Ein Koloß auf tönernen Füßen

Anmerkungen zur (Neu-)Regelung des sogenannten Großen Lauschangriffs

52. Jg. 1998, S. 378

Abstrakt: Auch der Bundesrat hatte am 6. Februar 1998 dem "Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes (Art. 13 GG)" zugestimmt, zur Überprüfung der "Begleitgesetze" aber ein parlamentarisches Vermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei ging es im wesentlichen um die im "Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OKVBG)" enthaltenen strafverfahrensrechtlichen Konkretisierungen, mit denen die verfassungsrechtliche Ermächtigung zur akustischen Wohnraumüberwachung für Beweiszwecke ausgefüllt werden sollte. (Vgl. auch KRIMINALISTIK 4/98, S. 234ff.) Dabei herausgekommen ist ein "Koloß auf tönernen Füßen", wie die folgenden Anmerkungen unseres für "Recht aktuell" zuständigen Redakteurs Jürgen Vahle zeigen.

 

Autor/en:
Vahle, Jürgen
Stichwort(e):
Lauschangriff, Anmerkung zur Neuregelung


Renaissance der klassischen kriminologischen Schule

Die Kriminalitätstheorie der "New Realists"

52. Jg. 1998, S. 383

Abstrakt: Die Suche nach den Ursachen von Kriminalität hat in Deutschland dazu geführt, im kriminalpolitischen Tagesstreit von den Verantwortlichen vor allem und zuerst die Beseitigung der Ursachen zu fordern und der Bekämpfung aktueller Phänomene das Etikett des Dilettantismus aufzukleben. Anders im nordamerikanischen Bereich, wo gerade jene Bekämpfungsstrategien neu belebt werden, die an den Kriminalitätssymptomen ansetzen. Damit einher geht die Forderung, den Resozialisierungsgedanken aufzugeben und sich auf Zweck und Wirkung von Strafe zurückzubesinnen. Die dieser Strategie zugrundeliegende Kriminalitätstheorie wird im folgenden Beitrag vorgestellt.

 

Autor/en:
Dreher, Gunther
Kunz, Birgit
Stichwort(e):
Kriminalitätstheorie, der New Realists


Hehlerei durch Lieferung an verdeckten Ermittler der Polizei?

52. Jg. 1998, S. 385

 

Stichwort(e):
Hehlerei, durch Lieferung an verdeckten Ermittler
Verdeckte Ermittler, Hehlerei bei Lieferung an


Zur Motivation der "Pferderipper"

Tierquälerei von Pferden als Sonderform des Vandalismus

52. Jg. 1998, S. 391

Abstrakt: Obwohl die Kriminologie sich bei der Erforschung von Tierquälerei eine bemerkenswerte Zurückhaltung auferlegt und gesicherte Erkenntnisse vor allem über die Motive eher rar sind, wird einer landläufigen Meinung zufolge Tierquälerei häufig als sexuell motiviert angesehen. Das ist bei polizeilichen Sachbearbeitern nicht anders. Der Autor des folgenden Beitrags warnt indessen vor undifferenzierten Verallgemeinerungen, zumal es dadurch schnell zu falschen Ermittlungsansätzen kommen kann.

 

Autor/en:
Füllgrabe, Uwe
Stichwort(e):
Pferderipper
Tierquälerei, von Pferden


Pferdeschlitzen - Eine Form brutaler Tierquälerei

Studie über eine Reihe gleichartiger Verletzungsmuster bei Pferden

52. Jg. 1998, S. 394

Abstrakt: Berichte über die Taten eines besonders im norddeutschen Raum tätigen "Pferderippers" erregen die Öffentlichkeit in steigendem Maße. Dabei steht bisher keineswegs fest, ob es sich um die Taten ein und desselben Täters handelt, oder ob man damit rechnen muß, daß es sich um eine relativ häufige Praktik der Tierquälerei handelt. Die folgende Studie ist der Versuch, das Phänomen in seinen Tat- und Täterbezügen zu analysieren und mögliche Tatmotive zu erörtern.

 

Autor/en:
Berg, Christiane
Stichwort(e):
Tierquälerei, Studie über gleichartige Verletzungsmuster bei Pferden


Fremdenfeindliche Einstellungen und polizeiliches Handeln

Forschungsstand, Gegenmaßnahmen und Ausblick

52. Jg. 1998, S. 401

Abstrakt: Die polizeiliche Berufskonzeption zeichne sich dadurch aus so eine Feststellung kritischer Soziologen daß im polizeilichen Alltag Gerechtigkeit nicht durch Gleichbehandlung garantiert wird, sondern dadurch, daß jeder, der mit der Polizei in Kontakt kommt, mit dem Mittel "abgefertigt" wird, das er durch seine Art und durch sein Auftreten "verdient". Wenn dem so wäre, müßte es Indikatoren geben, an denen "die Polizei" sich bei ihrer Entscheidung darüber orientiert, welche Maßnahmen eine Konfliktpartei "verdient". Ob es innerhalb der deutschen Polizeien einen Indikator "Fremdenfeindlichkeit" gibt, wird im folgenden Beitrag untersucht.

 

Autor/en:
Heuer, Hans-Joachim
Stichwort(e):
Fremdenfeindlichkeit, innerhalb der Polizei


Die Übermittlung von Todesnachrichten durch Polizeibeamte

Betrachtungen über eine ungeliebte polizeiliche Aufgabe

52. Jg. 1998, S. 411

Abstrakt: Die Übermittlung von Todesnachrichten ist eine polizeiliche Aufgabe, der man gern aus dem Wege geht, die von betroffenen Beamten und deren Vorgesetzten gleichwohl selten problematisiert wird. Dazu paßt die eher spärliche Behandlung des Themas in der polizeilichen Fachliteratur und das Fehlen einer theoretischen Untermauerung des Kernproblems und seine Einbettung in die polizeiliche Aus- oder Weiterbildung. Die Soziologen Andreas Müller-Tucholski und Dr. Thomas Ley, Fachgruppenleiter Sozialwissenschaften im Fachbereich Polizei der Thüringer Verwaltungsfachhochschule, gehen mit dem folgenden Aufsatz die Kernprobleme an und zeigen Lösungswege auf.

 

Autor/en:
Ley, Thomas
Müller-Tucholski, Andreas
Stichwort(e):
Todesnachrichten, Übermittlung durch Polizeibeamte


DNA-Analyse-Datei

Bemerkungen zu Grundlagen und Möglichkeiten

52. Jg. 1998, S. 415

Abstrakt: Keine andere Entwicklung in der Kriminaltechnik hat diese Fachdisziplin in den letzten Jahren so vorangebracht wie die DNA-Analyse. Die Errichtung einer DNA-Analyse-Datei im Bundeskriminalamt stellt eine konsequente, auf dem BKA-Gesetz basierende Nutzung der heutigen technischen Möglichkeiten dar. In diesem Zusammenhang wird teilweise in den Medien ein Gefahrenszenario für den Bürger gezeichnet, das mit den realen juristischen und kriminalistischen Gegebenheiten nichts gemein hat. Wirft man einen Blick in das Ausland, sieht man vielmehr, welche Möglichkeiten einer derartigen Datei bei uns auch heute (noch) nicht genutzt werden. Inzwischen hat Bayern im Bundesrat den Entwurf eines Strafverfahrensänderungsgesetzes DNA-Identifizierungsdatei zu erkennungsdienstlichen Zwecken vorgelegt. Die Fraktion der CDU/CSU und der F.D.P. brachten den Entwurf eines DNA-Identitätsfeststellungsgesetzes ein, der noch Mitte Juli 1998 Bundestag und Bundesrat passiert haben könnte.

 

Autor/en:
Kube, Edwin
Schmitter, Hermann
Stichwort(e):
DNA-Analyse-Datei, Grundlagen und Möglichkeiten


Bestechlichkeit eines Polizeibeamten

52. Jg. 1998, S. 418

Rechtsprechung: BGH vom 03.12.1997 - 2 StR 267/97 -

 

Stichwort(e):
Bestechlichkeit, eines Polizeibeamten


Mit DNA-Datei auf Einbruchsserien reagiert

Erfahrungen mit der DNA-Landesdatenbank Rheinland-Pfalz

52. Jg. 1998, S. 419

 

Autor/en:
Wenzel, Rainer
Stichwort(e):
DNA-Analyse-Datei, beim LKA Rheinland-Pfalz
DNA-Landesdatenbank, auf der Basis von Polizeirecht


Wiedererkennungsverfahren

Bericht über eine Untersuchung zu Theorie und Praxis der Gegenüberstellung

52. Jg. 1998, S. 421

Abstrakt: Lehre und Rechtsprechung haben sich in den letzten Jahren hinsichtlich der Durchführung und Bewertung von Wiedererkennungsverfahren stark verändert. In einer Vielzahl von Fachbeiträgen haben sich Juristen und Polizeibeamte intensiv mit dem Thema beschäftigt. Die Fachhochschule Villingen-Schwenningen Hochschule für Polizei nahm dies zum Anlaß, 6346 Ermittlungsakten der baden-württembergischen Polizei im Hinblick auf die derzeitige Praxis zu erforschen. Es besteht Anlaß zu der Vermutung, daß die Ergebnisse für alle Polizeien Deutschlands verallgemeinert werden dürfen.

 

Autor/en:
Mertn, Bernhard
Schwarz, Ulrich
Walser, Werner
Stichwort(e):
Gegenüberstellungen, Theorie und Praxis bei
Wiedererkennensverfahren, zu Theorie und Praxis der Gegenüberstellung


Verwertung von Erkenntnissen aus Observation

52. Jg. 1998, S. 428

Rechtsprechung: OLG Düsseldorf vom 12.12.1997 - VI 1/97 -

 

Stichwort(e):
Observation, Verwertung von Erkenntnissen


Mechanische Sicherungseinrichtungen

Bundesweiter Errichternachweis und das der Aufnahme vorgeschaltete polizeiliche Prüfverfahren

52. Jg. 1998, S. 429

 

Autor/en:
Schaller, Eveline
Stichwort(e):
Errichternachweis, polizeiliches Prüfverfahren
Sicherungseinrichtungen, mechanische


Hypnose von Zeugen - Hoffnung in ausweglosen Fällen?

Gedanken über ein absolutes Beweismethodenverbot

52. Jg. 1998, S. 431

Abstrakt: Das Verbot der Hypnose gilt gem. § 136a StPO für Beschuldigte wie Zeugen und kann auch durch Einwilligung der Betroffenen nicht aufgehoben werden. Fälle aus dem angelsächsischen Sprachraum belegen indessen auf eindrucksvolle Weise, daß der Einsatz von Hypnose in der Kriminalistik bei Berücksichtigung bestimmter Sicherheitsmaßnahmen durchaus seine Berechtigung hätte. Mit dem folgenden Beitrag will der Autor, selbst erfahrener Hypnoseexperte, zum Nachdenken und zur Diskussion anregen, zumal wie er selbst weiß bei Zeugenbefragungen ohnehin mit Hypnose gearbeitet wird.

 

Autor/en:
Svoboda, Tomas
Stichwort(e):
Hypnose, Beweismethodenverbot
Hypnose, von Zeugen


Todesermittlungen

Kohlenmonoxidvergiftungen bei vermeintlich fehlender CO-Quelle

52. Jg. 1998, S. 435

Abstrakt: Geerds berichtet in seinem Handbuch für Kriminalistik über einen Fall, bei dem zunächst innerhalb von drei Monaten in demselben Zimmer zwei ältere Frauen verstarben, ohne daß der hinzugezogene Arzt eine Todesursache hätte feststellen können. Eine Obduktion erfolgte gleichwohl in beiden Fällen nicht. Erst als kurze Zeit später wieder in besagtem Zimmer noch ein junges Mädchen verstarb, wurde die Obduktion angeordnet. Dabei wurde eine CO-Vergiftung festgestellt. Nach daraufhin erfolgter Exhumierung der beiden anderen Leichen wurde auch bei ihnen CO-Vergiftung als Todesursache festgestellt. Die Ergebnisse zeigen wie die im folgenden Aufsatz beschriebenen Fälle welche Tücken Todesermittlungen bei nicht entdeckten CO-Quellen haben können.

 

Autor/en:
Althaus, Lars
Haffner, Hans-Thomas
Herbst, Judith
Stichwort(e):
Kohlenmonoxydvergiftung
Todesermittlungen, bei Kohlenmonoxydvergiftungen


Prozessuale Verwertung von Videoaufnahmen

52. Jg. 1998, S. 437

Rechtsprechung: OLG Düsseldorf vom 05.05.1997 - 5 U 82/96 -

 

Stichwort(e):
Videoaufnahmen, prozessuale Verwertung von


Kriminalpolizeiliche Analysestellen und Regionales Lagezentrum

Erfahrungen in der Nordwestschweiz

52. Jg. 1998, S. 439

 

Autor/en:
Krattiger, Beat
Schilling, Urs
Stichwort(e):
Kriminalanalyse, in der Nordwestschweiz


Markante Zunahme der angezeigten Delikte

Polizeiliche Kriminalstatistik in der Schweiz 1997

52. Jg. 1998, S. 444

 

Stichwort(e):
Schweiz, Polizeiliche Kriminalstatistik 1997


Prüfungsklausur mit Lösung im Fach Psychologie

Der Fall Robert Meis

52. Jg. 1998, S. 447

 

Autor/en:
Haselow, Reinhard


Klausur mit Lösung im Fach Strafrecht

52. Jg. 1998, S. 452

 

Autor/en:
Holzberg, Ralf