54. Jg. 2000, S. 706
Abstrakt: Überlegungen zur Zukunft der Verbrechensbekämpfung dürften sich nicht auf kriminalpolitische Probleme beschränken, hat Bundesinnenminister Otto Schily in einem Interview mit uns gesagt (KRIMINALISTIK 1/99, S. 15 f.) und erläuternd hinzugefügt, dass solche Überlegungen immer auch die Rahmenbedingungen der operativen Polizeiarbeit einschließen müssten. Aber gerade da tun sich die EU-Mitgliedstaaten – vor allem wegen ihrer Verbissenheit in Souveränitätsfragen – noch unsagbar schwer. Nicht einmal ein beeindruckendes und richtungweisendes Modell, das im folgenden Beitrag beschrieben wird, hat bisher wesentlich neue Impulse setzen oder bessere Erkenntnisse initiieren können.
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54. Jg. 2000, S. 711
Abstrakt: In den offiziellen Statistiken werden Täter (bzw. Tatverdächtige) und Opfer überwiegend getrennt voneinander dargestellt. Es fehlt an einer Zuordnung des Täters zu seinem Opfer und damit an der Möglichkeit, die Beteiligten bezüglich verschiedener Merkmale miteinander zu vergleichen. Durch eine Sonderauswertung der PKS Baden-Württemberg war es möglich, den Tatverdächtigen der Jahre 1995 und 1996 die opferbezogenen Daten individuell zuzuordnen. Die Auswertung dieser Täter-Opfer-Konstellationen bezüglich der Merkmale Alter und Geschlecht ergab, dass Täter und Opfer sich in ihrem demographischen Profil sehr ähnlich sind. Besonders ausgeprägt ist dies bei den Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden, es gilt in der Tendenz aber auch für die Erwachsenen. Eine besondere Gefährdung älterer Menschen durch junge Täter konnte nicht festgestellt werden.
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54. Jg. 2000, S. 716
Rechtsprechung: OLG Dresden vom 19.04.2000 - 1 Ss 592/99 -
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54. Jg. 2000, S. 717
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54. Jg. 2000, S. 719
Abstrakt: In einem aktuellen Lagebild hat das Bundesamt für Verfassungsschutz im Oktober 2000 „Ansätze für eine terroristische Bedrohung“ registriert und das mit der Frage verbunden, ob von den Rechtsextremisten eine Terrorwelle wie von der Rote-Armee-Fraktion in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts drohe. Eine Parallele wird vielfach schon gezogen. Es mehren sich die Stimmen, die Reaktionen des Staates fordern, wie er sie gegen die RAF geführt hat. Der folgende Aufsatz analysiert die Geschichte der deutschen Anti-Terror-Politik und kommt zu dem Ergebnis, dass es zu den unverrückbaren Fundamenten unserer Demokratie gehört, sich mit allen dem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Mitteln gegen ihre Feinde zur Wehr zu setzen.
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54. Jg. 2000, S. 723
Rechtsprechung: LG Hamburg vom 17.11.1999 - 611 Qs 102/99 -
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54. Jg. 2000, S. 725
Abstrakt: Mit dem Begriff „Russen-Mafia“ oder auch „Rote Mafia“ werden kriminelle Gruppierungen bezeichnet, die von unterschiedlichen ethnischen Gruppen der GUS-Staaten als Verbrechersyndikate gebildet werden. In ihnen könnten „Diebe im Gesetz“, die Ende der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts im GULAG der Stalinzeit entstanden, bald wieder die erste Geige spielen. Der Autor des folgenden Artikels, emeritierter Professor für Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft an der Universität der Bundeswehr in Neuliber und anerkannter Russlandexperte, beschreibt Entstehung und Entwicklung sowie ihre neueren Strukturen und Konzeptionen.
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54. Jg. 2000, S. 731
Abstrakt: Auf der Suche nach den Fakten, die die Kriminalistik zu einer Wissenschaft machen, und ihrer Stellung im Gesamtsystem der Kriminalwissenschaften, geht es in diesem dritten Teil vor allem um die kriminalistischen Teilgebiete Kriminaltaktik (Operative Kriminalistik) und Kriminaltechnik (Naturwissenschaftlich-technische Kriminalistik). Die Methoden, die Gegenstand der Kriminaltak-tik sind, werden vorgestellt und die Besonderheiten naturwissenschaftlich- technischer Untersuchungen in der Kriminalistik erörtert.
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54. Jg. 2000, S. 736
Rechtsprechung: BGH vom 03.05.2000 - 2 StR 69/00 -
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54. Jg. 2000, S. 737
Abstrakt: Ziel der EU-finanzierten GROTIUS-Studie war es u. a., einen vergleichenden Überblick über die Rolle der Kriminaltechnik in den Strafverfahren der beteiligten Länder zu gewinnen. Von Interesse sind hierbei insbesondere die verschiedenen Organisationsformen, die Anstrengungen zur Qualitätssicherung, der Umgang mit den wachsenden Kosten sowie die Kompatibilität und die Nutzung anerkannter wissenschaftlicher Methoden. Der folgende Beitrag zeigt auch, dass eine zielorientierte Organisation von Spezialausbildungen hinsichtlich Tatortarbeit und Spurenbehandlung und die sie ergänzenden forensischen Möglichkeiten des Sachbeweises für alle funktionsbezogenen Verfahrensbeteiligten unerlässlich ist.
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54. Jg. 2000, S. 746
Abstrakt: Der Begriff Tatortarbeit macht schon deutlich – wie Leonhardt/Roll/ Schurich es ausdrücken – dass es sich dabei nicht nur um eine eingegrenzte Ermittlungshandlung, sondern um ein komplexes, in sich strukturiertes System handelt, das sich in spezifischer Weise in den typischen Ermittlungsablauf einordnet. Bei Todesermittlungen besitzt der Tatort (und damit vor allem auch die aufgefundene Leiche) sogar eine alles überragende Bedeutung für den gesamten kriminalistischen Erkenntnis- und Beweisführungsprozess und erfordert deshalb akribischste Befunderhebungen. Mit dem folgenden Bericht wird ein Fall vorgestellt, der das in markanter Weise belegt.
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54. Jg. 2000, S. 748
Abstrakt: Es werden zwei Fälle aus der Praxis vorgestellt, bei denen es nach einer schematischen, aber nicht fehlerhaften Vorgehensweise möglicherweise zu Fehlbegutachtungen gekommen wäre. Am Beispiel dieser Fälle wird das Problem von Dichotomien bei der Befunderhebung diskutiert. Die Darstellung dieser Fälle soll zur Erkennung und Überwindung von Fehlerquellen bei der forensisch-ballistischen Rekonstruktionsarbeit beitragen.
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54. Jg. 2000, S. 752
Abstrakt: Mit dem folgenden Beitrag wird ein niederländisches Präventionsmodell vorgestellt, das inzwischen gezeigt hat, dass durch koordiniertes Vorgehen der beteiligten Akteure Polizei, Kommunen, Wirtschaft und Versicherer mit den Bürgern eine höchst effektive Verbesserung des Schutzes vor Wohnungseinbruch möglich ist. Die Grundidee dieses Projekts wurde inzwischen auch in Gütersloh (NRW) aufgefriffen und mit Erfolg praktiziert. Damit hat sich die Veilig-Wonen-Idee als erfolgreicher und nachahmenswerter Weg zur Sicherung von Häusern und Wohnungen erwiesen.
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54. Jg. 2000, S. 757
Abstrakt: Die Suche nach vermisst gemeldeten Personen ist eine Fahndungsmaßnahme. Art, Umfang und Intensität einzelner Unternehmungen richten sich generell nach der Schwere der Tat und ihrer Wirkung auf die Bevölkerung, dem Stand der Ermittlungen, der Gefährdung einer gesuchten Person, der Beeinträchtigung ihrer Persönlichkeitsrechte oder auch ihrer fallweise anzunehmenden Gefährlichkeit. Eine Prognose als Ausgangspunkt der zu ergreifenden Maßnahmen ist bei solcherart unsicheren Parametern immer ein Glücksspiel mit offenem Ausgang.
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54. Jg. 2000, S. 759
Abstrakt: Vergewaltigung von Kindern ist ein Delikt, das in den Opfern oft lebenslang Spuren hinterlässt. Die Täter stammen in wesentlichem Ausmaß aus dem erweiterten Bekanntenkreis, nicht selten aus der Familie des Opfers. Es wird Gewalt angewendet und der Überraschungseffekt genutzt. Eine facettenreiche Serie von strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität (Art. 187 ff. StGB) wird nachfolgend aus polizeilicher Sicht dargestellt. Die für die Aufklärung relevanten Ermittlungsmethoden werden aufgezeigt – und Fehlüberlegungen nicht verschwiegen.
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