Polizei-Forschung

Empirische und experimentelle Studien

54. Jg. 2000, S. 362

Abstrakt: Diese dritte und letzte Folge der polizeiwissenschaftlichen Artikel-Serie ist der empirischen und der experimentellen Polizei-Forschung gewidmet. Nachdem die beiden ersten Folgen (KRIMINALISTIK 4/00, S. 218 ff. und 5/00, S. 290ff.) die begrifflichen und theoretischen Grundlagen geklärt haben, beschäftigt sich die dritte Folge mit der empirischen und experimentellen Erforschung der historischen, psychologischen, soziologischen und sozialpsychologischen Problemstellungen der Polizei und ihrer Arbeit. Sie geht insbesondere auf die Effektivität und Effizienz der Polizei-Arbeit ein und entwickelt Strategien polizeilichen Einschreitens für das 21. Jahrhundert.

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Autor/en:
Schneider, Hans Joachim
Stichwort(e):
Polizei-Deviations-Forschung
Polizei-Evaluations-Forschung
Polizeiforschung, empirische und experimentelle Studien


Suchtprobleme jugendlicher Migranten

Ein Beitrag zu Sellins Kulturkonfliktstheorie

54. Jg. 2000, S. 371

Abstrakt: Auf der Basis der amerikanischen Erfahrungen mit Einwanderern hat Thorsten Sellin seine Kulturkonfliktstheorie aufgestellt und in die Reihe der soziologisch orientierten Kriminalitätstheorien eingefügt. Nach Schwind entsteht ein Kulturkonflikt daraus, dass sich die Kulturen (bzw. Normsysteme) des Heimatlandes – das ja die Persönlichkeit des Immigranten geprägt hat – und des Gastlandes widersprechen. Der Einwanderer müsste sich daher den Normen und Standards des Gastlandes anpassen, wenn er eine neue soziale Identität aufbauen will. Daraus resultieren Konflikte, bei deren Bewältigung Suchtprobleme eine bedeutende Rolle spielen, wie der folgende Beitrag zeigt.

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Autor/en:
Habschick, Klaus
Stichwort(e):
Kulturkonfliktstheorie, nach Thomas Sellin
Migranten, Suchtprobleme


Platzverweis gegenüber mutmaßlichen Drogendelinquenten

54. Jg. 2000, S. 375

Rechtsprechung: OVG Lüneburg vom 15.10.1998 - 13 M 4144/98 -

 

Stichwort(e):
Platzverweis, gegenüber mutmaßlichen Drogendelinquenten


Defizite in der polizeilichen Aus- und Fortbildung

Oder: Die Notwendigkeit einer Polizeiwissenschaft

54. Jg. 2000, S. 377

Abstrakt: Der Begriff Polizei-Wissenschaft (Police Science) wird im internationalen Bereich mit zwei im Grunde unterschiedlichen Bedeutungen verwendet: Zum einen umfasst er jene Wissenschaftsgebiete, die der Polizei bei der Erledigung ihrer Aufgaben dienen. Zum anderen befasst sich Polizei-Wissenschaft mit der Polizei als Institution (Police) und mit der speziellen Art ihrer Aufgabenwahrnehmung (Policing). Diesem zweiten Bereich implizit ist die Sozialisation der Polizeiangehörigen und damit ihre Aus- und Fortbildung. Mit den dabei in Deutschland relevanten Problemen befasst sich der folgende Aufsatz.

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Autor/en:
Liebl, Karlhans
Stichwort(e):
Aus- und Fortbildung, polizeiliche
Polizeiliche Aus- und Fortbildung, Defizite in der


Die "Broken-Windows-Theorie"

Oder: Wann wirkt die Strategie der Null-Toleranz?

54. Jg. 2000, S. 383

Abstrakt: Das „New Yorker Modell“ und dessen Grundidee eines „Zero-Tolerance- Konzepts“ haben ihre Faszination auch auf deutsche Polizeien nicht verloren. Die Tatsache, dass die Kriminalität in New York nicht nur in den offiziellen Statistiken, sondern auch für die Bewohner (und viele Besucher) erlebbar zurückgedrängt werden konnte, löste einen geradezu manischen Nachahmungstrieb aus, ohne dass ernsthaft die Frage gestellt (und beantwortet) wurde, was oder wer denn genau für diese Entwicklung verantwortlich war. Die Idee der „Broken Windows“ war per se so einleuchtend, dass sie vielerorts gänzlich unreflektiert zur Strategie erhoben und auf die vorliegenden Verhältnisse übertragen wurde. Mit unterschiedlichen Erfolgen. Im folgenden Beitrag wird nach Gründen dafür gesucht.

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Autor/en:
Füllgrabe, Uwe
Stichwort(e):
Broken Windows-Theorie
Nulltoleranz, Strategie der


Pflichtwidriges Nichteinschreiten eines Polizeibeamten

54. Jg. 2000, S. 386

Rechtsprechung: BGH vom 03.11.1999 - 2 StR 326/99 -

 

Stichwort(e):
Nichteinschreiten, pflichtwidriges eines Polizeibeamten


Die "Deutsche Kriminalpolizeiliche Kommission" - DKK-

Ihre Gründung vor 75 Jahren als Meilenstein der Kriminalistik

54. Jg. 2000, S. 387

Abstrakt: Die Bekämpfung der überregionalen Kriminalität in der Weimarer Republik litt unter zahlreichen, vor allem föderativen Strukturen. Ein Ausweg wurde durch Gründung der „Deutschen Kriminalpolizeilichen Kommission“ gesucht, einer „Arbeitsgemeinschaft von deutschen Kriminalfachmännern zum Zwecke von Gutachten an die Landesregierungen über Schaffung und Ausgestaltung aller Einrichtungen und Maßnahmen, die zum erfolgreichen Kampf gegen das Verbrechertum geeignet sind.“ Mitglieder der DKK waren von den Regierungen der deutschen Länder benannte Kriminalfachleute, die aber nicht den Status von Bevollmächtigten ihrer Regierungen erhielten.

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Autor/en:
Teufel, Manfred
Stichwort(e):
Deutsche Kriminalpolizeiliche Kommission, Geschichte der
DKK, siehe Deutsche Kriminalpolizeiliche Kommission


Pädo-Kriminelle im Datennetz

Eine Herausforderung (nicht nur) für Polizei und Justiz

54. Jg. 2000, S. 390

Abstrakt: Die Streubreite des sexuellen Missbrauchs von Kindern ist – schon wegen des weit gefassten Straftatbestandes – erheblich. Aus kriminologisch/kriminalistischer Sicht kommt es bei ca. 17 000 bundesweit angezeigten (und 70 Prozent aufgeklärten) Taten jährlich in ca. einem Viertel der angezeigten Fälle zum Beischlaf oder zu beischlafähnlichen Handlungen, in 35 bis 40 Prozent zu vergleichsweise harmlosem Petting oder auch zur Masturbation und in weiteren 35 bis 40 Prozent bestehen die Sexualkontakte aus eher oberflächlichen Berührungen und optischen oder akustischen Kontakten sexueller Art. Im Zuge sich schnell wandelnder Sexual-und Moralvorstellungen hat sich indessen das Bild von der Pädophilie und vom Pädophilen hin zu immer mehr Gewalt und Perversion verschoben, wobei elektronische Medien eine immer bedeutendere Rolle spielen.

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Autor/en:
Paulus, Manfred
Stichwort(e):
Kinderpornographie, im Internet


Polizeiliche Ingewahrsamnahme wegen nächtlicher Ruhestörung

54. Jg. 2000, S. 394

Rechtsprechung: VG Schleswig vom 16.05.1999 - 3 A 209/97 -

 

Stichwort(e):
Ingewahrsamnahme, wegen nächtlicher Ruhestörung


Der Fall eines typisch Pädophilen

Oder: Die staatlich geförderte Unauffälligkeit eines pädophilen Rückfalltäters

54. Jg. 2000, S. 395

Abstrakt: Vorgestellt wird das 15 Einzelstraftaten umfassende Strafverfahren eines Mannes mit sexueller Neigung zu Kindern männlichen Geschlechts, dem das Gericht Bewährung einräumte und ihm zugestand, sich durch eine intensive Therapie in die Lage zu versetzen, in Zukunft straffrei zu leben und keine weiteren Straftaten – insbesondere im pädophilen Bereich – zu begehen. – Knapp ein Jahr später stand er im Zusammenhang mit Kinderpornographie erneut vor Gericht.

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Autor/en:
Schedler, Bärbel
Stichwort(e):
Pädophilie, Fall eines pädophilen Rückfalltäters


Das Leitspurenkonzept

Der Dialog mit dem stummen Zeugen der Tat

54. Jg. 2000, S. 398

Abstrakt: Unter Leitspuren werden alle materiellen Spurengruppen verstanden, die als Teilaspekte geeignet sind (z. B. über Substrat, Verteilung, Formgebung, innere Information), wesentliche Teile aus dem Informationsmuster des materiellen Abbildes der Tat zu repräsentieren. Das Leitspurenkonzept ist damit jenes Verfahren, über das tatrelevante Spurengruppen methodisch ausgefiltert und für kriminalistische Zwecke interpretiert werden, damit die daraus resultierenden Informationen der Polizei für ein gezieltes Vorgehen zur Verfügung stehen. Die Autorin dieses Beitrages hat vor rund 25 Jahren die Entwicklung des Leitspurenkonzeptes eingeleitet und im Laufe der Jahre zur Perfektion geführt.

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Autor/en:
Neubert-Kirfel, Dagmar
Stichwort(e):
Kriminaltechnik, Leitspurenkonzept
Leitspurenkonzept


Daktyloskopische Spuren auf Papier

Methoden zur beschleunigten Sichtbarmachung mittlels modifizierter Ninhydrin-Behandlung

54. Jg. 2000, S. 405

Abstrakt: Das Ninhydrin-Verfahren ist in der kriminalistischen Praxis eine der häufigsten Spuren-Sicherungsmethoden. Unter günstigen Bedingungen sind selbst mehrere Jahre alte Fingerspuren noch mit Ninhydrinlösung nachweisbar. Zuweilen ist indessen problematisch, dass der Vorgang der Farbbildung mehrere Stunden oder auch Tage in Anspruch nehmen kann und dass bestimmte Papiersorten (z. B. Thermokopierpapiere) sich als ungeeignet für die Behandlung mit Ninhydrin erwiesen haben. Vorgestellt werden mit diesem Artikel zwei modifizierte Verfahren, mit denen es offenbar gelingt, die genannten „Nachteile“ zu eliminieren.

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Autor/en:
Bartko, Steffen
Stichwort(e):
Ninhydrin-Behandlung
Spurensicherung, Ninhydrin-Verfahren


Posttraumatische Opferbelastung

Erfahrungen aus der Behandlung von Straftatopfern in der Tschechischen Republik

54. Jg. 2000, S. 408

Abstrakt: Kriminologische Opfertypologien beschreiben die verschiedenen Verhaltens- und Reaktionstypen und damit das breite Spektrum der Opferrolle, jedoch bringt solcherart Phänomenologie keine weitergehenden Erkenntnisse zum höchst komplexen Opferrisiko. „Das“ Verbrechensopfer gibt es nicht, allenfalls Abgrenzungskriterien nach Deliktsschwere und individueller Reaktion. Das sind Faktoren, die auch Art und Umfang der Opferberatung und Opferhilfe bestimmen. Den interessanten tschechischen Weg zur Bewältigung dieses Problems beschreibt der folgende Beitrag.

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Autor/en:
Cirtkova, Ludmila
Stichwort(e):
Opferbelastungen, posttraumatische
Opfertypologien, kriminologische
Straftatopfer, in der Tschechischen Republik


Polizei und psychisch Kranke

Rechtliche Grundlagen für den Umgang mit abnormen Persönlichkeiten

54. Jg. 2000, S. 411

Abstrakt: Psychopathie ist ein abnormes charakterliches Verhalten, das nicht auf einer körperlichen Erkrankung beruht. Psychopathen werden beschrieben als asoziale, aggressive und höchst impulsive Persönlichkeiten, die außerstande sind, dauernde Gefühlsbeziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und nur geringe oder überhaupt keine Schuldgefühle entwickeln können. Aus diesen Merkmalen ergibt sich bereits eine gewisse Konfliktträchtigkeit bis hin zur Gefährlichkeit beim Umgang mit solchen Personen, insbesondere im Zuge einer anstehenden Anstaltsunterbringung. Der folgende Beitrag behandelt die beim polizeilichen Handeln in diesem Bereich auftretenden Rechtsprobleme auf der Basis der baden-württembergischen Regelungen.

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Autor/en:
Schönstedt, Oliver
Stichwort(e):
Psychisch Kranke, rechtliche Grundlagen für den Umgang mit
Psychopathie


Kein sexueller Missbrauch eines Kindes durch Vorzeigen pornographischer Texte

54. Jg. 2000, S. 414

Rechtsprechung: OLG Düsseldorf vom 08.11.1999 - 2 b Ss 301/99 - 106/99 I -

 

Stichwort(e):
Vorzeigen pornographischer Texte, kein sexueller Missbrauch


Tötung eines Taxichauffeurs

Die polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Ermittlungen sowie das kombinierte Spurenbild führten zur Täterschaft

54. Jg. 2000, S. 415

Abstrakt: Es ist eine allgemein gültige Weisheit, dass harmonisierende Zusammenarbeit erfolgreicher ist als Eigenbrötelei im stillen Kämmerchen. An einem Tötungsdelikt wird aufgezeigt, wie koordinierte interdisziplinäre Zusammenarbeit zur lückenlosen Aufklärung des Verbrechens führt. Im ersten Teil der Veröffentlichung (KRIMINALISTIK, Heft Mai 2000) wurde der kriminalpolizeiliche und der untersuchungsrichterliche Aspekt der Fallabklärung dargelegt. In der Fortsetzung kommt der spurenkundliche Aspekt, die Zusammenarbeit der Rechtsmedizin mit der Kriminaltechnik, zur Darstellung.

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Autor/en:
Brüschweiler, Walter
Laffer, Josef
Wittmer, Claudia
Zollinger, Ulrich
Stichwort(e):
Tötung, eines Taxichauffeurs
Tötungsdelikt, polizeiliche und untersuchungsrichterliche Ermittlungen