.2007 - 9 S 195/07 -

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Stichwort(e):
Phishing, Haftung eines Finanzagenten


Forensische Hypnose als erinnerungsunterstützendes Verfahren bei Aussagen von Zeugen und Opfern

62. Jg. 2008, S. 355

Abstrakt: Der Begriff "forensische Hypnose" beschreibt den Einsatz von Hypnose bei der Befragung von Zeugen und Opfern im Rahmen der polizeilichen Ermittlungsarbeit. Das Verfahren ist - trotz zunehmender Tendenz in Deutschland - in den USA und in Australien deutlich weiter verbreitet, aber auch dort keine alltägliche Methode. Der vermehrte Einsatz in Deutschland und die damit erzielten Erfolge in ansonsten aussichtslos erscheinenden Fällen erfordern eine juristische Auseinandersetzung mit den §§ 136a und 69 StPO, der damals zugrunde gelegten, heute nicht mehr haltbaren Definition von Hypnose und der Verwertbarkeit von in Hypnose erhaltenen Zeugenaussagen. Wünschenswert wäre zudem eine besondere Schulung von Hypnotherapeuten im forensischen Bereich ebenso wie eine fundierte Information der Ermittler über Möglichkeiten und Risiken dieser Vernehmungsmethode.

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Autor/en:
Beetz, Andrea
Wiest, Klaus
Stichwort(e):
Forensische Hypnose, als erinnerungsunterstützendes Verfahren bei Aussagen von Zeugen und Opfern
Hypnose, forensische


Verletzungsmuster und Handlungsfähigkeit bei zwei maliger suizidaler Schussabgabe in den Mund und auf den Thorax

62. Jg. 2008, S. 360

Abstrakt: Die vorliegende Kasuistik beschreibt einen Suizid mit Schussverletzungen an Brust und Hals, kombiniert mit einem selbstbeigebrachten, oberflächlichen Pulsaderschnitt. Suizidale Schusstodesfälle mit zwei oder mehr selbst beigebrachten Schussverletzungen sind ungewöhnlich, die Kombination zweier Suizidmethoden als "sekundär kombinierter Suizid" ebenfalls. Dies ist Anlass für die hier referierte Kasuistik. Das Fehlen eines Abschiedsbriefs, zwei Schussverletzungen, die Auffindesituation und die nur in die Falle gezogene Wohnungstür begründeten zunächst den Verdacht auf ein Tötungsdelikt.

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Autor/en:
Buschmann, Claas
Ehrlich, Edwin
Tsokos, Michael
Stichwort(e):
Kasuistik, Suizid mit Schussverletzungen
Suizid, durch Schussabgabe in den Mund und auf den Thorax


Gewerbsmäßigkeit beim Betrug

62. Jg. 2008, S. 362

Rechtsprechung: BGH vom 19.12.2007 - 3 StR 543/07 -

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Stichwort(e):
Betrug, Gewerbsmäßigkeit bei


Qualitätsstandards bei der Spurensuche und -sicherung

Mehr als nur in DNA "herumstochern"

62. Jg. 2008, S. 363

Abstrakt: Provokativ könnte man sagen, dass bis dato Praktiker bei der Spurenerhebung vielfach mehr oder weniger nach Eingebung praktizieren. Qualitätssicherung kann damit nicht gewährleistet werden. Eine den Vorgaben der Strafprozessordnung gerecht werdende Optimierung der Vorgehensweise am Tatort und im Zusammenhang mit Spurenträgern erfordert eine bessere spezifische Ausbildung, mehr Zeit, mehr Material und mehr Personal. Nur auf dieser Grundlage können vor Ort die zwingend notwendigen Analyse/Differenzierungsschritte in gesicherter Qualität geleistet werden. Exemplarisch werden einige Problembereiche und spezifische Anforderungen skizziert.

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Autor/en:
Lauer, Josef
Stichwort(e):
DNA-Analyse, Qualitätsstandards bei der Spurensuche und -sicherung


Kooperative Finanzierungssysteme des transnationalen Terrorismus

Konsequenzen für Deutschland

62. Jg. 2008, S. 365

Abstrakt: Die Attraktivität Deutschlands als Operationsraum für terroristische Bestrebungen scheint, trotz umfassender rechtlicher Reformen und Maßnahmen in den letzten Jahren, ungebrochen. Die Gefährdungslage bleibt laut Warnungen des Innenministeriums und des BKA beständig akut. Während in Deutschland bislang eher Einzeltäter, bzw. nur sehr kleine Gruppen hinsichtlich versuchter Attentate in öffentliche Erscheinung getreten sind, stellt sich der Tathintergrund terroristischer Gefüge als wesentlich komplexer dar. Neben der Tatsache, dass Attentate und Selbstmordanschläge von einzelnen ebenso ein Netzwerk von Unterstützern erfordern, beansprucht Terrorismus überdies ständige finanzielle Ressourcen, um die aufwendige Rekrutierungsarbeit bis hin zu den (zum Teil jahrelang geplanten) Anschlägen zu gewährleisten. So ist Geld folglich Mittel, nicht Ziel. Dies unterscheidet terroristische Vereinigungen elementar von solchen der Organisierten Kriminalität (OK) und dennoch stellt dieser Unterschied gleichzeitig eine Verbindung der mannigfach ausgerichteten Kriminalitätstypen dar. Diese Erwägung eröffnet nicht nur ein hochkomplexes Feld, sie führt zuweilen sehr eingeschränkte Sichtweisen vor Augen, die einer Korrektur unterzogen werden müssen - vor allem in der Wissenschaft.

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Autor/en:
Dienstbühl, Dorothee
Stichwort(e):
Narco-Terrorismus
Terrorismus, kooperative Finanzierungssysteme
Terrorismus, und OK, Zusammenwirken


Zeugnisverweigerungsrecht eines sich selbst belastenden Zeugen

62. Jg. 2008, S. 371

Rechtsprechung: BGH vom 08.04.2008 - VIII ZB 20/06 -

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Stichwort(e):
Zeugnisverweigerungsrecht, eines sich selbst belastenden Zeugen


Die Einstellung von Polizeibeamten zu Risiken, Kriminalität und Sanktionen

Eine Untersuchung aus Slowenien

62. Jg. 2008, S. 372

Abstrakt: "Ein Verständnis, wie Polizeibeamte die soziale Welt und ihre Rolle darin sehen... ist wesentlich für eine Analyse ihres Handelns und ihrer breiten politischen Funktion" (Reiner 1985, S. 85). Die Sozialisation im Rahmen der Ausbildung von Polizeibeamten, vor allem aber die Selbstselektion der Bewerber für diesen Beruf dürfte dazu beitragen dass sie sich mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung für eine Bestrafung von Rechtsbrechern einsetzen. Die Untersuchung einer Stichprobe von Polizeibeamten in Slowenien vermittelt Erkenntnisse über ihre Einstellungen und Haltungen zu Strafverfolgungsmaßnahmen und Sanktionen sowie ihre Unsicherheitsgefühle und Ängste. Die Einstellung unter den Polizeibeamten wird auch ihre Handlungsmuster beeinflussen und damit zu mehr oder weniger gelungenen Lösungen von Konflikten beitragen. Will man die Polizeikultur gezielt und damit wirksam verändern, ist ein auf der Grundlage einer - gegenwärtig noch weitgehend vernachlässigten - unabhängigen Polizeiforschung gewonnenes tieferes Verständnis zu diesen Einstellungen wesentliche Voraussetzung.

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Autor/en:
Kury, Helmut
Mesko, Gorazd
Mitar, Miran
Stichwort(e):
Polizeibeamte, Einstellung zu Risiken, Kriminalität und Sanktionen
Polizeiforschung, Einstellung von Polizeibeamten zu Risiken, Kriminalität und Sanktionen
Slowenien, Einstellung von Polizeibeamten zu Risiken, Kriminalität und Sanktionen


Neues Gebäude für das Kriminaltechnische Institut des BKA

Rede des Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, anlässlich der Einweihung am

62. Jg. 2008, S. 381

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Autor/en:
Ziercke, Jörg
Stichwort(e):
BKA, Einweihung des neuen Gebäudes für das Kriminaltechnische Institut


Auskunft über IP-Adresse

62. Jg. 2008, S. 382

Rechtsprechung: LG Offenburg vom 17.04.2008 - 3 Qs 83/97 -

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Stichwort(e):
IP-Adresse, Auskunft über


Reality-TV und das Recht eines Beschuldigten am eigenen Bild

62. Jg. 2008, S. 383

Abstrakt: Doku-Soaps über Autobahnraser und Wirtschaftskriminelle erfreuen sich größter Beliebtheit bei einem immer weiter wachsenden Fernsehpublikum. Dabei fragt man sich, ob die Beschuldigten es hinnehmen müssen, unfreiwillig die Hauptrolle in derartigen Sendungen zu übernehmen.

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Autor/en:
Fehn, Bernd Josef
Stichwort(e):
Reality-TV, Recht eines Beschuldigten am eigenen Bild
Recht, des Beschuldigten am eigenen Bild


Strafverfolgung per Internetforum

62. Jg. 2008, S. 385

Rechtsprechung: OLG Celle vom 19.06.2007 - 16 U 2/07 -

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Stichwort(e):
Internetforum, Grenzen einer Nutzung zur Strafverfolgung
Strafverfolgung, per Internetforum


Widerruf einer Waffenbesitzkarte

62. Jg. 2008, S. 386

Abstrakt: Der Erwerb und Besitz von Waffen im Sinne des Waffengesetzes ist erlaubnispflichtig. Die Erlaubnis wird durch eine Waffenbesitzkarte oder durch Eintragung in eine bereits vorhandene Waffenbesitzkarte erteilt (§ 10 Abs. 1 Satz 1 WaffG). Treten nachträglich Tatsachen ein, die zur Versagung der Erlaubnis hätten führen müssen, so ist die Erlaubnis nach § 45 Abs. 2 Satz 1 WaffG zu widerrufen. Da sich die Voraussetzungen zur Erteilung der Erlaubnis mit dem Waffengesetz 2002 verschärft haben, stellt sich die Frage, ob ein Widerruf auch dann auszusprechen ist, wenn die Waffenbesitzkarte unter der Geltung des Waffengesetzes 1976 erteilt worden ist und danach, aber vor Inkrafttreten des Waffengesetzes 2002, eine Tatsache eingetreten ist, welche die Unzuverlässigkeit nach neuem Recht begründet. Der BayVGH hat dies in Abkehr von seiner bisherigen Rechtsprechung mit Urteil vom 20.9.2007 (Az. 21 BV 7.2029) bejaht und sich dabei am Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 16.5.2007 (Az. 6 C 24.06) orientiert.

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Autor/en:
Scheidler, Alfred
Stichwort(e):
Waffenbesitzkarte, Widerruf
Waffengesetz, Widerruf einer Waffenbesitzkarte


Die Tankstellenraubserie von Zürich

Spezifische Probleme bei der Aufklärung von Tatserien mit geringem Täterbezug unter besonderer Beachtung des Geographic Profiling

62. Jg. 2008, S. 391

Abstrakt: Bei einer Raubserie im Raum Zürich wurden von Januar bis Mai 2006 25 Tankstellen und Detailhandelsgeschäfte überfallen und eine Kassiererin mit zwei gezielten Schüssen verletzt. Beleuchtet werden die spezifischen Ermittlungsprobleme beleuchtet, die regelmässig auftreten, wenn zwischen Täter und Opfer keine Beziehung besteht, das Motiv allein in der Geldbeschaffung liegt und am Tatort keine verwertbaren Spuren zurückbleiben, weil die Täterschaft professionell vorgeht und der ausführende Täter wie auch seine Waffe, da aus dem fernen Ausland stammend, in keiner Datei registriert sind. Besonderes Gewicht wird dem Geographic Profiling zugemessen, einem Ermittlungsinstrument, das im Kanton Zürich zum ersten Mal systematisch eingesetzt wurde.

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Autor/en:
Imholz, Markus
Stichwort(e):
Geographic Profiling, Tankstellenraubserie von Zürich
Zürich, Tankstellenraubserie


Polizeiliche Kriminalitätsanalyse

62. Jg. 2008, S. 399

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Autor/en:
Naujok, Dirk
Schnaut, Stefan
Stichwort(e):
Polizeiliche Kriminalitätsanalyse, Bewertung


Emotionale Intelligenz

Ein Beitrag aus dem Studienfach Psychologie

62. Jg. 2008, S. 403

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Autor/en:
Zittlau, Dieter
Stichwort(e):
Emotionale Intelligenz


Die "guten Sitten"

Ein grundlegendes rechtliches Korrektiv im Rechtsverkehr

62. Jg. 2008, S. 404

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Autor/en:
Vahle, Jürgen
Stichwort(e):
Rechtsverkehr, gute Sitten